Wetter Terminologie

A
Abendrot

Dämmerungserscheinung, bei der der Himmel rosa bis rötlich erscheint.Abends und morgens wird der Weg des Lichtes durch die Atmosphäre länger.Dabei wird derkurzwellige Anteil des Sonnenlichtes durch Staub- und Dunstteilchen immer weiter gefiltert, wodurch mehr langwellige, d.h.rote Farbanteile erhalten bleiben.

Abgleiten

Abwärts gerichtete Luftbewegung auf geneigten Gleit- oder Frontflächen in der Atmosphäre.Abwärts gerichtete Luftbewegungen sind nicht nur an geographischen Hindernissen möglich, sondern auch an Grenzflächen in der Luft

Abkühlung

Temperaturabnahme mit der Zeit.Abkühlung entsteht durch Wärmeausstrahlung, Abkühlung durch kältere Unterlagen, Volumenzunahme bei aufsteigender Luft und durch Heranführen und Mischen mit kühlerer Luft.

Abkühlungsnebel

siehe Nebelarten.

Ablandiger Wind

Vom Land zum Wasser hin wehender Wind an grösseren Wasserflächen

Ablenkung

Abweichung des beobachteten Windes vom Gradientwind.

Absinken

Abwärts gerichtete Luftbewegung in der Atmosphäre.In Hochdruckgebieten, wo am Boden divergente, d.h.auseinanderströmende Luftströmung vorliegt, in der Höhe die Luft zusammenströmt, kommt es zu einem Absinken der Luft.Absinkende Luft ist i.a.mit Wolkenauflösung verbunden.

Absolute Feuchte

In Gramm pro Kubikmeter angegebenes Mass für den absoluten Wasserdampfgehalt im Luftvolumen.

Absolute Temperatur

Kelvin-Temperaturskala, die den absoluten Nullpunkt als Fixpunkt hat.0°C entspricht 273 K, die Abstände sind gleich den Celsiusunterschieden, also entspricht eine Temperatursteigerung um 1°C einer Temperatursteigerung um 1 Kelvin.Achtung: Es heißt Kelvin, nicht °Kelvin.

Absoluter Nullpunkt

Aus den Gasgesetzen hergeleitete Temperatur, bei der die Bewegungsenergie der Gasmoleküle gleich Null ist.Das Gas ist somit festgefroren.

Absorptionskoeffizient

Ein für jeden Stoff typisches Maß für die durch ihn erfolgte Abschwächung/Absorption einfallender Strahlung.

Adiabatisch

Thermodynamische Vorgänge, die ohne Zufuhr oder Entzug von Wärme ablaufen.

Advektion

Horizontales Heranführen von Luftmassen.Die Advektion ergibt zusammen mit der Konvektion, der vertikalen Bewegung von Luftmassen, die Verlagerung von Luftmassen.

Advektionsnebel

Wenn feuchte Luft über eine kältere Unterlage geführt wird, sinkt ihre Temperatur, die Taupunktstemperatur wird unterschritten und Nebelbildung setzt ein.

Advektionswetterlage

Wetterlagen, bei denen ein großräumiger Austausch von verschiedenen Luftmassen stattfindet.Beispiel: Heranführen feuchtmilder Luft vom Atlantik nach Mitteleuropa im Sommer.

Aerologie

Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der freien Atmosphäre befaßt.

Aerologischer Aufstieg

Aufsteigen einer Radiosonde zur Messung atmosphärischer Daten

Aerosol

Alle festen und flüssigen Fremdbestandteile, die sich in der Luft befinden.Beispiele: Staub, Chemische Stoffe, Salze, Vulkanasche.

Ageostrophischer Wind

Windkomponente, die die Abweichung vom geostrophischen Wind charakterisiert.Entweder eine Abweichung zum hohen oder zum tiefen Druck hin.

Aggregatzustand

Die von Druck und Temperatur abhängige entweder feste, flüssige oder gasförmige Erscheinungsform von Stoffen.

Agrarmeteorologie

Der Zweig der Meteorologie, der sich mit den Auswirkungen von Wetter und Klima auf die Landwirtschaft beschäftigt.

Aitken-Kerne

In der Luft vorhandene Schwebeteilchen.Wichtig sind die Aitken-Kerne v.a.wegen ihrer Eigenschaften als Kondensationskerne und ihrer Bedeutung für die Streuung und Absorption von Strahlung.

Aktionometer

Meteorologisches Meßgerät zur Bestimmung der Intensität der solaren Strahlung.

Aktive Kaltfront

siehe Kaltfront.

Aktives Aufgleiten

Aufgleiten von warmer Luft auf vorhandene Kaltluft, z.B.an einer Warmfront.Gegensatz zu passivem Aufgleiten,wobei sich Kaltluft unter Warmluft schiebt.

Albedo

Das Verhältnis zwischen reflektierter und einfallender solarer Strahlung.Je höher die Albedo, desto besser ist das Reflektionsvermögen des jeweiligen Mediums.Einige Beispiele: Schnee 0,7 bis 0,8, Wasserflächen ca.0,1, Erdboden 0,1 bis 0,4.

Alkoholthermometer

siehe Thermometer.

Allgemeine Meteorologie

Wissenschaft, die sich mit der Beschreibung und Erklärung meteorologischer Phänomene und Zusammenhänge beschäftigt.Teilgebiet der Meteorologie.

Alpenglühen

Bei Dämmerung vorherrschender Vorgang, bei dem sich v.a.rote Farbtöne der untergehenden Sonne auf Felsen nd Schnee- und Eisflächen spiegeln.Spezielle Form des Morgen- und Abendrots.

Alpine Meteorologie

Teilgebiet der Meteorologie, das sich mit Wetter und Witterung im Hochgebirge beschäftigt.

Alterung

Der Verlust ursprünglicher Eigenschaften von Luftmassen, z.B.durch dynamische Vorgänge und Bewegung vom Ursprungsgebiet weg.Beispiel: Maritime Luft, die sich über Landmassen geschoben hat und ihren Charakter durch Feuchte- oder Temperaturveränderungen mit der Zeit verliert.

Altocumulus

Weiße und/oder graue Flecken, felder oder Schichten von Wolken, im allgemeinen mit Eigenschatten aus schuppenartigen Teilen, Ballen, walzen usw.bestehend, die manchmal teilweise faserig oder diffus aussehen und zusammengewachsen sein können.Die meisten der regelmäßig angeordneten kleinen Wolkenteile haben gewöhnlich eine scheinbare Breite von 1 Grad (kleiner Finger) bid 5 Grad (3 finger breit bei ausgestrecktem Arm).Mischwolke, d.h.aus Wassertropfen und teilweise aus Eiskristallen bestehende Wolkenform, die in 2000 und 7000 m Höhe auftritt.

Altostratus

Graue oder bläuliche Wolkenfelder oder -schichten von streifigem, faserigem oder einförmigem Aussehen, die den Himmel ganz oder teilweise bedecken und stellenweise gerade so dünn sind, dass die Sonne wenigstens schwach wie durch Mattglas zu erkennen ist.Bei Altostratus treten keine Halos auf.Sie gehören zu den mittelhohen Wolken zwischen 2000 und 7000 Metern.altostratus (lat.) = von altum und stratus

Altweibersommer

Lang anhaltende Schönwetterperiode zwischen September und Oktober.Dafür sorgt ein blockierendes Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, das Tiefdruckgebiete nach Süden oder Norden ablenkt und damit längere Zeit für fast sommerliches Wetter sorgt.

Amboß

Das für Cumulonimbuswolken typische, amboßartige Aussehen

Anabatischer Wind

Wind mit aufwärts gerichteter Bewegungskomponente

Anafront

Front, bei der sich Warmluft aktiv über Kaltluft schiebt.Gegenteil: Katafront.

Anemometer

Allgemeine Bezeichnung für alle Arten von Windmessern.

Aneroidbarometer

Dosenbarometer, bei dem der Luftdruck auf eine sogenannte Vidiedose wirkt.Die dadurch entstehende Deformation der Dose kann mittels geeigneter Anzeigen direkt abgelesen werden.Der Vorteil des Aneroidbarometers liegt darin, daß keine Korrekturterme für Stationshöhe oder Temperatur benötigt werden.

Anomalie des Wassers

Die Tatsache, daß Wasser nicht an seinem Gefrierpunkt, sondern bei +4°C die größte Dichte hat.

Anthropogene Klimabeeinflussung

Durch den Menschen hervorgerufene Beeinflussungen des Klimas.

Antizyklonale Bewegung

Auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn erfolgende Drehung.Hochdruckgebiet

Antizyklone

Hochdruckgebiet, bei dem auf der Nordhalbkugel die Drehung im Uhrzeigersinn erfolgt

Aprilwetter

Wetterlage mit schnellem Wechsel zwischen sonnigen Abschnitten, dichter Bewölkung und Schauern, also extrem unbeständiges Wetter.

Arcus

Eine dichte, horizontale Walze mit mehr oder weniger zerfetzten Rändern, dia am unteren teil der Vorderseite bestimmter Wolken auftritt, Sie hat bei großer Ausdehnung das Aussehen eines dunkel-drohenden Bogens.

Diese Sonderform tritt bei Cumulunimbus und - weniger häufig - bei Cumulus auf.

Arid

Von arid = trocken abgeleitete Bezeichnung für Gebiete, in denen die Verdunstung größer ist als die Menge erhaltenen Niederschlags.Daher auch der Name des amerikanischen Bundesstaates "Arizona" für "aride Zone".

Arktikfront

Arktische Frontalzone, die die arktische Zirkulationszelle von der polaren Zelle trennt.Hierbei handelt es sich nicht um eine ständig vorhandene Frontalzone.

Arktikluft

Luftmasse mit Ursprungsgebiet Arktis.

Arktischer Seerauch

siehe Seerauch.

Aspirations-Psychrometer

Aus zwei Thermometern und einem Ventilator bestehendes Gerät zur Messung der relativen Luftfeuchte.Ein durch einen Strumpf feuchtgehaltenes Thermometer zeigt eine geringere Temperatur als ein trockenes Thermometer an, da durch die Verdunstung des Wassers Wärme entzogen wird.DieTemperaturdifferenz ergibt die relative Luftfeuchte. Zur Beschleunigung der Verdunstung wird das Feuchthermometer mit einem Ventilator einem Luftstrom ausgesetzt.

Atmosphäre

Die einen Planeten umgebende Gashülle.

Atmosphärische Gegenstrahlung

Die von der Atmosphäre reflektierte, langwellige terrestrische Strahlung.Die Luft der Erde absorbiert die terrestrische Strahlung und gibt sie nach Umwandlung in Wärme grösstenteils wieder an die Erdoberfläche ab.

Atmosphärische Grenzschicht

Die unterste Schicht der Atmosphäre, in der ungeordnete, turbulente Luftbewegungen vorherrschen.Die charakteristische Dicke beträgt ab dem Erdboden bis zu 1000 m.

Aufbau der Atmosphäre

Die Atmosphäre ist allgemein in 4 Schichten unterteilt.Die Troposphäre, in der die Temperatur mit der Höhe abnimmt, reicht vom Erdboden bis in 7 bis 11 km Höhe.Die Tropopause trennt die Troposphäre von der darüber liegenden Stratosphäre, in der die Temperatur mit der Höhe fast unveränderlich ist.Über der Stratopause schließt sich die Mesopause an, in der die Temperatur zuerst mit der Höhe ab-, dann wieder zunimmt.Oberhalb der Mesopause, d.h.ab ca.120 km Höhe, liegt die Thermosphäre, in der die Temperatur bis auf +2000°C ansteigt, und die keine klare Obergrenze hat.

Auffrischen

Windzunahme bei gegebenen schwachwindigen Wetterlagen.Bei stärkeren Winden wird bei einer weiteren Windzunahme nicht mehr von Auffrischen gesprochen.

Aufgleitbewölkung

Durch Aufgleitvorgänge an Frontflächen und geographischen Hindernissen hervorgerufene Bewölkung.Steigt Luft auf, so kühlt sie sich ab und der in ihr enthaltene Wasserdampf kondensiert, es enstehen Wolken.

Aufgleiten

Aufwärts gerichete Luftbewegung an geneigten Frontflächen.

Aufgleitfläche

Geneigte Frontfläche, die wärmere Luft in der Höhe von kühlerer Luft unten trennt.

Aufheiterung

Vorgang, bei dem dichte Bewölkung Lücken bekommt.

Auflandiger Wind

Gegenteil von ablandigem Wind.Der Wind weht vom Wasser zum Land hin (Seewind).

Auge

Innerster Teil eines Wirbelsturms, in dem weitgehend Windstille herrscht.

Auslösetemperatur

Diejenige Temperatur, die ein Luftpaket erreichen muss, um bis in sein Kondensationsniveau aufzusteigen.Das Erreichen der Auslösetemperatur erfolgt meist durch Aufheizung durch Sonnenstrahlung, ab Erreichen der Auslösetemperatur setzt dann Quellwolkenbildung ein.

Ausstrahlung

Abgabe von Wärme vom Erdboden und Luftschichten in Form langwelliger Strahlung an den Weltraum oder an obere Luftschichten.

Austausch

Alle turbulenten Vorgänge, bei denen Luftschichten durchmischt werden.Bei austauscharmen Wetterlagen findet eine Durchmischung von Luftschichten kaum statt.Beispiel: Inversionen, bei denen kaum eine Durchmischung mit "frischer" Luft stattfindet.(Schadstoffwerte nehmen zu)

Austauscharme Wetterlage

Von einer austauscharmen Wetterlage spricht man, wenn großräumig nur geringe Luftdruckunterschiede herrschen, also wenig Luftbewegung und Luftaustausch stattfindet.

Autan

Pyrenäenföhn.Warmer und trockener Fallwind aus Süd bis Südost in Südfrankreich.

Azorenhoch

Ein stabiles Hochdruckgebiet als Teil des subtropischen Hochdruckgürtels.Das Azorenhoch, das fast immer mehr oder minder existiert, ist auch in Mitteleuropa wetterwirksam, da sich immer wieder Hochdruckzellen aus ihm lösen und über Mitteleuropa ziehen.

B
Baguio

Tropischer Wirbelsturm im Bereich der Philippinen.

Bar

Alte Einheit des Luftdrucks.Heute: Hektopascal.1 hPa (Hektopascal)= 1 mb (Millibar)

Barisches Windgesetz

Allgemeiner Zusammenhang zwischen Luftdruck und Wind.Es beinhaltet:
1.) Je enger die Isobaren, desto stärker der Wind
2.) Auf der Nordhalbkugel weht der Wind im Gegen-Uhrzeigersinn um das Tief.D.h.steht man mit dem Rücken zum Wind, dann liegt das Tief immer links.

Barograph

Trommelschreibgerät zur Luftdruckbestimmung mit 7 Vidiedosen.

Barokline Instabilität

In einer baroklinen Atmosphäre befindliche Instabilität.Störungen in der Grundströmung wachsen dabei durch die großen meridionalen Temperaturunterschiede zu Tiefdruckgebieten an.

Baroklines Gleichgewicht

Der Zustand, bei dem sich die Atmosphäre immer an der Grenze zur baroklinen Instabilität befindet.Es entstehen also Störungen beim Erreichen eines kritischen Temperaturunterschiedes, die unmittelbar wieder abgebaut werden.Danach entstehen direkt wieder neue Störungen.Das Gleichgewicht besteht darin, daß sich die Temperaturunterschiede in der Atmosphäre immer im Bereich dieses kritischen Temperaturgradienten ( ca.6°/1000km ) befinden.

Baroklinität

Die Flächen gleichen Drucks sind gegen die Flächen gleicher Temperatur oder gleicher Dichte geneigt, es entstehen Schnittlinien zwischen den Flächen.Auf der Fläche gleichen Drucks herrschen also an verschiedenen Punkten unterschiedliche Temperaturen oder Dichten.Die Baroklinität ist der Normalzustand der realen Atmosphäre.

Barometrische Höhenformel

Formel, die den Zusammenhang zwischen Höhe und Luftdruck angibt.Mit ihr kann man, aufgrund des Druckunterschiedes, die Höhendifferenz zweier Orte messen.

Barothermograph

Kombiniertes Gerät zur Luftdruck- und Temperaturbestimmung.

Barotropie

Gegenteil von "Baroklinität".Die Flächen gleichen Drucks verlaufen parallel zu den Flächen gleicher Temperatur oder Dichte.In einer barotropen Atmosphäre würde sich der Wind nicht mit der Höhe ändern.Der Fall der Barotropie liegt in der Realität so gut wie nie vor.

Bauernregel

Meistens in Gedichtform gesammelte Wetter- und Witterungsregeln.Der Name rührt daher, daß Landwirte schon immer großes Interesse am weiteren Wetterverlauf hatten und somit Regeln für die Vorhersagen aufstellten.

Baumgrenze

Grenzregion, ab der kein Baumbewuchs mehr möglich ist.Die erste Baumgrenze bezieht sich auf die Höhe über Meeresniveau, die zweite Baumgrenze markiert das Ende des Baumbewuchses Richtung Polargebiete.

Beaufort

Skala der Windstärke von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan).

Bedeckungsgrad

Einteilung für das Maß der Bewölkung am sichtbaren Himmel.Der Bedeckungsgrad wird in Achtel angegeben, wobei das theoretisch unmögliche 9/8 bei Nebel gesetzt wird.

Behaglichkeitstemperatur

Subjektive Temperaturangabe, die die mittels Thermometer gemessene Temperatur mit der Luftfeuchtigkeit verrechnet, um das menschliche Wärmeempfinden auszudrücken.Bei sehr feuchter Luft kann weniger Schweiss verdunsten, die Temperatur erscheint subjektiv höher.

Beobachtung

siehe Wetterbeobachtung.

Berg- und Talwindzirkulation

Bei strahlungsintensiven Hochdruckwetterlagen entstehende thermisch direkt betriebene Zirkulation, bei der tagsüber der bergaufwärts gerichtete Talwind, nachts der talwärts gerichtete Bergwind weht.

Bergeron-Findeisen-Prozeß

Zur Regenentstehung in den mittleren Breiten wichtiger Prozess, bei dem in Mischwolken Eiskristalle auf Kosten von Wassertröpfchen weiter anwachsen.Dieser Prozess begründet die Existenz großtropfigen Regens.

Bergnebel

Kein eigentlicher Nebel, sondern bei aufsteigender Luft entstehende Wolken im Luv von Bergen.

Bermudahoch

Um die Bermudas oft auftretendes Hochdruckgebiet.Ähnlich "Azorenhoch".

Beschlag

Abgesetzter Niederschlag.Wasserdampf aus der Luft kondensiert an kälteren festen Flächen und Körpern.

Beugung

Änderung der Richtung des einfallenden Lichtes, verbunden mit Zerlegung des Lichtes in unterschiedliche Wellenlängen.

Bewölkung

Oberbegriff für die verschiedenen Wolkenarten und ihre Häufigkeit am augenblicklichen Himmel.

Bimetallthermometer

Gerät zur Temperaturmessung, bei der zwei Streifen aus verschiedenen Metallen aufeinander geklebt werden.Ändert sich die Temperatur, dann unterliegen die zwei Metalle verschiedenen Längenausdehnungen, der Bimetallstreifen verbiegt sich.Die Krümmung ist dann ein Maß für die Temperaturänderung.

Biometeorologie

Teilgebiet der Meteorologie, das sich mit den direkten Auswirkungen von Wetter und Klima auf die Lebewesen beschäftigt.

Biosphäre

Oberbegriff für alle von Lebewesen bewohnten Bereiche der Erde.

Black-Frost

Gefrieren von Nebel, Gischt und unterkühlten Regentropfen an kälteren, festen Körpern, z.B.Schiffsaufbauten.Der Name kommt vom Einfluß strengen Frostes auf die Vegetation - schwarze, abgestorbene Pflanzen -, und hat ursprünglich auch nur diese Bedeutung gehabt.

Blauthermik

Bei Segelfliegern unbeliebtes Aufsteigen von Warmluft.Da das aufsteigende Luftpaket nicht durch Quellwolken sichtbar wird, können Segelflieger es schlecht zur Gewinnung von Flughöhe nutzen.

Blitz

Optische Leuchterscheinung bei Ladungsausgleich entweder zwischen Wolken oder zwischen Wolken und Erdboden.siehe Gewitter.

Blitzschlag

Die durch einen Blitz bewirkte Einwirkung bei dessen Auftreffen.

Blizzard

Massiver Kaltlufteinbruch mit stürmischen Winden in Nordamerika.

Blockierendes Hoch

An einem Ort andauerndes Hochdruckgebiet, daß eine Umstellung der Großwetterlage verhindert.Siehe Altweibersommer

Blutregen

Durch rötlichen Sandstaub aus der Sahara gefärbter Regen über Europa.

Bodenfrost

Temperaturen unter 0°C in der Standardmesshöhe von 5cm über dem Boden.

Bodennebel

Der Bodennebel hat nur eine geringe vertikale Erstreckung von 2 bis 3 m.Er ist ein Strahlungsnebel und kann zusammenhängend, öfters aber als Schwaden oder als Nebelbank beobachtet werden.

Bodenreibung

Reibung überströmender Luft am Erdboden.Für verschiedene Boden- und Bewuchsarten gibt es verschiedene Rauhigkeitsparameter.

Bodenwetterkarte

Wetterkarte, in der die auf der Erde zu festen Zeiten an festen Stationen beobachteten Wettermeldungen eingetragen werden.Je nachdem sind neben den reinem Beobachtungen auch noch Fronten, Isobaren und andere Informationen eingetragen.(Höhenwetterkarte)

Bodenwärmestrom

Wärmeabgabe des Erdbodens entweder von der Oberfläche an tiefere Erdschichten oder von tieferen Erdschichten an die Erdoberfläche.

Bora

Kühle, böige Fallwinde an der Adria.

Bordwetterkarte

Bodenwetterkarte, die aufgrund von Funkwettermeldungen an Bord erstellt wird und die gleichen Informationen wie die Bodenwetterkarte enthält.

Brechung

An Grenzflächen verschiedener Dichten entstehende Ablenkung der Richtung des einfallenden Lichtes.Wer mal versucht hat, einen Fisch mit blossen Händen oder einem Speer aus dem Wasser zu ziehen, der hat wahrscheinlich die Bekanntschaft der Brechung gemacht, denn Wasser hat eine andere Dichte als Luft, das Licht wird gebrochen, der Fisch ist also nie da, wo man ihn sieht.Er erscheint seitlich verschoben.

Brise

Wind mit einer Stärke zwischen 2 und 5 Beaufort.

Brockengespenst (Glorie)

Im Harz und sonstigen Gebirgen beobachtetes optisches Phänomen, bei der bei tiefstehender Sonne im Rücken des Beobachters sein Schatten auf tiefhängende Wolken geworfen wird.

Buys-Ballotsches Gesetz

Steht man mit dem Rücken zum Wind, hat man das Tiefdruckgebiet links vorn, das Hochdruckgebiet links hinter sich (auf der Nordhalbkugel).Ältere Version des Barischen Windgesetzes.

Böe

Kurzzeitiger Windstoß.

Böenlinie

Linien, an denen es weit vor einem Kaltfrontdurchzug zu Schauern, teilweise Gewittern und starken Windböen kommt.

Böenwalze

An Böenlinien, vor Kaltfronten und an Gewitterzellen entstehender Luftwirbel, dessen Achse nicht wie beim Tornado vertikal, sondern horizontal verläuft.Eine Böenwalze kann mit Böen bis zur Orkanstärke ebenso große Zerstörungen hervorrufen wie ein ausgewachsener Wirbelsturm.

C
CAVOK

In Flugwettermeldungen (METAR) gebrauchte Bezeichnung für: "Sicht und Wolkenuntergrenze o.k.".

Calvus

Ein Cumulunimbus, bei dem wenigstens einige der Aufquellungen des oberen Abschnitts ihre cumulus-förmigen Umrisse zu verlieren beginnen; es sind jedoch noch keine cirrus-artigen Teile zu erkennen.Die Aufquellungen und emporschießenden Teile bilden meist eine weißliche Masse mit etwa vertikal verlaufender Steifung.

Capillatus

Ein Cumulunimbus, bei dem - meist im oberen Abschnitt - ausgeprägte cirrus-artige Gebilde von deutlich faseriger oder steifiger Strucktur vorhanden sind, die häufig die Form eines Ambosses, eines Federbüschels oder einen großen, mehr oder weniger wirren Menge von Haaren haben. Bei Cumulunimbus capillatus treten gewöhnlich Schauer, häufig mit Böen und/oder auch mit Hagel auf.oft kommt es dabei zu sehr gut ausgeprägter Virga-Bildung.

Castellanus

Wolken, die im oberen Abschnitt wenigstens teilweise Aufquellungen in Form von Türmchen haben, die der Wolke im allgemeinen ein zinnenartiges Aussehen verleihen.Die Türmchen von denen einige sich mehr nach oben als die breite Basis entwickelt haben, sind durch eine gemein- same Basis miteinander verbunden und erscheinen reihenartig angeordnet.Der Castellanus- Charakter wird besonders deutlich, wenn die Wolke von der Seite her betrachtet wird.

Diese Bezeichnung wird bei Cirrus, Cirrocumulus, Altocumulus und Stratocumulus angewendet.

Cb

Allgemein gebräuchliche Abkürzung für Cumulonimben.siehe Wolkenklassifikation

Cc

Abkürzung für Cirrocumulus.siehe Wolkenklassifikation.

Ceiling

Bezeichnung für die Untergrenze der tiefsten vorhandenen Wolken, wenn diese mindestens die Hälfte des Himmels bedecken.Der Ausdruck wird v.a.in Flugwettermeldungen benutzt.

Celsius

Temperaturskala, deren zwei Fixpunkte der Gerfrierpunkt und der Siedepunkt von Wasser sind.Beim Normdruck von 1013 Hektopascal wird der Gefrierpunkt gleich 0 Grad, der Siede- punkt gleich 100 Grad gesetzt, die Temperaturspanne wird dann in 100 gleiche Teile zerlegt.

Central Route

Hauptschiffahrtsroute im Pazifik, bei der die oberflächennahe Meeresströmung ausgenutzt wird.

Chamsin

Heisser, trockener Südwind in Ägypten.

Chergui

Heisser, trockener Ost- bis Südostwind in Marokko.

Chinook

An den Osthängen der Rocky Mountains auftretender, warmer und trockener Fallwind.siehe Föhn.

Ci

Abkürzung für Cirren, d.h.hohe Eiswolken.siehe Wolkenklassifikation.

Cierzo

Winterlicher, trocken-kalter Landwind aus Nordwest in der Ebroregion.

Cirrocumulus

Dünne, weiße Flecken, Felder oder Schichten von Wolken oder Eigenschatten, die aus sehr kleinen, körnig, gerippelt o.ä.aussehenden, miteinander verwachsenen oder isolierten Wolkenteilchen bestehen und mehr oder weniger regelmäßig angeordnet sind.Die meisten Wolkenteile haben eine scheinbare Breite von weiniger als 1 Grad (Dies entspricht etwa der scheinbaren Breite des kleinen Fingers bei ausgestrecktem Arm).

Aus Eiskristallen bestehende hohe, feine Schäfchenwolken.

Cirrostratus

Durchscheinender, weißlicher Wolkenschleier, aus Eiskristallen bestehend, von faserigem (haarähnlichen) oder glattem Aussehen, der den Himmel ganz oder teilweise bedeckt und im allgemeinen Haloerscheinungen hervorruft.

Cirrus

Isolierte wolken in Form weißer, zarter Fäden oder weißer bzw.überwiegend weißer Flecken oder schmaler Bänder.Diese Wolken zeigen ein faseriges (haarähnliches) Aussehen oder einen seidigen Schimmer oder beides.Gattung der hohen Wolken.

Cirrusschleier

Vor dem Herannahen einer Frontalzone oder eines Wirbelsturmes aufziehender Schirm von hohen Eiswolken.

Cloud-Scavenging

Von "Scavenger = Straßenfeger" abgeleitete Bezeichnung für das Auswaschen von Aerosolen durch Regentropfen in Wolken.

Cluster

Von "Cluster = Haufen" abgeleitete Bezeichnung für die Zusammenballung von Quellwolken.siehe MCC.

Cold Eddie

Sich vom Golfstrom ablösende Wasserwirbel, die je nach Wassertemperatur im Wirbel als Cold Eddy oder als Warm Eddy bezeichnet werden.siehe Warm Eddie.

Congestus

Cumulus-Wolken, die kräftig aufquellen und häufig von bedeutender vertikaler Ausdehnung sind.Ihre aufgewölbten oberen Teile gleichen oft einem Blumekohl.

Cordonazo

Mexikanische Bezeichnung für Wirbelstürme, die sich an der vorgelagerten Westküste bilden.

Corioliskraft

Die ablenkende Kraft der Erdrotation.Bewegt sich ein Luftpaket vom Äquator Richtung Pol, dann wird es nach Osten abgelenkt, auf der Nordhalbkugel also nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links.

Crivetz

Im Winter kalter, kräftiger Ost- bis Nordostwind in Rumänien.

Cumuliform

Bezeichnung für das haufenförmige Aussehen von Wolken.

Cumulonimbus

Eine massige und dichte Wolke von beträchtlicher vertikaler Ausdehnung in Form eines hohen Berges oder mächtigen Turmes.Zumindest teilweise weist der obere Wolkenabschnitt glatte Formen auf oder ist faserig oder streifig und fast stehts abgeflacht.Dieser Teil breitet sich vielfach amboßartig oder wie ein großer Federbusch aus.Unterhalb der häufig sehr dunklen Wolkenuntergrenze befindet sich oft niedrige, zerfetzte Wolken, die mit der Hauptwolke zusammengewachsen sein können.Der Niederschlag fällt manchmal in Virga-Form.

Bei hochreichend labil geschichteten Luftmassen entstehende Quellwolke.Sie reicht von den untersten Wolkenschichten bis in große Höhen und ist der richtige Nährboden für Gewitter, Hagel, Graupel und Schnee.Allgemein gebräuchliche Bezeichnung: Gewitterwolke.

Cumulus

Isoliert, durchweg dichte und scharf abgegrenzte, hauptsächlich aus Wassertropfen bestehende Quellwolke, die sich in der Vertikalen in Form von Hügeln, Kuppeln oder Türemnentwickeln, deren aufquellende obere Teile oft wie ein Blumekohl aussehen und aus der kein Niederschlag zu erwarten ist.Die von der Sonne beschienenen Teile dieser Wolken sind meist leuchtend weiß.Ihre Untergrenze ist verhältnismäßig dunkel und verläuft fast horizontal.Manchmal sind die Cumulus-Wolken zerfetzt.

Cumulus-Kondensationsniveau (CKN)

Entstehungshöhe von Quellwolken.Die Sonnenstrahlung heizt ein bodennahes Luftpaket auf, das Luftpaket steigt auf, kühlt sich dabei aus bis zum Erreichen der Taupunktstemperatur, Wolkenbildung setzt ein.

D
D-Schicht

Teil der Ionosphäre der Erde in ca.70 bis 80 km Höhe.siehe Aufbau der Atmosphäre.

Daltonsches Gesetz

Gasgesetz von Dalton: Bei Gasgemischen ist der Gesamtdruck gleich der Summe der Partialdrucke der einzelnen Inhaltsgase.

Dampfdruck

Der Anteil des Druckes, der von dem in der Luft enthaltenen Anteil Wasserdampf hervorgerufen wird.Es gilt das Daltonsche Gesetz.Von Sättigungsdampfdruck spricht man dann, wenn die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist, d.h.bei maximalem Dampfdruck.

Dampfnebel

Verdunstungsnebel, der dadurch entsteht, daß einem Luftpaket bei gleichbleibender Temperatur weiterer Wasserdampf zugeführt wird bis Sättigung eintritt. Dampfnebel tritt häufig über Wasserflächen auf, wenn kalte Luft darüber strömt.

Dauerfrost

Länger anhaltende Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Dauerregen

Mindestens 6 bis 12 Stunden anhaltender, großtropfiger Regen.

Deposition

Ablagerung von Aerosolen.Entweder als trockener Niederschlag oder durch Regen, mit dem die Aerosole den Boden erreichen.Wichtiger Beitrag zur Luftreinhaltung.

Desertifikation

Verwüstung der Landschaft, d.h.Veränderung von fruchtbaren Landstrichen hin zu unfruchtbaren

Bedingungen.Ausweitung der Wüsten, v.a.in Randgebieten schon bestehender Wüstenstriche.

Deterioration

Schmelzen und damit Größenabnahme von Eisbergen auf ihrem Triftweg aus den Polargebieten Richtung Süden.

Deutscher Wetterdienst

Staatliche meteorologische Anstalt mit Hauptsitz in Offenbach.

Diabasie

Prozesse, bei denen einem Luftpaket von außen Wärme zugeführt oder entzogen wird.siehe Adiabasie.

Dichte

Masse pro Volumeneinheit.Einheiten sind: Kilogramm pro Kubikmeter, Gramm pro Kubikmeter, Gramm pro Kubikzentimeter.

Die Höhe der atmosphärischen Grenzschicht, in der die größten Reibungseffekte mit dem Erdboden stattfinden.
Abgelagerte Eiskristalle an festen Gegenständen. Die Luftfeuchtigkeit muß zur Entstehung von Reif hoch sein. Der in der Luft enthaltene Wasserdampf geht dabei direkt von der Dampfphase in die Eisphase über, d.h. der Wasserdampf sublimiert.
Diesig

Sichteinschränkung durch Verschmutzung der Luft oder feuchten Dunst.

Diffus

Licht ohne bevorzugte Ausbreitungsrichtung.

Diffusion

Im Gegensatz zur turbulenten Durchmischung die Vermischung von Gasen durch molekulare Prozesse.

Direkte solare Strahlung

Die unmittelbar, d.h.ungebrochene und ungebeugte einfallende Sonnenstrahlung.

Dispersionsrelation

Formel, die den Zusammenhang zwischen Wellenlänge und Ausbreitungsgeschwindigkeit wiedergibt.

Dissipation

Umwandlung anderer Energieformen in Wärmeenergie.

Distanzverlust

Verlängerung des Seeweges bei Umgehung von Hindernissen oder Stürmen.

Divergenz

Auseinanderströmen von Luftmassen, entweder durch Auseinanderziehen, da die vordere Luft schneller strömt,oder durch Auffächern der Stromlinien.Gegenteil: Konvergenz

Donner

Akustische Begleiterscheinung einer Leuchtentladung (Blitz) in einem Gewitter.Dabei wird im Blitzkanal der Druck explosiv erhöht.

Dopplereffekt

Akustisches Phänomen, bei dem sich bei Verringerung des Abstandes zwischen Sender und Empfänger von Wellen die Frequenz erhöht.

Dosenbarometer

Druckmesser, der die Wirkung des Drucks in Verformung einer Dose umsetzt.siehe Aneroidbarometer.

Druck

Die Kraft, die auf eine Flächeneinheit wirkt.Einheiten sind: hPa (Hektopascal), mb (Millibar).

Druckfallgebiet

Zusammenhängendes Gebiet mit fallendem Luftdruck.In Wetterkarten werden Orte gleichen Druckfalls durch Isallobaren, d.h.Linien gleicher Luftdruckänderung gekennzeichnet.

Druckfläche

Auf Höhenwetterkarten übliche Topographie.Anstatt Höhenmeter anzugeben, was für meteorologische Nutzung unzweckmässig ist, wird eine alternative Topographie angelegt, in der die Flächen gleichen Luftdruckes angegeben sind, z.B.die 500 hPa-Fläche.

Druckgradient

Veränderung des Drucks pro Längeneinheit.Je größer die Änderung und je kleiner die Längeneinheit, desto größer ist der Druckgradient.siehe Druckgradientkraft.

Drucktendenz

Art und Maß der Luftdruckänderung in einem bestimmten Zeitraum.Beispiel: Die 3-stündige Luftdruckänderung in Wettermeldungen.

Drucktendenzgleichung

Formel, die Art und Maß der Luftdruckänderung in Abhängigkeit vom momentanen Temperatur-, Dichte und Windfeld angibt.

Dunst

Westentaschennebel.Sichtmindernder, aus Wasserdampf oder Luftverunreinigungen bestehender Schleier.

Duplicatus

Dicht übereinander angeordnete Wolkenflecken, -felder oder-schichten, die manchmal teilweise miteinander verwachsen sind.Diese bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrus, Cirrostratus, Altocumulus, Altostratus und Stratocumulus angewendet.

Durchmischungsvorgang

Vermischung und Verlagerung verschiedener Luftmassen durch turbulente oder dynamische Vorgänge.

Dust-Devil

Staubwirbel in Windhosenform, auch Staubteufel genannt..siehe Wirbelsturm.

Dynamische Turbulenz

Durch Scherung und Reibung am Boden hervorgerufene Turbulenz.Andere, eindrückliche Bezeichnung: Mechanische Turbulenz.

Dämmerung

Änderung der Helligkeit in den Übergangszeiten von Tag und Nacht.siehe Morgenrot, Abendrot.

Dünung

Durch Wind hervorgerufene Wellenbewegung der Meeresoberfläche.

Dürre

Langanhaltende Trockenphase, charakterisiert durch mehr Verdunstung als Niederschlag.siehe Arid.

Düseneffekt

Zunahme der Windgeschwindigkeit durch Verringerung des Querschnitts der Strömungsfläche.Trichtereffekt, v.a.in Gebirgstälern, die in ihrem Verlauf enger werden.

E
E-Schicht
An die D-Schicht anschließende Schicht der Ionosphäre in ca.90 bis 140 km Höhe.
ECMWF
Europäisches Zentrum für Mittelfristvorhersagen.
Ebbe
Niedrigwasser.siehe Gezeiten.
Eckeneffekt
Windzunahme an Ecken und Vorsprüngen.Es entstehen Luftverwirbelungen.
Eddie
Englische Bezeichnung für Wirbel.siehe Cold-/Warm- Eddie.
Effektive Temperatur
Kombination von Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit, die einen Behaglichkeitswert ausdrücken soll.siehe auch Behaglichkeitstemperatur, Wind-Chill.
Effektive Windwirklänge
Angabe in km, wieviel freie Meeresoberfläche der Wind ungehindert überstreichen kann.Die effektive Windwirkungslänge ist bedeutsam für die Wellenbildung.
Eintägige Gezeiten
siehe Gezeiten.
Eisansatz
Ablagerung von Eis und Reif an Oberflächen.siehe Rauhreif.
Eisarten
Unterscheidung von Eisarten mit verschiedenen Eigenschaften bzw.Behinderungspotential für die Schifffahrt.Z.B.: Eisbrei, ähnlich dem als Polar Slush bekannten Getränk, Packeis, Treibeis, Preßeis.
Eisberg
Schwimmende Eisstücke unterschiedlichen Ausmasses.Es handelt sich dabei entweder um abgebrochene Teile eines ins Meer ragenden Gletschers oder um Tafeleisabbrüche.
Eisbericht
Bericht, in dem die Eislage und die Arbeitsorte von Eisbrechern bekanntgegeben wird
Eisbrei
Kleiste Eisschollen, die vermischt mit Wasser eine Art Brei bilden.siehe Eisarten.
Eisbruch
Abbrechen von Ästen oder Fallen ganzer Bäume durch zu schwere Eisanlagerung.
Eisdeckung
Der Anteil der Erdoberfläche, der mit Gletschern oder Meereis bedeckt ist.Im Mittel ist ein Viertel der gesamten Erdoberfläche ständig mit Eis bedeckt.
Eisheilige
12.bis 15 Mai.Um diesen Zeitraum finden häufig Kaltlufteinbrüche statt.
Eiskeim
Zur Wolken und Niederschlagsbildung benötigter Kern, an dem sich Wasserdampf anlagern kann.
Eiskörner
Eiskörner entstehen, wenn der bereits unterkühlte Regen, der vormals Schnee war, nochmals durch eine kältere Luftschicht fällt und dort wieder gefriert.Dabei entsteht ein durchsichtiges Korn, daß keinen Kern hat, sondern klar ist.Eiskörner erreichen eine Größe von 1 bis ca.6 Millimeter und können nur als Dauerniederschlag entweder allein oder in Verbindung mit Regen fallen.Sie treten oft mit der Konstellation des gefrierenden Regens auf.Das Gegenstück hierzu ist der Hagel, der einen undurchsichtigen Kern und mehrere Eisschichten in Form von Schuppen hat und nur in Verbindung mit einem Gewitter als Schauer fallen.
Eislast
Gewicht, daß durch Anlagerung von Rauheis entsteht.Im Winter 1995/1996 hat diese Eislast in Deutschland Wäldern z.T.schwere Schäden durch Eisbruch verursacht.
Eistag
Tag, an dem auch die Tageshöchsttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt.
Eiswolke
Oberbegriff für die nur aus Eiskristallen bestehenden Wolkenarten, z.B.Cirren.
Ekman- Schicht
Zusammen mit der Prandtl-Schicht bildet sie die atmosphärische Grenzschicht.Die Prandtl-Schicht charakterisiert die ersten 100 m ab dem Erdboden, die Ekman-Schicht erstreckt sich von 100 m bis 1000m.
Ekman-Spirale
Innerhalb der Ekman-Schicht dreht der Wind auf der Nordhalbkugel nach rechts, nimmt jedoch nur wenig an Stärke zu.Zeichnet man diesen Verlauf in ein dreidimensionales Diagramm, so erhält man eine Spiralform.
El Nino
Bei Schwächung des Südostpassats an der Westküste Südamerikas stattfindender Wechsel der Wassermassen.Das kühlere, nährstoffreiche Wasser wird durch wärmeres, nährstoffarmes Wasser ersetzt.Der El Nino ist ein wichtiger Beweis für die Wechselwirkung Ozean-Atmosphäre.
Elbtalwind
Kalter, heftiger Fallwind aus Südost im Eldtal des Elbsanssteingebirges bis Dresden/Sachsen.
Elektrometeor
Oberbegriff für alle luftelektrischen Erscheinungen.
Elmsfeuer
Spitzenentladungen, auch als Sankt Elmsfeuer bekannt.An Masten und vielen spitzen Gegenständen auftretende Lichterscheinung bei gewittrigen Wetterlagen.Elmsfeuer stellen sich durch ein lichtschwaches Leuchten dar.
Energie
Die Fähigkeit, Arbeit zu leisten.Man unterteilt die Energie allgemein in Bewegungs-, potentielle und Wärmeenergie.
Energiesatz
Satz von der Energieerhaltung.Energie kann weder produziert noch vernichtet werden, die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems ist konstant, da Energie nur umgewandelt wird.
Enthalpie
Physikalische Bezeichnung für den gesamten Wärmeinhalt eines Luftpakets.Die Enthalpie ist eine physikalische Zustandsgröße.
Entrainment
Trockene Umgebungsluft wird in die Zirkulation in den Randbereichen einer Quellwolke einbezogen.
Entropie
Maß für die Unordnung eines Systems.Ohne Eingriff wächst die Entropie immer weiter an, sie kann nicht abnehmen, ähnlich wie in Kinderzimmern.Die Entropie ist eine physikalische Zustandsgröße, sie wird oft als Alternative zur Energie in physikalische Berechnungen einbezogen
Epizentrum
Ursprungsort eines Erdbebens.
Erdbodenzustand
Zustand des Erdbodens, in einer meteorologischen Meldung mit 10 verschiedenen Kennzahlen verschlüsselt, z.B.2 = naß, Pfützen.
Erdrotation
Drehbewegung der Erde, die nach Osten erfolgt, vom Nordpol aus gesehen also gegen den Uhrzeigersinn.Sie hatte prägenden Charakter im Volkstum.In Schweden z.B.dreht man Zecken "gegen die Sonne" aus der Haut.
Ergänzungsstrom
Teil eines Stromringes an Küsten.Als Ergänzungsstrom bezeichnet man die küstenferne, parallel zur Küste verlaufende Meeresströmung hin zum Triftstrom.
Erwärmung
Ansteigen der Lufttemperatur mit der Zeit.
Etesien
Trockene, kühle, bis zur Sturmstärke anwachsende Winde aus Nord bis Nordwest in der Ägäis.
Euler Wind
Nach L.Euler benannter Wind, bei dem Gradientkraft und Reibungskraft keine Wirkung entfalten.
Evaporation
Verdunstung von einer freien Wasser- oder unbewachsenen Bodenfläche aus.
Evapotranspiration
Gesamtverdunstungsrate, bestehend aus Evaporation und Transpiration, d.h.Verdunstung von Flora (und Fauna).
Exosphäre
Die äußerste Schicht der Erdatmosphäre.In der Exosphäre (500 bis 1000 km) ist die mittlere freie Weglänge eines Teilchens fast unbegrenzt, d.h.Teilchen haben Seltenheitswert und stossen untereinander kaum noch Zusammen.
Extinktion
Auslöschung und Abschwächung einfallender Strahlung durch Absorption, Beugung und Brechung in einem Stoff.
F
F-Schicht
In zwei Schichten unterteilte Schicht der Atmosphäre ab einer Höhe von 140 km über der Erdoberfläche. siehe Aufbau der Atmosphäre.
Fahrenheit
Temperatureinheit. Als Fixpunkt 0°F (Grad Fahrenheit) dient die von D. Fahrenheit kälteste gemessene Temperatur einer Mischung aus Wasser, Eis und Salmiak von -17,8°C. Der zweite Fixpunkt 100°F entspricht der menschlichen Körpertemperatur von 37,8°C. Eine Temperaturänderung um 1°F entspricht also einer Änderung von 0,56°C oder 0,56 K.
Fahrt-Wellen-Diagramm
Diagramm, das den Zusammenhang zwischen Wellenhöhe, dem Einfallswinkel der Welle und derSchiffsgeschwindigkeit darstellt.
Fahrtwind
Gegenwind bei Bewegung. Zur Ermittelung des wahren Windes auf Schiffen aus der Schiffsgeschwindigkeit abzuleitende Windgeschwindigkeit. Aus Fahrtwind und scheinbarem Wind kann man den wahren Wind in einem Winddreieck auftragen.
Fallböe
Häufig als Luftloch bezeichneter abwärts gerichteter Vertikalwind, v.a. im Lee von geographischen Hindernissen.
Fallgeschwindigkeit
Die Geschwindigkeit, mit der Niederschlags- und Wolkenteilchen Richtung Erdboden fallen. Sie ist abhängig von Form, Gewicht und Größe der Teilchen und bewegt sich von 1 cm/s bei Wolkentröpfchen und bis zu 30 m/s bei Hagelkörnern.
Fallout
Radioaktiver Niederschlag, der sich auf dem Boden ablagert. In der Atmosphäre befindliche radioaktive Partikel werden nicht als Fallout bezeichnet.
Fallwind
Im Lee von Gebirgen auftretende, abwärts gerichtete Luftbewegung. Einige wirken sich regional so stark aus, daß sie eigenen Namen erhalten haben, wie z.B. Föhn, Chinook und Bora.
Fata Morgana
Luftspiegelung, bei der weit entfernte Gegenstände scheinbar in der Nähe des Beobachters auftauchen. Sie entstehen dadurch, daß die bodennahe Luft stark aufgeheizt wird und an der Grenzfläche zu der kühleren Luft oben das Licht komplett reflektiert wird.
Fehlprognose
Nicht realer Vorgang, bei dem Meteorologen angeblich nicht zutreffende Vorhersagen machen. Fehlprognosen sind angeblich sehr häufig zu beobachten. Tatsache ist jedoch, daß sie in der Natur fast nie anzutreffen sind.
Fernerkundung
Sammeln von Daten über entfernte Objekte, ohne mit diesen in Kontakt zu kommen. Wichtigstes Beispiel sind Satelliten.
Ferngewitter
In so großer Entfernung vom Beobachter stattfindendes Gewitter, daß nur das Wetterleuchten zu beobachten ist, akustische Erscheinungen (Donner) jedoch nicht bemerkbar sind.
Fernsicht
Meteorologische Bezeichnung für Sichtweiten größer als 50 km. Allgemein spricht man auch je nach Trübung der Luft von guter und schlechter Fernsicht.
Ferrel-Zelle
Zelle der mittleren Breiten. Im "Bjerknes Modell der Atmosphäre" werden die Erdhalbkugeln in je drei Zirkulationszellen unterteilt. Eine am Äquator, die "Hadley Zelle", eine Zelle der mittleren Breiten, die "Ferrel-Zelle", und eine Polarzelle. Die Zellen sind durch die Subtropen- und die Polarfront voneinander getrennt. In der Ferrel-Zelle findet nach dieser Theorie der Wärmetransport aus der Äquatorregion zu den Polgebieten hin statt.
Festeis
Im Gegensatz zu lockerem Eisbrei ist Festeis charakterisiert durch eine geschlossene Form. Beispiel: Eisschollen.
Festlandluft
Kontinental geprägte Luftmasse mit wenig Feuchte. Gegensatz: Meeresluft.
Fetch
Windwirklänge. Diejenige Strecke, die dem Wind über Wasser zur Verfügung steht, um Seegang hervorzurufen.
Feuchtadiabate
Linie, die den Zusammenhang zwischen Druckänderung und Änderung der Temperatur eines mit Wasserdampf gesättigten Luftpakets anzeigt, dem weder Wärme entzogen noch zugeführt wird. siehe Thermodynamisches Diagramm.
Feuchtadiabatisch
Bezeichnung für Prozesse, bei denen mit Wasserdampf gesättigte Luftpakete Druckänderungen unterworfen sind, z.B. bei Aufsteigen oder Absinken.
Feuchtadiabatischer Temperaturgradient
Abnahme der Temperatur bei Aufstieg oder Absinken eines mit Wasserdampf gesättigten Luftpakets. Er beträgt allgemein zwischen 0,4 und 0,6°C pro 100 m, bei sehr tiefen Temperaturen nähert er sich immer weiter dem trockenadiabatischen Temperaturgradienten an, da kalte Luft weniger Wasserdampf enthalten kann als wärmere Luft.
Feuchte
Wasser- oder Wasserdampfgehalt der Luft, aber auch anderer Stoffe, bes. Gase.
Feuchtindifferent
Bestimmte Art der Schichtung der Luft. Von feuchtindifferent geschichteter Luft spricht man, wenn die Temperaturabnahme dem feuchtadiabatischen Temperaturgradienten entspricht.
Feuchtlabil
Von feuchtlabil geschichteter Luft spricht man, wenn die Temperaturabnahme mit der Höhe größer ist als der feuchtadiabatische Temperaturgradient. Ein Luftquantum, das feuchtadiabatisch aufsteigt, würde also weiter steigen, da seine Temperatur immer höher wäre als die der Umgebungsluft.
Feuchtstabil
Von feuchtstabil geschichteter Luft spricht man, wenn die Temperaturabnahme mit der Höhe kleiner ist als der feuchtadiabatische Temperaturgradient. Ein feuchtadiabatisch aufsteigendes Luftpaket käme also in ein Gebiet höherer Temperatur und würde nicht weiter aufsteigen.
Feuchtthermometer
Thermometer, dessen Meßfühler feucht gehalten wird. Durch die entzogene Verdunstungswärme mißt ein Feuchtthermometer eine niedrigere Temperatur als ein Trockenthermometer. siehe Psychrometer.
Fibratus
Vereinzelte Wolken oder ein dünner Wolkenschleier, die aus fast gradlinig oder auch mehr oder weniger unregelmäßig gekrümmten Fasern bestehen, die jedoch nicht Haken- oder büschelförmig enden. fibratus (lat.) = von fibratus - faserig, mit Fasern oder Fäden versehen
Firn
In die Jahre gekommener Altschnee, der von der Oberfläche her angetaut und wieder gefroren ist.
Fixpunkt
Festgehaltene und jederzeit nachvollziehbare Orientierungspunkte, u.a. zur Temperaturbestimmung. siehe Celsius, Fahrenheit.
Flaute
Windstille
Flautenfront
Vorübergehendes Abflauen des Windes, das gelegentlich nach Durchzug einer Kaltfront auftritt.
Floccus
Eine Wolkenart, bei der jede Einzelwolke wie ein kleiner cumulus-förmiger Bausch aussieht, dessen unterer Teil mehr oder weniger ausgefranst ist, wobei häfig Virga-Bildung auftritt. Diese Bezeichnung wird bei Cirrus, Cirrocumulus und Altocumulus angewendet.
Flugwetterkunde
Auch Flugmeteorologie. Teilgebiet der meteorologie, das sich mit den Auswirkungen des Wetters auf die Luftfahrt befaßt. siehe Meteorologie.
Flußeis
In Fließgewässern auftretendes Ei
Flußrauch
siehe Seerauch.
Flächenblitz
An der Wolkenuntergrenze auftretende Spiegelung eines Blitzes, sodaß die gesamte Wolkenuntergrenze "leuchtet".
Flügelradanemometer
Windmesser, ähnlich bunten Kinderwindrädern oder den Windrädern zum Wasserpumpenbetrieb. Meteorologisch ist es kaum in Gebrauch, hier werden v.a. Schalenkreuzanemometer verwendet.
Flüssigkeitsbarometer
Die Mutter aller Druckmeßgeräte. Dabei wird die Wirkung des Luftdrucks auf eine in einem Röhrchen befindliche Flüssigkeit ausgenutzt. Mit Änderung des Luftdrucks ändert sich die Höhe der Flüssigkeitssäule, das Ergebnis kann man direkt ablesen, muß allerdings noch Korrekturfaktoren beachten, die von der jeweiligen Temperatur abhängen.
Flüssigkeitsthermometer
Die Mutter aller Thermometer. Mit Änderung der Temperatur ändert sich auch das Volumen von Flüssigkeiten. Diese Volumenausdehnung kann man in einem Glasröhrchen direkt ablesen. Je nach Temperaturbereich wählt man verschiedene Flüssigkeiten.
Fournier-Regel
Faustregel zur Bestimmung der Zugbahn eines tropischen Wirbelsturms.
Fractus
Wolken in Form unregelmäßiger Fetzen von deutlich zerrissenem Aussehen. Diese Bezeichnung wird nur bei Stratus und Cumulus angewendet.
Freie Atmosphäre
Die gesamte Lufthülle der Erde ab einer Höhe von ca. 1000 m. Die darunter liegende atmosphärische Grenzschicht ist im Gegensatz zur freien Atmosphäre noch Reibungseffekten des Erdbodens ausgesetzt.
Freier Föhn
Außerhalb von Gebirgsregionen auftretendes, föhnähnliches Absinken der Luft. Allgemeine Bezeichnung für abgleitende Luft.
Front
Grenzbereich zwischen Luftmassen unterschiedlichen Charakters. Je nach Bewegungsrichtung bezeichnet man die Front als - Warmfront, wenn warme Luft gegen kühlere Luft geführt wird, - als Kaltfront, wenn kalte Luft gegen wärmere geführt wird, als Okklusion oder Mischfront, wenn Warm- und Kaltfront zusammenfallen. Fronten sind keine klar abgegrenzten Flächen, sondern sie stellen einen Übergangsbereich mit nicht geringer Dicke dar, sollten also eher als Übergangszone verstanden werden.
Frontalnebel
Vor Warmfronten auftretender, meist schmales Nebelgebiet.
Frontenneigung
Winkel zwischen dem Erdboden und der Frontfläche. Kaltfronten sind steiler geneigt als Warmfronten.
Frontensystem
Zu einem Tiefdruckgebiet gehörende Warm- und Kaltfront, bei alternden Tiefdruckgebieten auch noch mit einer Okklusion, da wo Warm- und Kaltfront zusammenfallen.
Frontgewitter
Gewitter, bei dem die notwendige Hebung der Luft durch Aufgleiten an Kaltfronten entsteht. Im Winter ist das Frontgewitter fast die einzig mögliche Gewitterform, es kommt meist zu einer ausgedehnten Gewitterlinie.
Frontogenese
Entstehung einer Frontalzone durch Aufeinandertreffen von verschiedenen Luftmassen.
Frontolyse
Auflösung und Zerfall einer Front, wenn sich die Gegensätze zwischen den getrennten Luftmassen verringern.
Frost
Von Frost spricht man bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt des Wassers, d.h. bei 0°C, 32°F oder 273 K.
Frostgraupel
Dem Hagel ähnliche Niederschlagsform, bei dem sich unterkühlte Wassertröpfchen an Eisteilchen anlagern und bei genügendem Gewicht und Größe zur Erde fällt.
Frostklima
Teil der Klimaeinteilung, der die Bereiche bezeichnet, in denen die Mitteltemperatur ganzjährig unter dem Gefrierpunkt liegt. Nur Polargebiete.
Frostschutz
Alle Mittel zur Vermeidung von Frostschäden, auch probater Süßstoff für verschiedene Weine.
Fujiwhara-Effekt
Vorgang, der die gegenseitige Beeinflußung zweier Wirbelstürme beschreibt. Befinden sich zwei Wirbelstürme in relativer Nähe zueinander, dann kreisen sie um den gemeinsamen Schwerpunkt, der sich verlagert. Die Kombination dieser Bewegungen ergibt die Zugbahnen der Wirbel.
Föhn
Ursprünglich warmer, trockener Fallwind auf der Alpennordseite. Inzwischen wird dieser Effekt auch in anderen Gebirgen als Föhn bezeichnet, wenn er dort keinen eigenen Namen hat, z.B. in deutschen Mittelgebirgen.
Föhnfische
Bei Föhn häufig zu beobachtende Lenticularis-Wolken mit linsenförmigem Aussehen, die parallel zum Gebirgskamm angeordnet sind und ihre Lage nur wenig verändern.
Föhnmauer
Bei Föhnwetterlagen über dem Kamm auftetende Wolkenbank, die durch den Stau auf der Luv-Seite des Gebirges entsteht.
Fühlbare Wärme
Die Meteorologie unterscheidet zwischen zwei Arten von Wärme. Die erste ist die sogenannte fühlbare Wärme, die mit einem Thermometer gemessen werden kann. Die zweite ist die sogenannte latente Wärme, d.h. die im Wasserdampf enthaltenen Energie, die zum Verdampfen des flüssigen Wassers benötigt wurde.
Fühltemperatur
Die Fühltemperatur, auch Windchilltemperatur (eng.) genannt, beschreibt die Temperatur, die man an der Hautoberfläche wahrnimmt. Sie wird beeinflußt von der wahren Lufttemperatur, dem Wind und der Luftfeuchte, wobei es auch Formeln ohne die Luftfeuchte gibt. Macht man den Versuch, bei windigem Wetter den befeuchteten Finger in die Luft zu halten, wird man feststellen, dass sich dieser kühler anfühlt, als die anderen. Diesen Temperaturunterschied nennt man auch "psychrometrische Differenz" oder Auskühlung durch Verdunstung. Die Formel lautet: 33+(t-33)*(0,478+0,237*(WURZEL(ff*3,6)-0,0124*ff*3,6), t - Lufttemperatur in Grad celsius, ff - Windgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde. Bei 5 °C und 7 m/s (25,2 km/h) beträgt die gefühlte Temperatur minus 11,7 °C.
G
H
Haarhygrometer
Feuchtemeßgerät, bei dem der Meßfühler aus einem Bündel Haare besteht. Haare dehnen sich bei Feuchteaufnahme aus, bei Feuchteverlust ziehen sie sich zusammen. Besonders geeignet zur Verwendung als Hygrometer sind blonde Frauenhaare, da diese besonders fein sind. Vergessen Sie nicht, Ihre Haare vor dem Abschneiden zu waschen, denn zu hoher Fettgehalt verfälscht die Meßwerte erheblich.
Haboob
Heisser, kräftiger bis stürmischer Wind aus Nord im Sommer im Sudan.
Hadley-Zelle
Äquatornächste Zelle im "Bjerknes Modell der Atmosphäre". Die Hadley-Zelle ist ein Beispiel für eine thermisch direkt betriebene Zirkulation, in der Warmluft am Äquator aufsteigt und Richtung Ferrel-Zelle absinkt.
Hagel
Fester Niederschlag, aus Eiskugeln oder Eisklumpen bestehend, die einen Durchmesser von bis zu 10 cm und ein Gewicht bis zu mehreren Kg erreichen können. Sie entstehen durch mehrmaliges Auf- und Absteigen innerhalb einer Gewitterwolke. Es lagert sich an dem Hagelembryo immer mehr Wasser und Eis an, bis der Hagelklumpen zu schwer wird und ausfällt. Durch sein Gewicht und damit durch seine Geschwindigkeit richtet Hagel zuweilen schwere Schäden, v.a. für die Landwirtschaft, an.
Halbtägige
Hoch und Niedrigwasser treten zweimal täglich auf und haben jeweils in etwa die gleiche Höhe.siehe Gezeitenform.
Halo
Optische Erscheinung, die durch zweimalige Brechung der einfallenden solaren Strahlung an Eiskristallen entsteht. Voraussetzung ist die zumindest teilweise Bedeckung mit hohen Eiswolken. Zu beobachten sind farbige Ringe um Sonne und Mond.
Handanemometer
Transportables Windmeßgerät. siehe Schalensternanemometer.
Hangnebel
Nebel- bzw. Wolkenbildung am Hang. Dabei tritt ab dem Kondensationsniveau Wolkenbildung ein, wenn an Bergen hangaufwärts gerichteter Wind feuchte Luft nach oben transportiert und sich diese dabei abkühlt.
Hangwind
Windsystem bei austauscharmen Wetterlagen. Tagsüber ensteht hangaufwärts gerichteter Wind, da sich bei intensiver Sonneneinstrahlung die bodennahe Luft am Hang schneller erwärmt als die bodenferne Luft in gleicher Höhe. Nachts kehrt sich diese Zirkulation um, es entsteht der talwärts gerichtete Hangabwind.
Harmatan
Heisser, trockener Nordostwind in Nordwestafrika.
Harsch
Bezeichnung für eine Schneeart, die durch mehrmaliges Schmelzen und Gefrieren hart geworden ist.
Haufenwolke
Quellwolke mit haufenförmigem Aussehen, teilweise wie Wattebäusche. Cumulus.
Hauptdruckfläche
Bei Radiosondenaufstiegen standardmässig festgelegte Druckflächen, auf denen jeweils Geopotential, Temperatur, Taupunktstemperatur und die Windgeschwindigkeit gemessen und gemeldet werden. Die Ergebnisse dieser Meldungen werden in Höhenwetterkarten dargestellt.
Haupttermin
Die Termine, an denen alle Wetterstationen mindestens Wetterbeobachtungen machen müssen. Haupttermine sind nach internationaler Konvention: 06,12,18,00 Uhr UTC,d.h.Greenwich-Zeit.
Heaviside-Schicht
Alternative, ältere Bezeichnung für die Ionosphäre.
Hebungskondensationsniveau
Die Höhe, bei der bei erzwungener Hebung an Fronten oder geographischen Hindernissen Wolkenbildung einsetzt. Das Hebungskondensationsniveau liegt tiefer als das Cumulus-Kondensationsniveau.
Heiter
Von heiterem Wetter spricht man, wenn weniger als 1/4 des Himmels mit Wolken bedeckt sind.
Heiztag
Tag, an dem die Temperatur im Mittel niedriger als 15°C ist, insbesonders in der "Heizperiode" zwischen dem 1.September und dem 31.Mai, aber auch in der Restzeit des Jahres.
Hektopascal
In der Meteorologie übliche Einheit des Drucks. Ein Hektopascal entspricht einem Millibar.
Hellmann-Niederschlagsmesser
Die Mutter aller Niederschlagsmesser. Er besteht aus einem nach oben offenen Zylinder mit einer Auffangfläche von 200 Quadratzentimetern und einer Sammeldose, an der die tägliche Niederschlagsmenge abgelesen werden kann.
Herbst
Übergangszeit zwischen Sommer und Winter.
Heterogene Atmoshäre
Realer Zustand der Atmosphäre, in dem sich alle Größen, Temperatur, Feuchte, Druck und Dichte, mit der Höhe verändern.
Heterosphäre
Bezeichnung für die obere Atmosphäre ab ca. 100 km Höhe über dem Erdboden. Der untere Teil dieser Zweiteilung, in der die chemische Zusammensetzung der Luft maßgeblich ist, wird Homosphäre genannt.
Himmelsstrahlung
Die gesamte auf die Erde auftreffende Strahlung minus solare Strahlung ( ohne Sonnenschein Tageslicht). Übrig bleiben die kurzwelligen und langwelligen Strahlungsanteile, die von der Atmosphäre entweder reflektiert oder abgestrahlt werden.Einheit Joule pro Quadratmeter . Wenn die Strahlung der Sonne hinzukommt, spricht man von Globalstrahlung. Ist die Differenz Globalstrahlung - Himmelsstrahlung > 0, dann scheint die Sonne.
Hitzdrahtanemometer
Windmeßgerät, bei dem beheizte Drähte durch den Wind abgekühlt werden. Je kühler der Draht wird, desto höher ist sein elektrischer Widerstand. Wird dieser gemessen, so erhält man ein Mittel zur Windstärkebestimmung. Das Hitzdrahtanemometer ist jedoch nur für geringe Windstärken geeignet.
Hochdruckbrücke
Verbindung zweier räumlich getrennter Hochdruckgebiete. Auch in,der Verbindung muß der Druck dabei höher sein als in der Umgebung.
Hochdruckgebiet
Gebiet, in dem der Luftdruck höher ist als in seiner Umgebung. Der höchste Druck kommt in seinem Zentrum vor. Ein Hochdruckgebiet ist i.a. windärmer als ein Tiefdruckgebiet. Der Wind weht am Boden vom Hochdruckzentrum weg, es liegt eine divergente Strömung vor. Es existieren grob zwei Arten von Hochdruckgebieten. Im kalten Hoch ist der hohe Druck am Boden nicht sehr hochreichend, darüber befindet sich ein Tiefdruckgebiet. Ein warmes Hoch ist dagegen ein hochreichendes Druckgebilde.
Hochdruckkeil
Aus einem Hochdruckgebiet herausführendes Gebiet mit höherem Druck als in der Umgebung. In einem Hochdruckkeil existiert kein Zentrum, der höchste Druck liegt entlang einer Linie, der Keilachse vor, die zum Zentrum des Hochdruckgebiets hin zeigt.
Hochnebel
Unterhalb einer Inversionsschicht, wo Luft nicht weiter aufsteigt, durch Abkühlung feuchter Luft entstehender Nebel. Andere Bezeichnung: Stratus. Hochnebel ist dadurch gekennzeichnet, daß er eine relativ scharfe Obergrenze besitzt, über der es, z.B. im Gebirge, strahlend schön sein kann.
Hochwasserlage
Wetterlage, bei der es zu Hochwasser kommen kann oder schon gekommen ist. Meistens nach starken Regenfällen, der Schneeschmelze oder beidem.
Hodogramm
Diagramm, in das der Wind in verschiedenen Höhenschichten eingetragen wird. Mittels eines solchen Hodogramms kann man z.B. die Advektionsverhältnisse feststellen.
Hof
Durch Beugung der Lichtstrahlen an Wassertropfen entstehende optische Erscheinung in Form eines hellblauen Kreises um Sonne oder Mond.
Hohe Wolken
Eiswolken in Höhen ab 6000 m. Sie sind immer mit dem Namen Cirro-... versehen und bestehen aus Eiskristallen, nicht aus Wassertropfen. siehe Wolkenklassifikation.
Homogene Atmosphäre
Irreales Bild der Atmosphäre, in der die Luftdichte in allen Höhen die gleiche ist. In der Natur liegt zwar immer eine heterogene Atmosphäre vor, zu Modellberechnungen ist die homogene Atmosphäre jedoch teilweise sehr vorteilhaft.
Homosphäre
Der untere Teil der zweigeteilten Atmosphäre, bis ca. 100 km Höhe. Darüber liegt die Heteosphäre. Bei dieser Einteilung der Atmosphäre in zwei Schichten ist nur die chemische Zusammensetzung maßgeblich.
Horizontaler
siehe Temperaturgradient.
Horizontalsicht
Die Sichtweite am Boden. Unterschieden werden dabei die horizontale Sichtweite und die Ceiling, die vertikale Sichtweite bis zur ersten flächigen Wolkenuntergrenze.
Humid
Von humid = feucht abgeleitete Bezeichnung für Gebiete, in denen die jährliche Verdunstungsrate kleiner ist als die empfangenen Niederschlagsmenge. Gegenteil von "arid".
Humilis
Cumulus-Wolken von nur geringer vertikaler Ausdehnung, die im allgemeinen abgeflacht aussehen.
Hundertjähriger
Sammlung von Wetterregeln. Von 1652 bis 1658 von Abt Knauer erstellte Regeln, die den Zusammenhang der Planetenbewegungen und der Wetterereignisse darstellen sollte. Später ist das Werk von C. Hellwig durch Zusätze ergänzt, aus dem Zusammenhang gerissen und als Vorhersagewerk veröffentlicht worden. Der später erfundene Anspruch, das Wetter wiederhole sich in 100-Jahres-Intervallen, ist völlig absurd. Der Hundertjährige Kalender hat noch nicht einmal etwas mit Bauernregel gemein, die regional durchaus Bedeutung haben können.
Hundstage
Häufig auftretende Hitzeperiode in der Zeit vom 23. Juli bis 23. August. Meist werden die heißesten Tage des Jahres in Europa in dieser Zeitspanne verzeichnet.
Hurrican
Tropischer Wirbelsturm mit Entstehungsgebiet Karibik und Golf von Mexico.
Hydrodynamik
Wissenschaft, die sich mit den physikalischen Eigenschaften, besonders dem Strömungsverhalten, von Flüssigkeiten beschäftigt. In der Meteorologie werden hydrodynamische Ansätze teilweise auch für atmosphärische Zustande in speziellen Näherungen verwendet, wie z.B. die "Hydrodynamische Bewegungsgleichung" für atmosphärische Bewegungen.
Hydrographie
Teilgebiet der Geographie, das sich mit den Erscheinungsformen des Wassers auf der Erde beschäftigt.
Hydrometeorologie
Teilgebiet der Meteorologie, das sich mit dem Wasser und seinen Wechselwirkungen beschäftigt.
Hydrometeorologische Navigation
Die Nutzung aller hydrometeorologischen Einflüsse auf die Schiffsführung.
Hydrometeorologische Schiffsführung
Einbeziehung aller hydrometeorologischen Faktoren zur Navigation und Sicherheit eines Seefahrzeugs.
Hydrometeorologisches Gefahrengebiet
siehe Gefahrengebiet.
Hydrosphäre
Die gesamte Wasserhülle der Erde, bestehend aus Grundwasser, Seen, Ozeanen und allem abgelagertem Eis.
Hydrostatische
Formel, die die Abnahme des Druckes als Funktion der Dichte beschreibt.
Hydrostatischer Druck
Der allein von ihrem Gewicht ausgeübte Druck einer Luftsäule auf eine Flächeneinheit. Er wird statisch genannt, weil in der Modellvorstellung keine Luftbewegung stattfindet.
Hygrometer
Gerät zur Messung der Luftfeuchtigkeit. Hygrometer gibt es in allen möglichen Ausführungen, die auf verschiedenen Messprinzipien beruhen. Das Haarhygrometer nutzt die Längenausdehnung eines Haares bei Feuchtigkeitszunahme, das Psychrometer nutzt die Temperaturerniedrigung bei feucht gehaltenem Messfühler eines Thermometers. In vielen kaufhausüblichen Komplettwetterhäuschen sind Hygrometer eingebaut, die die Feuchte der Luft nur qualitativ, nicht quantitativ angeben können. Sie werden nicht Hygrometer, sondern Hygroskop genannt.
Hygroskopische
Substanzen, die stark mit Salzen angereichert sind, v.a. Gischttropfen. Sie dienen, in der Atmosphäre hinreichend hoch aufgewirbelt, als Kondensationskerne, die zur Wolkenbildung nötig sind.
Hypsometrische Temperaturabnahme
Die Abnahme der Temperatur von kochenden Flüssigkeiten mit der Höhe. Bei einem Normaldruck am Boden von 1013 hPa beträgt z.B. der Siedepunkt von Wasser 100°C. In 5500 m über dem Meer, bei ca. 500 hPa Druck, liegt der Siedepunkt bei nur noch ca. 86°C. Eins der dabei auftretenden Probleme ist, daß nicht mehr alle Bakterien abgetötet werden, man Wasser ab einer gewissen Höhe also nicht mehr abkochen kann.
Höhenfront
Front, an der die Gegensätze zwischen den verschiedenen Luftmassen nur in der Höhe, nicht aber am Boden, zu beobachten sind.
Höheninversion
Plötzliches Wiederansteigen der Temperatur in Höhen über 1000 m. Darunter spricht man einfach von "Inversion".
Höhenströmung
Die Luftströmung in der freien Atmosphäre, d.h. ungestört von Reibungs- und Temperatureffekten des Erdbodens. Höhenströmungen werden im Wetterdienst in Höhenwetterkarten dargestellt, die von verschiedenen Hauptdruckflächen angefertigt werden. Ein wichtiges Beispiel für Höhenströmungen sind die "Jets" oder "Strahlströme".
Höhenwetterkarte
Wetterkarten verschiedener Hauptdruckflächen, in die die Daten der aerologischen Messungen (Radiosondenaufstiege) eingetragen werden. Standarddaten sind: Geopotentielle Höhe der Druckfläche, Temperatur, Taupunktstemperatur und Wind.
Höhenwind
Die gerichtete Luftbewegung in der freien Atmosphäre, d.h. oberhalb von ca. 1000 m, ungestört durch Reibungseffekte am Erdboden.
Höllentäler
Trockener, warmer Ostwind im Höllental im Südwesten Deutschlands im Winter und im Frühjahr.
I
ICAO-Standardatmosphäre
siehe Standardatmosphäre.
ITC
Abkürzung für die "Innertropische Konvergenz".
Idealzyklone
Idealisierter Ablauf von Entstehung und Zerfall von Tiefdruckgebieten in mittleren Breiten. Dabei bildet sich ein Tiefdruckgebiet mit zugehöriger Warm- und Kaltfront. Warmluft wird nach Norden transportiert, Kaltluft nach Süden. Die schnellere Kaltfront holt dabei die Warmfront ein, es entsteht eine Okklusion. Nach und nach zerfällt das System, es stellt sich wieder ein stationärer Zustand ein mit Kaltluft im Norden und Warmluft im Süden. Nach einer gewissen Zeitspanne beginnt der Prozess wieder. Dieser Ablauf ist eine idealisierte Vorstellung des meridionalen Warmlufttransports.
Imission
folgt noch
Impulswellen
Allgemeine Bezeichnung für die durch unterseeische Erdbeben entstehenden Großwellen. Andere, bekanntere Bezeichnung: Tsuinamis (Mehrzahl).
Incus
Der obere Teil einer Cumulunimbus-Wolke, der sich in Form eines Ambosses mit glatten, faserigen oder gestreiften Aussehen ausgebreitet hat.
Indian Summer
Nordamerikanisches Gegenstück zum europäischen Altweibersommer.
Industrieschnee
Direkte Wetterbeeinflussung durch den Menschen. Bei einer ausgeprägten Inversionswetterlage und Hochnebel entstehender Schneefall bei einigen Industriegebieten mit reichlichen Emissionen.
Inflow
Allgemeiner Begriff für Regionen mit einströmender Luftbewegung. Besondere Bedeutung hat der Inflow bei tropischen Wirbelstürmen, da die Region des größten Einströmens fast mit dem "gefährlichen Viertel" zusammenfällt, ein Navigieren aus dem Gefahrengebiet also erschwert.
Infrarot
An den langwelligen, roten Anteil des sichtbaren Lichts anschliessender Bereich mit Wellenlängen zwischen 0,8 Mikrometer und 1 Millimeter. Man unterscheidet noch das nahe und das ferne Infrarot, je nach Differenz der Wellenlängen zu denen des sichtbaren Lichts. Nahes Infrarot geht von 0,8 bis 3,5 Mikrometer, fernes von 3,5 Mikrometer bis 1 Millimeter.
Infrarotthermometer
Gerät zur Temperaturmessung, bei dem das IR-Thermometer vom zu messenden Stoff weit entfernt sein kann. Das Gerät mißt die vom Stoff ausgesandte Wärmestrahlung. Als Radiometer sind sie die üblichen Meßgeräte in der Satellitenausstattung.
Innere
Der Wärmeinhalt eines Luftpakets. Man kann die innere Energie nicht ganz korrekt mit thermischer Energie übersetzen.
Innertropische
Zwischen dem nördlichen und südlichen Passatgürtel liegende Zone mit zusammenströmender Luftbewegung. Durch das Zusammenströmen der Passatluft entsteht eine weiträumiges Aufsteigen der Luft, damit zur Wolkenbildung. Die innertropische Konvergenz stimmt nicht mit dem Äquator überein, sie verlagert sich mit dem Sonnenstand nach Süden und Norden und hat ihre größte Ausdehnung vom Äquator weg über ausgedehnten Landgebieten. Übliche Abkürzung: ITC.
Inselklima
Durch das umgebende Meer geprägtes Klima, also seltene Temperaturextreme, windreich und mit ausreichender Feuchtigkeit.
Instabilität
Neigung eines Stoffes oder einer Situation, sich durch nur kleine Anstösse aus seiner Ursprungslage zu entfernen. siehe Gleichgewicht.
Interferenzwelle
Welle, die durch Überlagerung mehrerer Ursprungswellen entsteht. Für die Schifffahrt ist v.a. deren Ausbreitungsrichtung von Bedeutung.
Intortus
Cirrus, dessen Fäden sehr unregelmäßig gekrümmt und häufig scheinbar regellos miteinander verflochten sind.
Inversion
Umkehr des Temperaturverlaufs. In der Meteorologie ist damit ein Wiederansteigen der Temperatur mit der Höhe gemeint. Auch die Höhe dieser Schicht wird Inversion genannt. Sie dient als Sperrschicht, die ein Aufsteigen der Luft verhindern, da sie erheblich stabilisierend wirken. Darunter können turbulente Vorgänge herrschen. siehe Inversionsnebel.
Inversionsnebel
Unter einer Inversion entstehender Nebel. Die Nebelbildung erfolgt durch Abkühlung der Luft unter der Inversion, bis die Luft die in ihr enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr aufnehmen kann, also bis die Taupunktstemperatur erreicht ist. siehe Hochnebel, Stratus.
Inversionswetter
Wetterlage, bei der in der aktuellen Schichtung der Luft eine ausgeprägte Inversion in einer bestimmten Schicht vorliegt.Paradebeispiel hierfür ist ein Hochdruckgebiet in Herbst oder Winter, in dem es bevorzugt zu "Hochnebel" kommt.
Ionosphäre
Die Schicht der Atmosphäre ab etwa 100 km Höhe. In ihr ist der Anteil an ionisierten Partikeln sehr groß, daher der Name.
Isallobaren
Linien gleicher Druckänderung. Durch sie sind in meteorologischen Karten die Orte gleicher Luftdruckänderung verbunden.
Isobaren
Linien gleichen Luftdrucks. Sie verbinden auf meteorologischen Karten die Orte, an denen der gleiche Luftdruck herrscht.
Isochoren
Linien gleichen Volumens. Durch sie sind in Diagrammen Prozesse ohne Volumenänderung gekennzeichnet.
Isohypsen
Fläche gleichen Geopotentials. Durch sie werden alle Höhenpunkte verbunden, zu deren Erreichen die gleiche Arbeit aufgewendet werden mußte.
Isoplethen
Oberbegriff für: Linie gleicher ..... ! Isoplethen stellen Linien dar, auf denen eine Größe immer den gleichen Wert hat.
Isotachen
Linien gleicher Windgeschwindigkeit. Durch sie sind in meteorologischen Karten die Orte verbunden, an denen die gleicheWindgeschwindigkeit herrscht.
Isotherme
Idealisierte Atmosphäre, in der in allen Höhen die gleiche Temperatur herrscht. Beschäftigt man sich in Modellrechnungen mit nur kleinen Höhenänderungen, so kann man gegebenenfalls Isothermie annehmen.
Isotherme Schicht
Schicht in der Atmosphäre, in der die Temperatur höhenkonstant ist. Beispiel hierfür ist die Tropopause, die die Troposphäre von den anderen Schichten trennt. In der Tropopause herrscht Isothermie. Im Gegensatz zur isothermen Atmosphäre, die nicht existiert, gibt es also isotherme Schichten.
Isothermen
Linien gleicher Lufttemperatur. Durch sie werden in meteorologischen Karten die Orte gleicher Lufttemperatur verbunden, bzw. in thermodynamischen Diagrammen die Prozesse gekennzeichnet, die ohne Temperaturänderung ablaufen.
J
Jahr
Die Zeitspanne, in der ein Planet einmal seine Bahn um die Sonne vollendet hat. Das Jahr ist für jeden Himmelskörper unterschiedlich, auf der Erde beträgt es 365,25 Tage.
Jahresgang
Der Verlauf einer meteorologischen Messgröße während eines Jahres.
Jahreszeiten
Meteorologisch existieren nur 2 Jahreszeiten, Sommer und Winter. Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse gegenüber ihrer Bahn um die Sonne. Im Nordsommer ist der Höchststand der Sonne über der Nordhalbkugel gegeben, auf der Südhalbkugel herrscht Winter. Im Nordwinter ist über der Nordhalbkugel der Tiefststand der Sonne erreicht, auf der Südhalbkugel ist Sommer. Zu Sommer und Winter kommen noch die Übergangszeiten Frühling und Herbst hinzu.
Jahrhunderthochwasser
Hochwasser mit entweder den größten Folgen oder dem höchsten Wasserstand, der in dem aktuellen Jahrhundert gemessen wurde.
Jahrhundertsommer
Allgemein gebräuchliche Bezeichnung für im Vergleich zu trockene und heisse Sommer.
Jet
Starkwindbänder in der freien Atmosphäre. siehe Strahlstrom.
Joule
Physikalische Einheit der Energie und der Arbeit. Auch in der Wärmemenge gebräuchliche Einheit, wobei 1 J ca.0,24 Kalorien entspricht.
Junge-Layer
In etwa 20 bis 25 Kilometer Höhe liegende Schicht der Atmosphäre, die mit sehr leichten Aerosolen angereichert ist, die durch ihr mangelndes Gewicht sehr lange in ihr verbleiben.
K
KO-Index
Durch Höhenmessungen erlangte Werte der Temperatur und Taupunktstemperatur werden zum KO-Index verrechnet, der ein Maß für die konvektive Labilität darstellt. Er ist somit ein wichtiges Hilfsmittel zur Vorhersage von Gewittern. Neben dem KO-Index existieren auch noch andere Gewitterindices. Jeder ist besonderen Situationen oder Regionen angepaßt.
Kalibrierung
Vorgang, mit dem man die Ungenauigkeit eines Messgerätes feststellen kann. Im Gegensatz zum Eichen vergleicht man hier nur die vom Gerät angezeigten Werte mit bekannten Größen. Das Kalibrieren ist ein billigeres Verfahren, genaue Messergebnisse zu erzielen, oder es wird angewendet, wenn ein Eichen nicht möglich ist, etwa bei Satellitensensoren.
Kalmengebiet
Gebiet, in dem weitgehend Windstille herrscht. Es existieren ausgedehnte Kalmengebiete, etwa um den Äquator innerhalb der Konvergenz, die schon sehr lange bekannt sind, da sie früher für Segelschiffe gefährlich werden konnten.
Kalorie
Früher in der Physik, heute in der Diätlehre verwendete Einheit für Wärmeenergie. Der aktuelle Begriff ist das "Joule".
Kaltes Hochdruckgebiet
Hochdruckgebiet, das durch die Auskühlung der Luft am Boden gekennzeichnet ist. Es hat nur eine geringe Höhe, darüber ist meist ein Höhentief gelagert.
Kaltfront
Front, in der kalte Luft gegen die warme Luft bewegt ist. Kaltfronten sind im Höhenverlauf steiler als Warmfronten, sie bewegen sich schneller voran. Zwei Arten von Kaltfronten unterschieden: Die Anafront, bei der die Kaltluft unter die vorherrschende Warmluft geschoben wird, und die Katafront, bei der trotz vorrückender Kaltluft am Boden die Warmluft darüber auf der Kaltluft abgleitet.
Kaltfrontgewitter
siehe Frontgewitter.
Kaltfrontokklusion
siehe Okklusion.
Kaltlufteinbruch
Advektion kalter Luftmassen und damit verbundene, plötzliche Abnahme der Lufttemperatur. Ein Beispiel für Kaltlufteinbrüche ist z.B. der "Blizzard".
Kaltluftsee
Anlagerung von Kaltluft, v.a. in Tälern, die nur schwer von herangeführter Warmluft verdrängt werden kann.
Kaltlufttropfen
Ansammlung von Kaltluft in der Höhe, die am Boden gar nicht oder nur durch ein schwach ausgebildetes Tief zu erkennen ist. In Höhenwetterkarten sind Kaltlufttropfen jedoch gut zu erkennen, meist sind sie sehr hartnäckig und lösen sich nur zögerlich auf.
Katafront
siehe Kaltfront
Kelvin
Dies ist die neue Maßeinheit für die absolute Temperatur. Nach William Thomson, dem späteren Lord Kelvin, benannte Temperaturskala. Die Gradabstände entsprechen denen der Celsius-Skala (eigentlich umgekehrt),0 K (Kelvin) ist die Temperatur, bei der sich kein Teilchen mehr bewegt. Sie wird benutzt, um Temperaturdifferenzen (Abweichungen) darzustellen und löst damit dort das Grad Celsius (°C) ab. Zur Temperaturmessung bleibt aber das °C erhalten. Die Umrechnung ist linear. So sind 0 °C = 273,15 K und 100°C = 373,15 K.Achtung: Es heißt nur Kelvin, nicht Grad Kelvin.
Kimmsicht
Faustregel zur Bestimmung der Sichtweite auf See, d.h. ohne entfernungsmässig bestimmte Fixpunkte. Dabei wird die Kimm, d.h. die Trennlinie Wasser-Himmel angeschaut. Ist sie klar erkennbar, so ist die Sicht größer als 5 Seemeilen, ist sie verwaschen, so ist die Sichtweite geringer.
Kinetische Energie
Bewegungsenergie. Anteil der Gesamtenergie, die sich aus Bewegungsenergie, potentieller und Wärmeenergie zusammensetzt.
Kleintromben
Westentaschentornado, der nur eine Lebensdauer von wenigen Minuten und eine Höhe unter 100 m hat.
Klima
Durch den durchschnittlichen Witterungsablauf während einiger Jahre charakterisierter, allgemeiner Zustand der Atmosphäre an einem Ort.
Klimaroute
Durch den allgemeinen klimatischen Zustand der Atmosphäre und seiner jahreszeitlichen Veränderlichkeit bevorzugter Fahrtweg für Seefahrzeuge zu bestimmten Jahreszeiten.
Klimatologie
Zweig der Meteorologie, der sich mit der Erforschung des Klimas und seinen Veränderungen beschäftigt.
Klimaveränderungen
Veränderung des klimatologischen Zustandes der Atmosphäre und damit auch Veränderung des allgemeinen Lebensraums, da sich die Auswirkungen einer Klimaveränderung auf das Klima selbst (Lawineneffekt) und auf die Erde insgesamt nicht abschätzen lassen. Das Klima der Erde verändert sich naturgegeben ständig, die menschliche (antropogene) Veränderung des Klimas kommt zu dieser natürlichen Veränderung hinzu.
Klimazonen
Weiträumige Regionen, in denen das gleiche Klima vorherrscht.
Knoten
Einheit für Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit in Knoten ist der Quotient aus Seemeilen pro Stunde. Die Einheit wird nur noch für Seefahrzeuge und Windgeschwindigkeiten benutzt, jedoch immer weiter von m/s verdrängt.
Koagulation
Anwachsen der großen Wassertropfen in Wolken auf Kosten der kleinen. Dabei sammeln die großen Tropfen durch ihre größere Fallgeschwindigkeit die kleinen Tröpfchen ein.
Koaleszenz
Zusammenfliessen von Wassertröpfchen bei gegenseitiger Berührung. Auch hierbei ist es wie im richtigen Leben, die großen Tropfen entstehen auf Kosten der kleineren.
Kondensation
Durch Abkühlung erfolgende Verflüssigung von Gasen und Dämpfen. Gegenteil von "Verdampfen". Die Kondensation von Wasserdampf in der Atmosphäre erfolgt ab einer Wasserdampfsättigung von 100%.
Kondensationskerne
In der Luft schwebende, kleinste Partikel, an denen schon bei einer Wasserdampfsättigung der Luft von weniger als 100%, meist schon bei 80%, Kondensation stattfindet. Die wirksamsten unter ihnen sind Salze, Säuren und deren Lösungen.
Kondensationsniveau
siehe Hebungs- und Cumulus-Kondensationsniveau.
Kondensationswärme
Wird ein Gas oder Dampf in seinen flüssigen Aggregatzustand überführt, dann wird die zu seiner Verdampfung benötigte Wärme wieder frei und steht als Energie zur freien Verfügung. Bei aufsteigender Luftbewegung z.B. steht sie nach einsetzender Kondensation zum weiteren Aufstieg der Luft zur Verfügung.
Kondensstreifen
An Luftfahrzeugen zu beobachtende, schmale weisse Wolkenstreifen. Sie entstehen dadurch, daß die feuchte, kalte Luft an den Abgasen der Triebwerke kondensiert.
Kontinentale Luft
siehe Luftmassenklassifikation.
Kontinentalklima
Durch ausgedehnte Landflächen geprägtes Klima, mit großen täglichen und jährlichen Temperaturdifferenzen.
Kontinuitätsgleichung
Meteorologische Formel der Energie- und Massenerhaltung. Salopp ausgedrückt: Da immer die gleiche Masse da ist, muß das wieder reinkommen, was rausgeflossen ist.
Konvektion
Als Konvektion bezeichnet man die durch Aufsteigen oder Absteigen von Luftpaketen erfolgenden vertikalen Luftbewegungen. So bezeichnet man Quellwolken als konvektive Bewölkung. Die Entstehung von Schichtwolken erfolgt dagegen durch dynamisches Aufgleiten an Grenzflächen.
Konvektionsbewölkung
Die durch Konvektion entstehenden Wolken.
Konvektionsniederschläge
Alle Arten von Schauern. Niederschläge in fester und flüssiger Form, die durch ihre schauerartigkeit charakterisiert sind. Sie setzen plötzlich ein, hören plötzlich auf und können mitunter sehr heftig sein.
Konvektionszelle
In der Atmosphäre auftretende Gebiete, in denen aufsteigende Luftbewegung stattfindet. In der Umgebung findet ein ausgleichendes Absteigen der Luft statt. In Konvektionszellen tritt verstärkte Quellwolkenbildung ein, in der Umgebung Wolkenauflösung. Andere Bezeichnung: Thermikblasen.
Konvergenz
Zusammenströmen von Luftmassen. Konvergenz ist in der Atmosphäre immer mit aufsteigender Luftbewegung verbunden. Die Gegenbewegung ist die Divergenz, das Auseinanderströmen von Luftmassen.
Konvergenzlinie
Linie, an der ausgedehnt Luftmassen zusammenströmen. Es findet aufsteigende Luftbewegung und damit Wolken- und Schauerbildung statt. So ist z.B. jede Front auch eine Konvergenzlinie. Eine Konvergenzlinie muß aber keine Front sein, wenn sie z.B. in einer Luftmasse liegt, also keine unterschiedlichen Luftmassen trennt.
Korona
Optische Erscheinung in der Atmosphäre, bei dem farbige Ringe um Sonne oder Mond zu beobachten sind. Sie entsteht durch Beugung des Lichts an Wassertropfen und Eiskristallen.
Krakatau
1883 ausgebrochener Vulkan. Dieser Vulkanausbruch hatte weitreichende Konsequenzen für die Meteorologie, brachte sowohl Erkenntnisse wie auch Mutmaßungen. So wurden durch die Aschefahnen Strahlströme, d.h. Starkwindbänder in der Stratosphäre zwischen 20 und 50 km Höhe beobachtet. Gleichzeitig wurden besonders viele sogenannte leuchtende Nachtwolken nach dem Ausbruch beobachtet, die man auf die durch den Ausbruch in die Atmosphäre katapultierten Partikel, die als Kondensationskerne dienen sollen, zurückführt. Bestätigen konnte man diese Annahme bis heute nicht.
Krimpen
Rückdrehen des Windes gegen den Uhrzeigersinn, d.h. nach linksdrehend (auf der Nordhalbkugel).
Kristallisationskern
Für die Eisbildung im Wasser nicht unwichtige Teilchen, an denen Eisbildung stattfindet. Meist Schneeflocken, die ins Wasser fallen und an denen sich Meerwasser anlagert.
Krümmungseffekt
Der Sachverhalt, daß der Sättigungsdampfdruck über gekrümmten Flächen höher ist als über ebenen Flächen. Je gekrümmter die Fläche, desto höher ist der Dampfdruck. Bei kleineren Wassertröpfchen ist der Sättigungsdampfdruck also höher als bei großen Tropfen.
Krümmungsvorticity
sie Vorticity.
Kugelblitz
Bei Gewitter auftetender hell leuchtender Ball, der sich parallel zum Boden ohne erkennbare, bevorzugte Richtung sprunghaft bewegt. Er löst sich entweder explosionsartig mit Knalleffekt oder still auf. Seine Entstehung und sein Ablauf sind wissenschaftlich nicht geklärt, da man ihn zu selten beobachten und überhaupt nicht vorhersagen, deswegen auch nicht erforschen kann.
Kurzfristprognose
Wettervorhersagen für einen Zeitraum bis zu 36 Stunden. Die Erweiterung sind die Mittelfrist- und die Langfristprognosen.
Kurzwellen
Allgemein Wellen mit Wellenlängen zwischen 10 und 100 m im elektromagnetischen Spektrum. In der Meteorologie speziell Bezeichnung für den kurzwelligen, solaren Strahlungsanteil mit Wellenlängen zwischen 0,29 und 4 Mikrometer.
Kurzwellige Strahlung
Bezeichnung von Wellen mit einer Wellenlänge zwischen 0,29 und 4 Mikrometer, also der Bereich vom Ultraviolett bis ins nahe Infrarot. 99% der Sonnenstrahlung außerhalb der Atmosphäre gehören zu diesem Bereich. An ihn schließt sich die terrestrische Strahlung mit Wellenlängen zwischen 4 und 100 Mikrometer an, das ferne Infrarot. Die kurzwellige Strahlung ist nicht zu verwechseln mit den "Kurzwellen".
Kühlturmfahne
Letzte Rettung für Segelflieger. Aufsteigende Luftbewegung, die durch die emittierten Wasserwolken weithin sichtbar ist. Sie hat kaum Einfluß auf das örtliche Wetter, denn obhon Wasserdampf sichtbar in die Luft eingebracht wird, ist seine absolute Menge gering. Für Segelflieger ist die Kühlturmfahne ein beliebtes, wenn auch feiges Mittel, durch die dort auftretende Thermik an Höhe zu gewinnen.
Küsteneisbildung
Ablauf der Eisbildung, der durch geringe Wassertiefe, Einmündung von gefrorenem Süßwasser und Nähe des Landes bestimmt wird. An der Küste erfolgt die erste Eisbildung, die sich dann weiter ins Meer fortsetzt.
Küstenklima
Abgeschwächtes Inselklima, bei der das Klima von der Nähe großer Wassermassen geprägt ist. Der Unterschied zum Inselklima liegt in der großen Landmasse, die die maritimen Einflüße von mindestens einer Seite beschränkt.
Küstennebel
Durch Auskühlung der wärmeren Festlandluft über dem kühleren Meer entstehender Nebel. Da sich in unseren Breiten im Winter das Meer nicht so stark wie das Festland abkühlt, im Sommer das Festland jedoch weitaus wärmer ist als das Meer, tritt der Küstennebel meist im Frühjahr auf. Wenn die Festlandluft schneller erwärmt wurde als das Meerwasser sind die Bedingungen ideal.
L
Labilisierung
Veränderung der Temperaturschichtung, bei der der Temperaturgegensatz zwischen verschiedenen Höhenstufen größer wird. Sie entsteht entweder durch Aufheizung der unteren oder durch Abkühlung der oberen Luftschicht. Labilisierung ist Voraussetzung für die Steigwilligkeit der Luft.
Labilität
Zustand, in dem der aktuelle Temperaturgradient der Luftschichtung größer ist als der adiabatische Temperaturgradient. Ein aufsteigendes Luftpaket ist also immer wärmer als seine Umgebungsluft, wird also weiter steigen. Der Labilität geht immer die Labilisierung voraus.
Lancunosus
Wolkenflecken, -felder oder -schichten, die gewöhnlich ziehmlich dünn sind und als wesentlich Merkmale mehr oder weniger regelmäßig verteilte runde Löcher haben, deren Ränder häufig ausgefranst sind. Die Wolkenteile und wolkenfreie Zwischenräume rufen oft den Eindruck eines Netzes oder von Honigwaben hervor. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrocumulus und Altocumulus - wenn auch sehr selten - bei Stratocumulus angewendet.
Land- und Seewindzirkulation
Bei ansonsten windarmen Strahlungswetterlagen entstehendes Windsystem mit Landwind nachts und Seewind tagsüber. Nachts kühlt sich die Luft über dem Land stärker ab als über dem Wasser, durch das dabei entstehende Druckgefälle setzt der Landwind ein. Nach Sonnenaufgang setzt eine stärkere Erwärmung der Landluft ein, das Druckgefälle dreht sich um, es entsteht der Seewind. In den Übergangsphasen am Vormittag und am Nachmittag schläft der Wind teilweise ganz ein, ehe er sich umkehrt. Je größer der Temperaturgegensatz zwischen Landfläche und Meer ist, desto stärker ist die Land- Seewindzirkulation.
Landregen
Anhaltender flüssiger Niederschlag mit geringer Intensität. Andere Bezeichnung: Dauerregen.
Landwind
Vom Land zur See hin gerichtete Luftströmung. Teil der Land- und Seewind-Zirkulation: Durch die stärkere Abkühlung der Luft über dem Land entsteht eine vom Land zur See gerichtete Luftströmung.
Langfristprognose
Alle Wettervorhersagen, die einen Vorhersagezeitraum von 10 Tagen übersteigen. Je größer der Zeitraum, desto ungenauer und umstittener sind die Vorhersagen. Für die Vorhersagen mit kürzeren Zeiträumen unterscheidet man die Kurzfrist- und die Mittelfristprognosen.
Langwellen
In der Einteilung des elektromagnetischen Einteilung sind Langwellen Wellen mit Längen größer als 1 km. Nicht zu verwechseln mit der in der Meteorologie verwendeten "langwelligen Strahlung".
Langwellige Strahlung
In der Meteorologie übliche Bezeichnung des "fernen Infrarot", d.h. der terrestrischen Strahlung mit Wellenlängen zwischen 4 und 100 Mikrometer.
Latente Wärme
Gegenstück zur "sensiblen Wärme". Die in der Luft enthaltene Wärmeenergie, die zur Verdampfung des in ihm enthaltenenWasserdampfs benötigt wurde. Setzt Kondensation ein, dann wird die latente Wärme in sensible, d.h. mit dem Thermometer meßbare, Wärme umgesetzt.
Lee
Die dem Wind abgewandte Seite.
Leewellen
Auf der windabgewandten Seite von Hindernissen, v.a. Gebirgen, auftretende Wellenbewegung der überströmenden Luft. Diese Wellenbewegung setzt sich auch in den höheren Luftschichten fort.
Leewirbel
Bei Leewellen entstehende, geschlossene, walzenförmige Wirbel, z.T. mit Wolkenbildung im oberen Teil des Wirbels. Bei Drachen-, Gleitschirm- und Segelfliegern unbeliebtes Phänomen, das als Rotor bezeichnet wird und wegen der starken Abwinde oft zu Unfällen führt.
Leewirkung
Diejenigen Einflüße auf das Wetter der windabgewandten Seite von Gebirgen, z.B. warmtrockener Luftströmung bei Föhn.
Lenticularis
Wolken in der Form von Linsen oder Mandeln, die häufig sehr langgestreckt sind und gewöhnlich deutliche Umrisse haben. Gelegentlich tritt Irisieren auf. Derartige Wolken kommen am häufigsten bei Bewölkung orographischen Ursprungs vor (im Lee eines Gebirges bei Föhn), können jedoch auch in Gebieten angetroffen werden, die keine ausgeprägte Gebirgserhebung haben. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrocumulus, Altocumulus und Stratocumulus angewendet.
Leuchtende Nachtwolken
In einer Höhe zwischen 60 und 90 km auftretende, silberweiß leuchtende Wolken. Da der Wasserdampfgehalt in dieser Höhe nur sehr gering ist, müssen zu ihrer Entstehung sehr niedrige Temperaturen, ca. -130°C, herrschen. Die zur Kondensation nötigen Kondensationskerne stammen entweder aus Vulkanausbrüchen oder von Meteoritenstaub.
Lichtstreuung
Durch die Luftmoleküle, Wasserdampf oder Staubpartikel erfolgende diffuse Streuung der einfallenden Sonnenstrahlung.
Linienblitz
Optische Erscheinung einer elektrischen Entladung, bei der der Blitz entlang einer Linie verläuft.
Lokalwinde
Regional begrenzte Windsysteme, die unabhängig von den großräumigen Strömungsverhältnissen sind.
Lostage
In Sammlungen von Wetterregeln festgelegte Tage des Jahres, deren Wetterverlauf Rückschlüsse auf die weitere Wetterentwicklung zuläßt. Beispiel: Siebenschläfer, deren Wetter sich angeblich 7 Wochen hält.
Low-Level-Jet
Strahlstrom, Starkwindband oberhalb der atmosphärischen Grenzschicht.
Luft
Gasgemisch der terrestrischen Atmosphäre. Sie besteht aus 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff und ca. 1% Edelgasen. Der Wasserdampfgehalt schwankt stark um Werte von ca. 0,4%.
Luftchemie
Teilgebiet der Chemie, das sich mit der Zusammensetzung der Lufthülle der Erde beschäftigt.
Luftdichte
Die Luftdichte ist der Quotient aus Luftmasse und Volumen. Sie wird in Kilogramm pro Kubikmeter angegeben und beträgt bei einem Normdruck von 1013 hPa und einer Normtemperatur von +15°C gleich 1,1225 Kilogramm pro Kubikmeter. Die Luftdichte nimmt mit der Höhe ab.
Luftdruck
Derjenige Druck, der von der Luftsäule über dem jeweiligen Standort hervorgerufen wird. Er entsteht durch die Einwirkung der Erdanziehungskraft auf die Masse der Luft in der Säule. In Wetterkarten wird der Luftdruck mittels Isobaren dargestellt.
Luftdruckreduktion
Umrechnung des an einer Station gemessenen Luftdrucks auf den Wert, den die Messung in Meereshöhe ergeben hätte. Die Luftdruckreduktion wird durchgeführt, um die Meßergebnisse verschieden hoch gelegener Stationen vergleichen zu können.
Luftdruckregeln
Wetterregeln, anhand derer man Wetteränderungen anhand der Luftdruckänderung kurzfristig vorhersagen kann.
Luftdrucktendenz
siehe Drucktendenz.
Luftdruckänderung
Die zeitliche Veränderung des Luftdrucks an einem Ort. In Wetterkarten wird die Luftdruckänderung pro Zeitabschnitt mittels Isallobaren dargestellt.
Luftelektrizität
Alle elektrischen Erscheinungen in der Atmosphäre. Damit sind nicht nur spektakuläre Erscheinungen wie Gewitter etc. gemeint, sondern auch die sogenannte Schönwetterelektrizität, die immer vorhanden ist.
Luftfeuchtigkeit
Der Wasserdampfgehalt der Luft. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, den Wasserdampfgehalt der Luft anzugeben. Die gebräuchlichsten Ausdrücke sind die relative Feuchte in Prozent und die absolute Feuchte in Gramm (Wasserdampf) pro Kubikmeter (Luft). 100% rel. Feuchte bedeutet, daß die Luft die maximale Menge Wasserdampf aufgenommen hat.
Luftmasse
Großräumige, zusammenhängende Luftmenge mit bestimmten Eigenschaften. Beispiel: kontinentale Luftmasse, polare Luftmasse usw.. Siehe Luftmassenklassifikation.
Luftmassengewitter
Gewitter, das in einer einheitlichen Luftmasse entsteht. Es tritt z.B. im Sommer bei Überhitzung der bodennahen Luftschicht als Hitzegewitter auf. Andere Arten von Gewitter sind z.B. die Kaltfrontgewitter.
Luftmassenklassifikation
Einteilung der verschiedenen Luftmassen nach ihrer geographischen Herkunft und ihren Eigenschaften. Es wird unterschieden in Tropikluft und Polarluft, die jeweils weiter unterschieden werden.
Luftmassentransformation
Umwandlung von Luftmassen unter Verlust ihrer ursprünglichen Eigenschaften. siehe Alterung.
Luftmassentransport
Großräumige Bewegung von Luftmassen, damit verbundener Luftmassenwechsel am Zielort der Strömung.
Luftspiegelung
Optische Erscheinung in der Atmosphäre, die durch Spiegelung von realen Gegenständen an den Grenzflächen verschieden warmer Luftschichten entstehen. Paradebeispiel ist die Fata Morgana.
Lufttemperatur
siehe Temperatur.
Luftverunreinigung
Anteil an nicht zur reinen Luft gehörenden Stoffen in der Atmosphäre. Luftverunreinigung hat z.T. natürliche Ursachen, z.T. ist sie durch den Menschen in Form von Abgasen hervorgerufen. In diesem Zusammenhang wird auch meist von Luftverunreinigung gesprochen.
Luv
Die dem Wind zugewandte Seite.
Luvwirkung
Diejenigen Einflüsse auf die windzugewandte Seite von Gebirgen oder Hindernissen, die auf die Windeinwirkung zurückzuführen sind, z.B. erhöhte Niederschlagsmengen und Bewölkung. Die Luvwirkung kann man auch als Stauwirkung bezeichnen.
M
METAR
Art der Codierung von Wetterbeobachtungen für die Luftfahrt. Abkürzung von: Meteorological Aerodrome Report.
METEOSAT
Abkürzung für: Meteorologischer Satellit. Reihe von Satelliten der Europäischen Weltraum- organisation. Alle Meteosats sind geostationäre Satelliten in einer Höhe von ca. 36.000 km.
Maestrale
Nordwestwindsystem in der Adria und dem Ionischen Meer im Sommer.
Maestro
siehe Maestrale.
Magnetopause
Schicht der Atmosphäre, die den Einflußbereich des Erdmagnetfeldes und den Einflußbereich des Sonnenwindplasmas trennt.
Magnetosphäre
Schicht der Atmosphäre, in der Bewegungen von Teilchen v.a. durch die Wirkung des Erdmagnetfeldes bestimmt werden. Die Magnetosphäre besitzt keine Kugelform. Sie wird auf der der Sonne zugewandten Seite durch den Sonnenwind nahe an die Erdoberfläche gedrängt, auf der von der Sonne abgewandten Seite geht sie in einen offenen Schweif über.
Magnetsturm
Durch eruptive Ausbrüche von Sonnenplasma hervorgerufene starke Störung des Erdmagnetfeldes. Durch sie entsteht unter anderem das Polarlicht.
Magnus-Formel
Mathematische Beziehung, die den Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und dem maximalen Wasserdampfgehalt angibt.
Mallungen
Bezeichnung für die windschwachen Gebiete innerhalb des subtropischen Hochdruckgürtels. In den Mallungen herrschen wechselnde Winde vor, weshalb die Bezeichnung allgemein auch hierfür Verwendung findet.
Mamma
Hängende, beutelartige Quellwolken an der Unterseite einer Wolke. Diese Sonderform kommt meisi bei Cirrus, Cirrocumulus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus und Cumulunimbus vor.
Manuelles Routing
Durch Abwägung von Wetter und Seegang erfolgende Routenplanung bei Seefahrzeugen.
Margules-Formel
Mathematisch-Meteorologische Beziehung, die die Neigung von Grenzflächen beschreibt.
Marin
Südostwindsystem im westlichen Mittelmeer. Der Marin tritt auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten auf.
Maritim
Adjektivischer Zusatz für Vorgänge und Zustände, die auf den Einfluß des Meeres zurückzuführen sind.
Maritime Luftmasse
Lufmassen, deren Charakter durch den Einfluß des Meeres bestimmt wurde. Charakteristisch sind Feuchte, Temperatur und Schichtung der Luft. Die maritime Luft steht im Gegensatz zur kontinentalen Luft.
Maritime Meteorologie
Teilgebiet der Meteorologie, das sich mit der Wechselwirkung Ozean-Atmosphäre befaßt.
Maritimer Nebel
Andere Bezeichnung für Advektionsnebel, bei dem feuchwarme Meeresluft über das kühlere Festland geführt wird und dabei Nebelbildung erfolgt.
Maritimes Klima
Durch ausgedehnte Wasserflächen bestimmtes Klima ohne extreme tägliche Temperaturschwankungen.
Markante Punkte
Bei einem Radiosondenaufstieg werden nicht nur die Meßwerte an den Hauptdruckflächen festgehalten, sondern ausserdem an Punkten, an denen Änderungen im Wind-, Temperatur- oder Taupunktsverlauf erfolgen.
Maskierte Kaltfront
Kaltfront, bei der am Boden nach dem Frontendurchzug eine Erwärmung und keine Abkühlung erfolgt.
Mauritius-Zyklon
Im Frühjahr häufig auftretende Wirbelstürme vor der Ostküste Afrikas.
Maximumthermometer
Thermometer zur Bestimmung der Höchsttemperatur. Eine spezielle Verengung der Thermome- tersäule verhindert das Absinken des Quecksilbers unter die gemessene Höchstmarke.
Mediocris
Cumulus-Wolken von mäßiger vertikaler Ausdehnung, deren Oberteile nur verhältnismäßig kleine Quellformen haben.
Mediterranes Klima
Bezeichnung für das im Mittelmeerraum vorherrschende Klima.
Meereskunde
Allgemeine Bezeichnung für Ozeanographie. Physik des Meeres.
Meeresströmung
Horizontaler Transport von Wassermassen im Ozean.
Meernebel
Art des Mischungsnebels, bei dem an der Grenze von warmen und kaltem Wasser Nebelbildung erfolgt, wenn die warmfeuchte Luft über dem wärmeren Wasser über das kältere Wasser geführt wird.
Meridional
Bezeichnung für Prozesse, die entlang der Längengrade erfolgen, also in Nord-Süd-Richtung.
Mesopause
Schicht der Atmosphäre, die die Mesosphäre von der Thermosphäre trennt. Isothermer Übergangsbereich zwischen absinkender Lufttemperatur mit der Höhe in der Mesosphäre und steigender Temperatur mit der Höhe in der Thermosphäre.
Mesosphäre
Schicht der Atmosphäre, in der zuerst sinkender, dann steigender Temperaturverlauf mit der Höhe stattfindet. Die Mesosphäre liegt zwischen der Stratopause und die Mesopause in ca. 50 bis 80 km Höhe.
Meteore
Alle in der Luft befindlichen Teilchen flüssiger oder fester Art und alle optischen und elektrischen Erscheinungen in der Atmosphäre.
Meteorologe
Wissenschaftler, der sich mit der Physik der Atmosphäre beschäftigt. Nach absolviertem Studium der Meteorologie: Diplom Meteorologe.
Meteorologie
Wissenschaft der Vorgänge in der Atmosphäre. Meteorologie ist die Wetterkunde. Stammname ist die Geophysik, die Physik der Atmosphäre. In der Meteorologie beschäftigt man sich vor allen mit dem aktuellen Wetter und seiner Vorhersage und der kurzfristigen Witterung. Die Klimatologie beschäftigt sich dagegen mit der Auswertung langer Meßreihen.
Meteorologische Jahreszeiten
Sommer und Winter sind die beiden meteorologischen Jahreszeiten, Herbst und Frühjahr existieren nur als Übergangszeiträume.
Meteorologische Sichtweite
Eng definierter Begriff der Sichtweite, in der Gegenstände gegen ihren Hintergrund noch klar zu erkennen und zu definieren sind.
Meteorologischer Äquator
Gegenüber dem geographischen Äquator etwas nach Norden verschobener Bereich des geringsten Luftdrucks im Jahresmittel. Die Verschiebung um ca. 5° kommt durch die größeren Landmassen auf der Nordhalbkugel zustande.
Mikrometeorologie
Zweig der Meteorologie, der sich mit der Physik der bodennahen Luftschicht beschäftigt. Dieser Bereich ist geprägt durch die Wechselwirkung der Luft mit dem Erdboden.
Millibar
Alte Einheit des Drucks. 1 Millibar (mb) entspricht 1 Hektopascal (hPa).
Millimeter Hg
Andere Bezeichnung der alten Druckeinheit Torr, die sich an Quecksilber (Hg) als Meßflüssigkeit orientierte. Der Normaldruck von 1013 hPa entspricht 761 Torr (mm Hg).
Minimumthermometer
Thermometer zur Bestimmung der niedrigsten Lufttemperatur während des Beobachtungszeitraumes. Alkoholthermometer.
Mischungsnebel
Nebel, der durch Mischung von feuchtwarmer und kühler, trockener Luft entsteht. Die Luft ist nicht mehr in der Lage, den in ihr enthaltenen Wasserdampf bei der Mischungstemperatur zu halten.
Mischungsverhältnis
Das Verhältnis der Menge Wasserdampf zur Menge trockener Luft. Einheit ist g/kg. Das Mischungsverhältnis ist eine Art, Feuchte anzugeben.
Mischwolken
Wolken, die aus Wassertropfen und Eiskristallen bestehen. Gegenstücke sind reine Wasserwolken und reine Eiswolken. siehe Wolkenklassifikation.
Mistral
Kalte, trockene Winde aus Nordwest, die meist einem Kaltlufteinbruch in den westlichen Mittelmeerraum vorangehen. Durch den Düseneffekt des Rhonetals kann der Mistral verstärkt werden und mitunter Orkanstärke erreichen.
Mitteleuropäische Zeit
Greenwich-Zeit (Zeitgruppe Z) plus eine Stunde. Die Buchstabenkennung für die Mitteleuropäische Zeit ist der Buchstabe A.
Mittelfristvorhersage
Wettervorhersage für einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen.
Mittelhohe Wolken
Bezeichnung für Wolken in einer Höhe von 2 bis 7 km. Unter 2 km Höhe spricht man von tiefen, über 7 km Höhe von hohen Wolken. siehe Wolkenklassifikation.
Mittelmeerklima
siehe Mediterranes Klima.
Mitternachtssonne
Im Sommer nie untergehende Sonne nördlich bzw. südlich des jeweiligen Polarkreises.
Mitzeit
3-tägiger Zeitraum zwischen Nipp- und Springzeit.
Monsun
Großräumige Luftströmungen mit halbjährlichem Richtungswechsel. Der Monsun war während der alten Segelschiffahrt sehr beliebt wegen seiner berechenbaren Winde. Besonders ausgeprägt ist er in Südostasien, wo im Sommer große Feuchtemengen vom Meer zum Festland transportiert werden.
Monsunnebel
Art des Meernebels.
Monsunregen
Durch den Monsun hervorgerufene große Regenfälle in Südostasien, wobei feuchte Luft vom Meer über das Land transportiert wird. An Gebirgen, v.a. am Himalaja kommt es dabei zu Staueffekten, die das Abregnen noch verstärken.
Morgenrot
Dämmerungserscheinung vor Sonnenaufgang. siehe Abendrot.
N
NE-Passat
Bereich nördlich des Äquators, in dem die Passatwinde aus nordöstlichen Richtungen wehen.
NOAA
Abkürzung für die amerikanische Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung. Engl. für: National Oceanic and Atmosperic Administration.
Nachtfrost
Nächtliche Temperaturen unter Null Grad infolge des Auskühlens der bodennahen Luftschicht. Nachtfrost erscheint v.a. bei Hochdrucklagen im Frühling.
Nachthimmelsleuchten
Das Eigenleuchten der Luftmoleküle in der hohen Atmosphäre ab ca. 100 km Höhe.
Nachtwolken
siehe leuchtende Nachtwolken.
Nasse
Engl.: Wet Scavenging. siehe Scavenging.
Nautik
Schiffahrtskunde. Alle die Seefahrt betreffenden Belange.
Nebel
Eigentlich ist Nebel nichts anderes als eine Wolke am Boden. Also: In der bodennahen Luftschicht kondensierter Wasserdampf. Es gibt grob unterschieden 3 Arten der Nebelbildung: Mischungsnebel, Advektionsnebel, Strahlungsnebel.
Nebelauflösung
Erhöhung der Sichtweite auf Werte über 1 km. Nebelauflösung erfolgt entweder durch Erwärmung der Luft über die Taupunktstemperatur oder Entzug von Wasserdampf aus der Luft.
Nebelfrostablagerung
Ablagerung von Nebeleis an festen Gegenständen. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt befinden sich im Nebel unterkühlte Wassertröpfchen, die aber erst bei Kontakt mit festen Körpern an diesem gefrieren.
Nebelklassifikation
Unterteilung der verschiedenen Nebelarten.
Nebelwüste
Küstenlinie einer Wüste, die an Auftriebsgebiete von kaltem Tiefenwasser grenzt. Damit ist die Luft direkt an der Küste oft sehr feucht, was Nebel- und Taubildung fördert.
Nebulosus
Eine nebelartige Wolke in Form eines Schleiers oder einer Schicht, die keine deutlichen Einzelheiten erkennenläßt. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrostratus und Stratus angewendet.
Neerstrom
In Buchten der allgemeinen Meereströmung entgegengesetzte Strömungsrichtung.
Nephanalyse
Analyse der vorhandenen Wolkenarten und ihre Häufigkeit.
Niederschlag
Oberbegriff für alle Prozesse, durch die Wasser in flüssiger oder fester Form aus der Atmosphäre ausgeschieden werden. Regen, Schnee, Hagel, Graupel, aber auch abgesetzte Niederschläge wie z.B. Rauhfrost,Rauheis und Klareis.
Niederschlagsdefizit
Ein Niederschlagsdefizit liegt vor, wenn in einem Gebiet mehr Wasser verdunstet, als durch Niederschläge zugeführt wird.
Niederschlagsintensität
Menge des gefallenen Niederschlags pro Zeiteinheit, also z.B. Millimeter pro Stunde.
Niederschlagsmesser
Gerät zur Bestimmung der Niederschlagsmenge. siehe Hellmann-Niederschlagsmesser.
Nieselregen
Andere bezeichnung für Sprühregen. Gleichförmig fallender flüssiger Niederschlag, bestehend aus kleinsten Wassertröpfchen.
Nimbostratus
Graue, häufig dunkle Wolkenschicht, die bei mehr oder weiniger anhaltendem, meist den Erdboden erreichenden regen- oder Schneefall diffus erscheint. Die Schicht ist so dicht, dass die Sonne unsichtbar wird. Unterhalb dieser Schicht treten häufig niedrige, zerfetzte Wolken auf, die mit ihr zusammenwachsen können.
Nimbus
Bezeichnung aus der Wolkenklassifikation für eine Regenwolke.
Nippzeit
Zeitraum, in dem sich das Mondhochwasser und das Sonnenniedrigwasser zum Teil gegenseitig aufheben.
Nordföhn
Föhn auf der Alpensüdseite. Andere Bezeichnung für Tramontana.
Normal
National oder international festgelegtes mittleres Meeresniveau.
Normalatmosphäre
siehe Standardatmosphäre.
Normaldruck
Der gemäß der Standardatmosphäre normale Druck auf mittlerem Meeresniveau. Er beträgt 1013,25 hPa.
Normalwert
Als Normalwert einer meteorologischen Größe wird der Wert bezeichnet, der sich aus den Mitteln der letzten 30 Jahre bildet. Dabei werden Monatsmittelwerte und Jahresmittelwerte berechnet. Die zur Zeit gültige Periode ist die Zeit von 1961-1990. Die nächste wird dann von 1991-2020 sein. Der Normalwert dient zum Vergleich mit den aktuellen Monats- oder Jahreswerten. Die Differenz wird bei der Temperatur als Abweichung vom Mittel in Kelvin und bei anderen Größen als Prozentsatz vom Normalwert angegeben.
Nowcasting
Kürzestfristprognose für einen Zeitraum von weniger als 12 Stunden.
Numerische
Rein mathematische, d.h. formelmässige Methode der Wettervorhersage.
O
Oberflächenwasser
Wasser an der Oberfläche von Gewässern bis in 0,5 bis 1 m Wassertiefe.
Okklusion
Frontalzone, die durch das Zusammenfallen von Warm- und Kaltfront entsteht. Sie entsteht v.a. im Reifestadium von Tiefdruckgebieten, wenn die schnellere Kaltfront die langsamere Warmfront einholt. An der Okklusion wird die Warmluft vom Boden in die Höhe angehoben, am Erdboden erscheint sie entweder als Kalt- oder als Warmfront.
Opacus
Wolken in ausgedehnten Flecken, Feldern oder Schichten, die größtenteils so lichtundurchlässig sind, dass Sonne und Mond völlig verdeckt werden. Die Unterarten translucidus und opacus schließen sich einander aus. Diese Bezeichnung wird bei Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus und Stratus angewendet.
Optische Erscheinung
Erscheinungen, die durch Lichtberechungen vorallem an Wassertröpfchen und Eiskristallen entstehen. Zum Beispiel der Regenbogen, die Halos oder das Brockengespenst.
Ora
Talwind aus südlichen Richtungen in Norditalien.
Orkan
Sturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 km/h oder Windstärke 12.
Orographisch
Die Geländeform betreffend.
Orographische
Gewitter, die durch Hebung der Luft an Gebirgen entsteht. Entscheidend ist also nicht die Sonneneinstrahlung, sondern die Geländeform.
Orographische
Durch aufwärts gerichtete Luftbewegung an Gebirgen entstehende Wolken. Beim Aufgleiten kühlt sich die Luft unter die Taupunktstemperatur ab, Wolken- und eventuell Niederschlagsbildung setzen ein.
Orographischer
Durch aufwärts gerichtete Luftbewegung an Gebirgen entstehender Niederschlag.
Outflow
Gebiet innerhalb von Zyklonen, in denen die vorherrschende Luftströmung aus der Zyklone herausgerichtet ist.
Ozeanographie
Allgemein: Meereskunde, speziell Physik des Meeres. Die Ozeanographie beschäftigt sich mit allen physikalischen Phänomenen der Meere.
Ozon
Dreiatomiger Sauerstoff. Ozon ist ein giftiges Gas. Seine größte Konzentration erreicht es in der Stratosphäre, wo es als UV-Schutzfilter dient. In der Ozonschicht findet ein ständiger Zerfall und Neubildung des Ozons statt. Die am Boden auftretenden hohen Ozonkonzentrationen im Sommer können z.T. Gesundheitsschäden hervorrufen. Die schädliche Wirkung des Ozons ist noch nicht lange bekannt, früher warben Fremdenverkehrsorte mit "ozonreicher Waldluft".
Ozonloch
Kein eigentliches Loch, sondern eine Ausdünnung der Ozonschicht über den Polarregionen.
Ozonschicht
In der Ozonschicht, in einer Höhe von ca. 20 bis 30 km, befindet sich der Hauptanteil des atmosphärischen Ozons. Es dient hier als UV-Filter. Traurige Berühmtheit hat die Ozonschicht durch ihren nachweislichen Schwund, v.a. über den Polargebieten, erlangt, der als Ozonloch bekannt ist.
P
Packeis
Die häufigste Art von Meereis. Aus Festeis entstandene, aufeinandergeschobene Eisschollen. Durch das Aufströmen auf Hindernisse bilden sich aus Packeis Preßeisfelder, die die Schiffahrt behindern oder sogar unmöglich machen. Lockere Packeisfelder bilden in der Regel für größere Schiffe nur eine Behinderung.
Pampero
Stürmischer Kaltlufteinbruch in der argentinischen Pampas mit starken Südwestwinden. Der Pampero entsteht auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten.
Pannus
Zerfetzte Wolkenteile, die manchmal eine zusammenhängende Schicht bilden und unterhalb einer anderen Wolke liegen, mit der sie bisweilen verbunden sein können. Diese Begleitwolke kommt ausschlißlich bei Cumulus und Cumulunimbus vor.
Pappschnee
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fallender Naßschnee.
Partialdruck
Der Anteil des Druckes, der in einem Gasgemisch von einem der vorhandenen Gase ausgeübt wird. Der Gesamtdruck ergibt sich dann aus der Summe der Partialdrucke der vorhandenen Gase im Gemisch.
Pascal
Einheit des Drucks. Entspricht einem Hundertstel Hektopascal (hPa). Pascal ist die internationale Einheit für Kraft pro Fläche und entspricht 1 Newton pro Quadratmeter. siehe hPa, Hektopascal.
Passat
Ständig vorhandenes Windsystem nördlich und südlich des Äquators. Bei den alten Seefahrern von Jung und Alt geliebt. Auf der Nordhalbkugel als Nordostpassat, auf der Südhalbkugel als Südostpassat.
Passatinversion
Sperrschicht, die bei Passatströmungen die kühlere, feuchte Luft am Boden von der wärmeren und trockeneren Luft in der Höhe trennt. Die Passatinversion wird Richtung Äquator, wenn sich die Luft durch den Ozean erwärmt, weitgehend aufgelöst. Dann entsteht eine starke, aufwärts gerichtete Luftbewegung, in der sich Cumulusbewölkung bildet.
Passive Kaltfront
Bei der passiven Kaltfront gleitet die Warmluft passiv auf die Kaltluft auf, die sich unter die wärmere Luft schiebt. Der Name "passiv" kommt also vom Verhalten der Warmluft. Im Ge- gensatz dazu erfolgt bei einer aktivern Kaltfront ein aktives Abgleiten der Kaltluft an der Front.
Passives Aufgleiten
Beim Durchgang einer passiven Kaltfront erfolgende Aufgleitbewegung der Warmluft vor der Front.
Perlmutterwolke
Eiswolken in einer Höhe zwischen 15 und 30 km. Sie werden v.a. Richtung Polargebiete beobachtet und erscheinen als linsenförmige, farbig leuchtende Wolken. Sie sind ein Nachweis dafür, daß auch in diesen Höhen noch Wasser vorhanden ist.
Perlschnurblitz
Selten zu beobachtendes lichtelektrisches Phänomen, bei dem der Beobachter den Blitz als aneinandergereihte Blitzkugeln sieht, die sich jeweils nur langsam fortzubewegen scheinen.
Perlucudus
Wolken in ausgedehnten Flecken, Feldern oder Schichten mit deutlich ausgeprägten, jedoch nur sehr kleinen Lücken zwischen den einzelnen Wolkenteilen. Durch diese Zwischenräume können die Sonne, der Mond, das Himmelsblau oder darüber liegende Wolken sichtbar werden. Diese Unterart kann gleichzeitig mit den Unterarten translicidus und opacus beobachtet werden. Diese Bezeichnung wird bei Altocumulus und Stratocumulus angewendet.
Permafrost
Andauernder Frost. Dauerfrost.
Persistenzvorhersage
Aussage, daß sich das Wetter nicht verändert und am folgenden Tag genauso aussieht wie zum aktuellen Zeitpunkt. Man erreicht erstaunlich hohe Trefferquoten mit über 50%, da die Atmos- phäre, wie fast alle physikalischen Systeme, eine hohe Neigung zur Nichtveränderung aufweist. Für eine seriöse, professionelle Vorhersage im Kurzfristbereich reicht die Trefferquote allerdings bei weitem nicht aus, da man hier schon bei unter 90% Trefferquote dem Spott anheim fällt.
Photochemischer SMOG
SMOG, der durch den Einfluß der Sonneneinstrahlung entsteht und begünstigt wird.
Photosphäre
Schicht der Sonnenatmosphäre, die das meiste Sonnenlicht emittiert.
Physikalische Atmosphäre
siehe Normaldruck.
Phänologie
Wissenschaft, die sich mit dem Einfluß von Wetter und Klima auf das Wachstum von Pflanzen widmet.
Pileus
Eine Begleitwolke von geringer horizontaler Erstreckung in Form einer Kappe oder Haube über dem Wolkengipfel oder unmittelbar am oberen Teil einer cumulusartigen Wolke, von der sie oft durchstoßen wird. Ziehmlich oft können mehrere Pileus-Wolken beobachtet werden. Pileus kommt ausschließlich bei Cumulus oder Cumulunimbus vor
Planck`sches Strahlungsgesetz
Physikalisches Gesetz über das frequenz- und temperaturabhängige Strahlungsverhalten schwarzer Körper.
Planetare Albedo
Die Albedo der Erde
Planetare Wellen
Die langwelligste Art von Wellen in der freien und hohen Atmosphäre.
Planetary Boundary Layer
siehe Atmosphärische Grenzschicht.
Pluviograph
Niederschlagsmesser und -schreiber. Abgeleitet wird der Name vom lateinischen pluvia=Regen.
Poisson-Gleichung
Physikalische Beziehung über den Zusammenhang von Temperatur und Druck bei adiabatischen Prozessen, d.h. bei Prozessen ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung.
Polar
Die Polargebiete betreffend.
Polarer Ast
Die Bahn eines idealen tropischen Wirbelsturms vor der Ostküste der USA verläuft meistens im Entstehungsbereich zuerst nach Nordwesten, erreicht einen Umkehrpunkt und ändert dann seine Richtung nach Nordosten auf den Atlantik hinaus, wo er entweder als Tiefdruckgebiet Europa erreicht oder zerfällt. Das Bahnstück bis zum Umkehrpunkt wird äquatorialer, das nach dem Umkehrpunkt polarer Ast genannt.
Polarer Buchtentypus
Bezeichnung für Meereis nach der geographischen Unterteilung der Meereisarten. Polarnahe Buchten dieses Typs sind meist im Winter gänzlich mit Festeis bedeckt, im Sommer bricht die Eisdecke auf, die entstehenden Treibeisfelder triften aus der Bucht heraus. Münden Gletscher in die Bucht, so kommt noch Gletschereis hinzu.
Polarer Randmeertypus
Bezeichnung für Meereis nach der geographischen Unterteilung der Meereisarten. In polarnahen Randmeeren findet im Winter Vereisung von der Küste her statt, es entsteht ein Saum aus Festeis. Im Sommer bricht das Eis auf, es entstehen Treibeisfelder, deren Richtung meist vom Windsystem bestimmt wird.
Polarfront
Frontalfläche, die die Tropikluft und die Polarluft voneinander trennt. Die Polarfront existiert im Idealfall rund um den Globus, sie verlagert sich je nach jahreszeitlich bedingter Sonneneinstrahlung. Im Winter verläuft sie zwischen 40 und 50° n.B., im Sommer zwischen 60 und 65° n.B.. siehe Plarfronttheorie.
Polarfronttheorie
Modellvorstellung, nach der Tiefdruckgebiete aus Störungen an der Polarfront entstehen. Es kommt zu Warmlufttransport aus der äquatornahen Region Richtung Polargebiete. Die mittlere Lage der Polarfront über den mittleren Breiten ist damit eine Begründung für unser gemässigtes Klima, wo sich Hochs und Tiefs in mittleren Breiten regelmässig abwechseln.
Polarhoch
Fast ständig vorhandene Druckgebilde über den Polargebieten. Um sie herum zirkuliert der Wind antizyklonal, d.h auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn. Polarhochdruckgebiete haben nur eine geringe vertikale Ausdehnung, in der Höhe ist ihnen tiefer Druck überlagert.
Polarlicht
In den sogenannten Cusps, Ausbeulungen in der Magnetosphäre der Erde, dringt solare Partikelstrahlung in die Erdatmosphäre ein und bringt über den Polargebieten in Höhen von ca. 100 bis 400 km die vorhandenen Luftmoleküle zum Schwingen, damit zum Leuchten. Polarlicht ist bei uns vor allem als Nordlicht bekannt.
Polarluft
Luftmassen, deren charakterstische Eigenschaften von ihrem Entstehungsgebiet, den Polarregionen, herrühren. siehe Luftmassenklassifikation.
Polarluft:
arktische, sibirische, russische, grönländische, rückkehrende arktische und atlantisch-arktische.
Polarluftausbruch
Massiver Transport von Polarluft Richtung Süden auf der Nordhalbkugel, nach Norden auf der Südhalbkugel. Je nach Stärke erfolgt in den betroffenen Gebieten eine länger anhaltende Kälteperiode. Auf dem nordamerikanischen Kontinent kann polare Kaltluft weit nach Süden vordringen, da keine blockierenden Gebirge (in Europa die Alpen) die Bewegung behindern. Beispiel für einen Polarluftausbruch war z.B. die Kältewelle in Nord- und Mittelamerika im Winter 95/96. In Europa stoppen solche Kaltlufteinbrüche in der Regel an den Alpen oder werden Richtung östliches Mittelmeer umgelenkt. Teilweise werden sie auch schon in den norwegischen Gebirgen abgelenkt.
Polarnacht
Ständige Abwesenheit der Sonne. Zwischen den Polarkreisen, die die Trennlinie zwischen Polarnachtgebieten und Nicht-Polarnachtgebieten darstellen, und den Polen wächst die Dauer der Nachtlänge mit der geographischen Breite.
Polarorbiter
Satellit, der in einer Höhe von ca. 900 km in sonnensynchronen Bahnen die Erde umkreist. Seinen Namen Polarorbiter erhält er dabei durch die Richtung seiner Bahn über polnahe Gebiete. Beispiel für Polarorbiter ist z.B. die Serie von amerikanischen NOAA-Satelliten. Das Gegenstück dazu sind geostationäre Satelliten, z.B. die europäische Meteosat-Serie.
Pollenflugvorhersage
Medizinmeteorologische Vorhersage, die für Allergiker den Pollenflug durch die allgemeine Wetterlage und die Blütezeit bestimmter Pflanzenarten prognostizieren.
Postfrontale Aufheiterung
Gebiet aufgelockerter Bewölkung hinter Kaltfronten. Sie entstehen durch absinkende Luftbewegung hinter der Front. Sie sind umso stärker und länger, je schneller der Kaltfrontdurchzug erfolgt. Am ausgeprägtesten ist die postfrontale Aufheiterung nahe der Küsten.
Potentialfläche
Flächen gleichen Geopotentials.
Potentielle Energie
Teil der Gesamtenergie eines physikalischen Systems. Die potentielle Energie ist Ausdruck der Fähigkeit eines Körpers, durch seine Lage gegenüber der Umgebung Arbeit zu leisten. Hebt man einen Körper z.B. auf eine gewisse Höhe, so hat er der Höhe entsprechend eine gewisse potentielle Energie.
Potentielle Labilität
Kann eine stabile Luftschichtung durch Hebung des ganzen Luftpakets labilisiert werden, so spricht man von potentieller Labilität.
Potentielle Temperatur
Temperatur, die die innere Energie eines Luftpakets angibt. Sie ist eine theoretisch wichtige Größe zum Vergleich der thermischen Verhältnisse in verschiedenen Luftschichten.
Praecipitatio
Niederschlag (Regen, Sprühregen, Schnee, Eiskörner, Frostgraupel, Hagel usw.), der aus einer Wolke fällt und den Erdboden erreicht. Diese Sonderform kommt meist bei Altostratus, Nimbostratus, Stratocumulus, Stratus, Cumulus und Cumulunimbus vor. Englisches Wort für Niederschlag.
Prandtl-Schicht
Die unterste Schicht der Erdatmosphäre. Sie reicht vom Erdboden bis auf etwa 100 m Höhe und ist am stärksten von den Einflüßen der Bodeneffekte bestimmt.
Prandtl-Staurohr
Windmeßgerät, das den Staudruck des Windes auf ein in Windrichtung ausgerichtetes Staurohr ausnutzt.
Preßeis
Durch Strömungen, v.a. an der Küste auftretende Felder von aufeinandergeschobenen Eisschollen. Sie können hoch aufgetürmte Eisbarrieren bilden.
Prognose
Vorhersage der zu erwartenden Wettererscheinungen.
Protuberanzen
Aus der Sonnenatmosphäre eruptiv aufragende, hell leuchtende Gasfackel.
Pseudopotentielle Temperatur
Diejenige Temperatur, die ein Luftpaket hätte, wenn man es in die Höhe hebt, bis aller Wasserdampf ausgefallen ist, es dann trockenadiabatisch wieder absenkt. Da der trockenadiabatische Temperaturgradient größer als der feuchtadiabatische ist, liegt die pseudopotentielle Temperatur immer etwas höher als die gemessene Temperatur.
Psychrometer
Feuchtemeßgerät. Dabei wird mit einem Thermometer die Trockentemperatur, mit einem zweiten Thermometer, dessen Meßfühler feucht gehalten wird, die Feuchttemperatur gemessen. Aus dem Abstand der beiden Temperaturen, der sogenannten psychrometrischen Differenz oder englisch "spread", kann man den Feuchtegehalt der Luft bestimmen. Meist wird zur Verkürzung der Meßzeit das Feuchtthermometer mit einem Ventilator angeblasen, man nennt ein solches Gerät dann Aspirationspsychrometer.
Psychrometertafel
Tabelle, aus der man bei Kenntnis der Trocken- und der Feuchttemperatur die relative Luftfeuchtigkeit direkt ablesen kann.
Psychrometrische Differenz
Zur Bestimmung der relativen Luftfeuchtigkeit wird in der Meteorologie ein Meßverfahren angewandt, bei dem die Temperatur an einem trockenen und einem feuchten Thermometer gemessen wird. Diese Thermometer werden mittels eines Aspirators mit 5 Meter pro Sekunde belüftet. Das feuchte Thermometer besitzt am Meßgefäß einen Mullstrumpf, der zur Messung mit destilliertem Wasser benetzt wird. Der Unterschied zwischen trockenem und feuchtem Thermometer nennt man psychrometrische Differenz. Mittels der Psychrometertafeln kann man die exakte Luftfeuchtigkeit bestimmen.
Pulverschnee
Bei tiefen Temperaturen gefallener, feinflockiger Schnee mit geringem Zusammenhalt der einzelnen Flocken. Es entsteht eine lockere, pudrige Schneedecke. Traum jedes Skifahrers.
Pyranometer
Strahlungsmeßgerät. In der Meteorologie wird mit einem Pyranometer sowohl die direkte Sonnenstrahlung als auch die diffuse Himmelsstrahlung bestimmt.
Q
Quadrant
Viertel eines Kreises. Ein tropischer Zyklon wird in Quadranten unterteilt.
Quasistationäre Front
Frontalzone, die ihre Lage kaum verändert, also fast ortsfest bleibt. Der Zusatz "Quasi" kommt daher, daß an einer quasistationären Front Aufgleitvorgänge stattfinden, die bei einer idealen stationären, d.h. ruhenden Front nicht auftreten dürften.
Quasistationäres Hoch
Hochdruckgebiet, das seine Lage kaum verändert, d.h. fast ortsfest bleibt.
Quasistationäres Tief
Tiefdruckgebiet, das seine Lage kaum verändert, d.h. fast ortsfest bleibt.
Quecksilberbarometer
Gerät zur Luftdruckmessung, das mit Quecksilber als Meßflüssigkeit gefüllt ist. Die über dem Barometer stehende Luftsäule übt dabei einem bestimmten Druck aus, der sich in der Länge der Quecksilbersäule nieder schlägt.
Quecksilberthermometer
Temperaturmeßgerät, daß die temperaturabhängige Längenausdehnung von Quecksilber ausnutzt.
Quellwolken
Cumulusbewölkung. Sie entstehen i.d.R. nicht durch Aufgleitvorgänge, sondern durch aufsteigen- de Luft bei labiler Schichtung der Atmosphäre. Dabei wird ein Luftpaket in einer unteren Schicht so weit aufgeheizt, daß es aufsteigt. Beim Aufstieg kühlt es sich ab, es setzt Wolkenbildung ein. Je labiler die Luftschichtung ist, desto größer ist die vertikale Erstreckung der Quellwolken.
R
Radar
Ortungsverfahren zur Objekterkennung und Abstandsermittlung. Der Name ist die Abkürzung für "Radio Detecting and Ranging". Dabei werden elektromagnetische Wellen abgestrahlt, das Echo empfangen, und aus der Laufzeit der Abstand bestimmt. Je nach Art und Stärke der Reflexion kann zwischen verschiedenen Objekten unterschieden werden. In der Meteorologie wird das Radar z.B. als Wetterradar zur Erkennung von Wolken- und Niederschlagsfeldern verwendet.
Radialwind
Diejenige Windkomponente, die in einem Druckgebilde vom Zentrum nach außen zeigt. Er beschreibt keine reale Windrichtung, sondern ist Teil der Zerlegung der realen Windes in zwei Komponenten, den Radial- und den Tangentialwind.
Radiatus
Wolken, die breite, parallele Bänder aufweisen oder in parallelen Streifen so angeordnet sind, dass sie auf Grund der Perspektivwirkung am Horizont in einem oder - falls mehrere Bänder sich über den ganzen Himmel erstrecken - in zwei gegenüberliegenden Punkten, den sogenannten "Radiationspunkten", scheinbar zusammenlaufen. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus und Cumulus angewendet.
Radiosonde
Gerät zur Messung von Daten in der freien Atmosphäre. Dabei werden Meßgeräte mittels Ballon in große Höhen getragen. Gemessen werden Temperatur, Taupunktstemperatur, Druck und indirekt auch Windgeschwindigkeit und Windrichtung, indem man den Ballon mit Radar verfolgt. Die Radiosonde ist eines der wichtigsten meteorologischen Geräte, weswegen alle 6 Stunden in vielen Stationen solche Aufstiege gemacht werden.
Radiosondenaufstieg
Durchführung einer Messung mittels einer Radiosonde.
Radius des Maximalwindes
Radius eines Kreises, den man um das Zentrum eines Wirbels legt. Der Kreis kennzeichnet das Gebiet, in dem maximale Windgeschwindigkeiten gemessen werden.
Randtief
In einem ausgedehnteren Tiefdruckgebiet vorhandenes kleinräumiges Gebiet tiefen Drucks, das nicht mit dem eigentlichen Druckkern zusammenfällt.
Raoultsches Gesetz
Physikalisches Gesetz über die Dampfdruckerniedrigung bei Lösungen. Es besagt, daß der Dampfdruck über reinem Wasser höher ist als über einer Lösung, und mit steigender Konzentration der Lösung immer weiter erniedrigt wird.
Rauheis
Bei Frost entstehende Ablagerung von Nebeltropfen an festen Gegenständen. Die unterkühlten Wassertropfen des Nebels frieren dabei spontan an ein Objekt unter dem Gefrierpunkt an. Es lagert sich dann weiteres Rauheis auf der Leeseite an.
Rauhfrost
Auch Rauhreif genannt. Ähnlich dem Rauheis abgelagerte, feine Eisnadeln an Gegenständen. Sie entstehen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und hoher Luftfeuchtigkeit, wobei die in der Luft enthaltenen Wassertröpfchen an festen Gegenständen anfrieren.
Rauhigkeit
Bezeichnung für das Maß der Unebenheit eines Geländes. Der Rauhigkeitsparameter dient zur Abschätzung des Geländeeinflußes auf Luftströmungen und Turbulenzen in der untersten Luftschicht.
Reaumur
Temperaturskala, deren Fixpunkte wie bei der Celsiusskala der Gefrier- und der Siedepunkt des Wassers sind. Diese Temperaturdifferenz wird in 80 gleiche Teile unterteilt. Eine Temperaturänderung um ein Grad Reaumur entspricht also 1,25 Grad Celsius.
Reflexion
An der Grenzfläche zweier Medien erfolgende Änderung der Ausbreitungsrichtung von Wellen, insbesondere von Lichtwellen.
Refraktion
Physikalische Bezeichnung für Lichtbrechung. Die in der Atmosphäre erfolgende Brechung des Sonnenlichts wird astronomische Refraktion genannt.
Regen
Niederschlag in flüssiger Form. Er entsteht durch Anwachsen der Größe von Wolkentropfen durch verschiedene Prozesse, bis die somit größer gewordenen Tropfen ausfallen.
Regenbogen
Optische Erscheinung in der Atmosphäre, bei der das Sonnenlicht an Regentropfen gebeugt, dann im Regentropfen gespiegelt wird. Der Regenbogen erscheint an den Wolken auf der der Sonne gegenüberliegenden Seite. Die Farben entstehen dadurch, daß das weiße Sonnenlicht bei Beugung und Spiegelung in Spektralfarben zerlegt wird, da Licht unterschiedlicher Wellenlängen unterschiedlich stark gebrochen wird.
Regenmesser
Andere Bezeichnung für Niederschlagsmeßgeräte.
Regenschatten
Die dem Wind abgewandte Seite von Gebirgen, auf der die Niederschlagsintensität geringer ist als auf der dem Wind zugewandten Seite.
Regentag
Tag, an dem in 24 Stunden mindestens 0,1 mm Regen an der Station gefallen sind.
Regenwald
Ausgedehnte Waldregionen, in denen eine Durchschnittstemperatur mindestens 20 Grad und die mittlere Niederschlagsmenge 1500 mm pro Jahr erreicht werden.
Regenzeit
Allgemeiner Begriff für den Zeitraum, in dem in ansonst niederschlagsarmen Gebieten der Hauptanteil des jährlichen Niederschlags fällt.
Reibungshöhe
Die Höhe der atmosphärischen Grenzschicht, in der die größten Reibungseffekte mit dem Erdboden stattfinden.
Reifestadium
Ein Tiefdruckwirbel ist im Reifestadium voll entwickelt. Bei einem Tiefdruckgebiet der mittleren Breiten bezeichnet man als Reifestadium die beginnende Okklusion.
Relative Feuchte
Quotient aus dem tatsächlich in der Luft enthaltenen Wasserdampf und dem maximal möglichen Gehalt. Die relative Feuchte wird in % angegeben. Eine relative Feuchte von 100% bedeutet also maximale Sättigung der Luft mit Wasserdampf.
Relative Topographie
Der Abstand zweier Hauptdruckflächen in Einheiten des Geopotentials.
Relative Vorticity
Der Anteil an der Wirbelstärke/Vorticity, der sich relativ zur Erdoberfläche ergibt. Die Wirbelstärke ist ein Maß für die Drehbewegung von Wirbeln und setzt sich aus der relativen und planetaren Vorticity, der Wirbelstärke der Erdrotation, zusammen.
Remote Sensing
Englisches Wort für: Fernerkundung. In der Meteorologie ist damit das Sammeln von Meßdaten ohne körperlichen Kontakt zum untersuchten Medium gemeint. Paradebeispiel sind Messungen per Satellit.
Retrograde Front
Front, die sich aus ihrer eigentlichen Bewegungsrichtung nach hinten, d.h. rückwärts verlagert. Ein Punkt der Erdoberfläche wird dabei von einer Front überquert, nach dem Durchgang erfolgt eine Rückwärtsbewegung der Front, der Ort wird ein weiteres Mal überquert. Wird eine Front retrograd, dann ändert sie ihre Charakteristik von der Warm- zur Kaltfront und umgekehrt.
Reversible Prozesse
Prozesse, deren Verlauf zwischen zwei Zuständen eine Rückkehr zum Grundzustand erlaubt. Man kann einen reversiblen Prozess also "ungeschehen machen". Das Gegenteil sind irreversible Prozesse, bei denen im betroffenen System unumkehrbare Veränderungen vorgenommen werden.
Richtungsdivergenz
Das Auffächern von Stromlinien. Zusammen mit der Geschwindigkeitsdivergenz bildet die Richtungsdivergenz die Gesamtdivergenz einer Luftströmung. Nach dem Durchströmen einer Verengung gehen dabei die Stromlinien auseinander und die Strömungsgeschwindigkeit nimmt wieder zu.
Rossby-Wellen
Lange, planetare Wellen der Wellenzahlen 4 bis 7. siehe Wellenzahl.
Rotor
Wirbel mit horizontaler Achse. V.a. auf der windabgewandten Seite von Gebirgen als Leewirbel.
Roßbreiten
Region zwischen 25 und 35° nördlich und südlich des Äquators. Sie liegen also innerhalb des subtropischen Hochdruckgürtels und sind sehr windarm.
Rückseitenwetter
Die vorherrschenden Wettererscheinungen nach Durchzug einer Kaltfront auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten. Dabei wird meist Kaltluft in den Bereich geführt. Typische Rückseitenwetter sind z.B. starke Quellbewölkung, vorübergehende große Wolkenlücken, große Sichtweite und Schauer.
S
SE-Passat
Bereich der Zirkulation der Atmosphäre. Gebiete südlich des Äquators, in denen die Passatwinde aus südöstlichen Richtungen wehen.
SI-Einheiten
International festgelegte Basiseinheiten. Länge wird in Meter (m) gemessen, Zeit in Sekunden (s), Temperatur in Kelvin (K), Masse in Kilogramm (kg). Die Vereinheitlichung durch einen gemeinsamen Standard dient zur besseren Vergleichbarkeit von Messungen.
SMOG
Zusammenfassung der Wörter Smoke und Fog, also Rauch und Nebel. Gemeint ist eine Anreicherung der Luft mit Schadstoffen. SMOG entsteht v.a. bei anhaltenden, austauscharmen Wetterlagen, wobei sich die Luft immer weiter mit Schadstoffen anreichern kann, die eventuell als Kondensationskeime wirksam werden, es entsteht Nebel.
Salzgehalt
Anteil an gelöstem Salz im Wasser. Der Salzgehalt des Meerwassers ist entscheidend bei dem Gefrierverhalten von Wasser. Schon ab einem Salzgehalt von 25 Promille liegt der Gefrierpunkt von Wasser bei unter Null Grad.
Salzpartikeln
Durch Meerwasserverdunstung und Gischt aufgewirbelte, feste Salzpartikel, die in der Luft als Kondensationskerne wirksam werden. Sie werden nicht nur über dem Meer beobachtet, sondern durch Luftströmungen werden sie auf die Kontinente verfrachtet.
Samum
Heisser, trockener Wüstenwind aus Süd bis Südost in Nordafrika.
Sandfegen
Bodennahes Aufwirbeln von Sand, der dabei durch den Wind verfrachtet wird. Die Höhe über dem Erdboden beträgt nur wenige 10 Zentimeter, maximal bis zur Augenhöhe.
Sandsturm
In Wüstengebieten vorkommender Sturm, bei dem Sand hochreichend aufgewirbelt wird. Je nachdem, wie hoch die Strömung dabei Sand und Staub aufwirbelt, werden große Mengen weithin verfrachtet. So z.B. der in Mitteleuropa bekannte Blutregen, der seine rötliche Färbung von Anteilen an Staub mit Ursprungsgebiet Sahara bekommt.
Santa-Ana-Winde
An die südkalifornische Küste wehender föhnartiger Wind. Santa-Ana-Föhn.
Satellit
Einen Zentralplaneten umkreisendes Objekt. Es wird zwischen natürlichen Satelliten, z.B. dem Mond, und künstlichen Satelliten unterschieden. Künstliche Satelliten sind alle vom Menschen in das Weltall eingebrachte Körper. Auch wenn sie keine Funktion (mehr) erfüllen. Eine alte Coladose, die von Merbold im All entsorgt wurde, ist somit auch ein Satellit.
Satellitenbeobachtung
Fernerkundung mittels Satelliten.
Satellitenbild
Von Satellitensensoren oder Kameras erstellte graphische Darstellung der Erdoberfläche. Dabei kann es sich um einfache Photographien oder um Ergebnisse von Strahlungsmeßgeräten handeln. Die bekanntesten Satellitenbilder sind Messungen im Infrarotbereich, bei denen die Temperaturen punktweise gemessen werden. Jedem Objekt, z.B. Erboden, Eiswolken, Wasserwolken, Meerwasser, Meereis, Schnee, werden bestimmte Temperaturwerte zugeordnet, die in dem entstehenden Satellitenbild farbig dargestellt werden.
Satellitenfilm
Aneinanderreihung von Satellitenbildern. Der Vorteil von Satellitenfilmen liegt darin, daß der Betrachter Wetterentwicklungen, wie z.B. Bahnen von Wolkenwirbeln, auf dem Bildschirm verfolgen kann. Dem europäischen Fernsehzuschauer am vertrautesten sind Meteosat-Filme. Sie haben den Vorteil, daß Meteosats geostationäre Satelliten sind, von denen alle 30 min. Bilder zur Verfügung stehen. Auch mit umlaufenden Satelliten kann man Filme herstellen, die Abstände zwischen den einzelnen Aufnahmen sind jedoch größer und wegen der verschiedenen Blickwinkel des Satellits bei den verschiedenen Überflügen ist die Nachbereitung schwieriger.
Satellitenloop
siehe Satellitenfilm.
Satellitenmeteorologie
Teilgebiet der Meteorologie, das sich mit der Nutzbarmachung von Satellitenmessungen für die Meteorologie beschäftigt.
Sauerstoff
Unter normalen Bedingungen gasförmiger Stoff, der ca. 23% der Masse der Luft und ca. 21% des Luftvolumens ausmacht. Formelzeichen: O für Oxygen. In der Atmosphäre überwiegt der zweiatomige Sauerstoff, in dem sich die Sauerstoffatome zu Molekülen verbinden.
Saurer
Niederschlag mit geringen ph-Werten. Der Name rührt daher, daß die Luft mit Schwefel- und Stickstoffdioxid belastet ist. Diese Stoffe werden durch Regen ausgewaschen und werden als Schädigung durch Übersäuerung auf der Erde wirksam.
Scavenging
Vom englischen "Straßenkehrer" abgeleitete Bezeichnung für den Prozeß, bei dem Partikel aus der Luft durch Wassertröpfchen aus der Luft ausgewaschen werden.
Schalenkreuzanemometer
Windmeßgerät, bei dem die durch den Wind hervorgerufene Rotation von Schalen genutzt wird. siehe Anemometer.
Schall
Der Schall als akustisches Signal breitet sich als Welle in der Atmosphäre aus. Seine Geschwindigkeit beträgt 330 m/s.
Schauer
Kurze Niederschläge ohne große Dauer. Sie können leicht sein, aber auch mit großer Intensität verlaufen. Schauer sind die typische Niederschlagsform von Quellwolken.
Schauerwetter
Kurz aufeinanderfolgende Schauer, dann wieder dichte oder aufgelockerte Quellwolken, die in größere Aufhellungen übergehen. Typisches Schauerwetter ist z.B. das volkstümliche Aprilwetter.
Schauerwolken
Quellwolken, aus denen Schauer fallen. In der Regel sind damit Cumulonimben gemeint.
Scheinbarer
Bei bewegten Fahrzeugen, insbesondere Flug- und Seefahrzeugen, aus der Eigenbewegung des Fahrzeugs resultierende Windrichtung und Windgeschwindigkeit. Der reale Wind kann mit einem sogenannten Windparallelogramm ermittelt werden.
Schelfeis
Vor allem in der Antarktis vorkommendes festes Eis. Von Gletschern abbrechendes Eis friert dabei vor der Küste wieder zu einer festen Eisdecke. Das Schelfeis schiebt sich immer weiter von der Küstenlinie in den Ozean hinein. Die Dicke und Festigkeit reicht bei weitem für den Bau von Forschungsstationen, wie z.B. der deutschen Georg-von-Neumayer-Station.
Scherung
Windscherung. Längs der Stömung verlaufende Änderung der Windgeschwindigkeit, d.h. daß sich benachbarte Luftpakete unterschiedlich schnell bewegen. Am Ort der Windscherung verläuft die imaginäre Scherungslinie.
Schichtdicke
Der Abstand von zwei Hauptdruckflächen in der relativen Topographie.
Schichtdickeadvektion
Durch Advektion hervorgerufene Veränderung der Schichtdicke.
Schichtung
Senkrechter Aufbau der Luftschichten. In der Meteorologie stellt die aktuelle Luftschichtung mit das wichtigste Untersuchungsobjekt von Messungen dar.
Schichtwolken
Wolken, die den Himmel ganz oder teilweise ziemlich eintönig bedecken. Bezeichnung für spezielle Wolkenarten wegen ihres Aussehens, v.a. Stratuswolken.
Schiffahrt
Alle von Seefahrzeugen durchgeführte Bewegungen auf dem Wasser.
Schiffsbarometer
Früher war die Luftdruckmessung auf Schiffen eine schwierige Angelegenheit, da die damals üblichen Quecksilberbarometer durch den Seegang ungenau abzulesen waren. Heute verwendet man einfache Aneroidbarometer.
Schiffsvereisung
Durch gefallene oder abgelagerte Niederschläge und Spritzwasser erfolgende Eisanlagerung am Schiffskörper. Die Schiffsvereisung stellt eine schwerwiegende Gefahr für Seefahrzeuge dar, da einerseits primäre Schäden, z.B. an der Takelage, eintreten können, andererseits der Schwerpunkt des Schwimmkörpers in die Höhe verlagert wird.
Schlechtwetter
Eigentlich nicht existente Bezeichnung für bestimmte Wettertypen. Ob Wetter schlecht oder gut ist, ist reine Ansichtssache. Allgemein ist Schlechtwetter die Bezeichnung, die eine geplante wetterabhängige Handlung entweder erschwert oder unmöglich macht.
Schleierwolken
Volkstümliche Bezeichnung für Cirrostratus, die den Himmel ganz oder teilweise mit einem sonnenscheindurchlässigen Schleier bedecken.
Schleuderpsychrometer
Gerät zur Bestimmung der Taupunktstemperatur. das Schleuderpsychrometer ist die halbautomatische Version des Aspirationspsychrometers. Der zur Verdunstung des nassen Strumpfs am Meßfühler nötige Luftstrom erfolgt nicht durch einen Ventilator, sondern in Handarbeit durch Schleudern des gesamten Gerätes.
Schleuderthermometer
Gerät zur Bestimmung der Lufttemperatur auf Seefahrzeugen. Das in einer Hülle vor Sonnenstrahlung geschützte Thermometer wird dabei durch die Rotation einem Luftstrom ausgesetzt, der die um das Gerät herum befindliche, evtl. wärmere Luft durch Umgebungsluft ersetzt. In einer Wetterhütte an Land ist ein Schleuderthermometer nicht nötig, da hier genügender Strahlungsschutz vorhanden ist.
Schmelzpunkt
Diejenige Temperatur, bei der ein Stoff vom festen in den flüssigen Aggregatzustand übergeht. Er ist gleichbedeutend mit dem Gefrierpunkt.
Schmelzwärme
Die Energie, die für das Schmelzen von 1 kg eines Stoffes nötig ist. Die Schmelzwärme ist damit eine für jeden Stoff charakteristische Größe.
Schnee
Niederschlag in fester Form. Die Bildung und Form der Schneekristalle ist stark von der Temperatur abhängig. Meist haben die Kristalle eine sechseckige oder sechskantige Form.
Schneebrett
Auf der windzugewandten Seite durch den Wind angehäufte Schneeansammlungen mit glatter Oberfläche. Je nach Verpappung mit dem Untergrund ist die Gefahr von Lawinenbildung bei Belastung immens.
Schneefegen
Bodennahes Aufwirbeln von Schnee, der dabei durch den Wind verfrachtet wird. Die Höhe über dem Erdboden beträgt nur wenige 10 cm.
Schneegestöber
Hoch aufgewirbelte Schneeflocken bei Wind. Schneegstöber führt je nach Dichte zu starken Sichtbeeinträchtigungen. Der gebräuchlichere Begriff ist jedoch: Schneetreiben.
Schneegrenze
Trenngebiet, die im Gebirge die Höhenlagen mit Ganzjahresschnee von Höhenlagen trennt, in denen der Schnee zeitweise abtaut.
Schneegriesel
Graupelförmige Schneekristalle mit trübem Eisüberzug. Schneegriesel fällt mit geringer Intensität aus einer geschlossenen Wolkendecke.
Schneemesser
Niederschlagsmeßgerät, bei dem der gefallene Schnee in einem Auffangbehälter gesammelt wird. Vor dem Ablesen wird der Schnee geschmolzen, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.
Schneeregen
Niederschlag, bei dem entweder Schnee und Regen gleichzeitig oder mit kurzem Abstand voneinander getrennt fallen.
Schneesturm
Ähnlich dem Sandsturm verlaufender Sturm, bei dem entweder Schnee fällt oder in großen Mengen vom Wind aufgewirbelt und verfrachtet wird.
Schneetreiben
Andere Bezeichnung: Schneegestöber. Schneetreiben ist die Steigerung von Schneefegen, wobei die Höhe des aufgewirbelten Schnees bei weitem die Augenhöhe übersteigt.
Schneewehe
Durch Wind angesammelte, große Menge Schnee. Der Schnee wird dabei erst locker aufgehäuft und sackt eventuell zu einem festen Haufen zusammen.
Schockwellen
In der Physik Wellen, die einen Zustand aus dem Gleichgewicht bringen. Brechen z.B. große Eisstücke von einem Gletscher ab und stürzen ins Meer, dann entstehen unmittelbare Schockwellen, die das Seegangsverhalten nachhaltig beeinflussen.
Schubspannung
Die Reibungskraft, die durch die verschiedenen Bewegungsrichtungen oder Geschwindigkeiten verschiedener Luftschichten entsteht.
Schwachwindlage
Wetterlage, bei der durch geringe Luftdruckunterschiede nur wenig Luftbewegung stattfindet. Charakteristische Schwachwindlagen finden sich in Hochdruckgebieten, die allgemein einen geringeren Luftdruckgradienten als Tiefdruckgebiete aufweisen, also partout schon mal windärmer sind.
Schwarzer
Für die Theorie von Strahlungsvorgängen wichtiger Idealisierung des Strahlungsverhaltens eines Körpers oder eines Stoffes. Der ideale schwarze Körper absorbiert die auf ihn auftreffende Strahlung vollständig.
Schwerkraft
Andere Bezeichnung für die Gravitationskraft. Die auf einen Körper wirkende Kraft der Erdanziehung.
Schwüle
Bei hoher Luftfeuchtigkeit vom Menschen empfundene, subjektive Temperaturerhöhung. Sie entsteht dadurch, daß durch die schon in der Luft vorhandenen Feuchte dieVerdunstung des Schweisses schwieriger wird, die Kühlung dem Körper also schwerer fällt.
Schäfchenwolken
Volkstümliche Bezeichnung der Wolkenarten Cirro- und Altocumulus. Der Name kommt von ihrem schäfchen- oder wollballenartigen Aussehen.
Schönwetterelektrizität
Die Atmosphäre der Erde weist nicht nur bei Gewitter große Spannungsunterschiede zwischen den Schichten auf, sondern auch bei "schönem Wetter" existiert diese Spannung, die jedoch nicht zur Entladung kommt.
Schönwetterwolken
Quellwolken, die sich an "schönen" Tagen bilden. Sie enstehen am Vormittag infolge der Sonneneinstrahlung, und lösen sich am späten Nachmittag wieder auf. Schönwetterwolken entwickeln sich nur bei windarmen Wetterlagen, wo keine großräumig überlagerte Strömung ihre Entstehung behindert oder unmöglich macht.
Schöpfwasserthermometer
Gerät zur Messung der Wassertemperatur. Dabei wird ein Thermometer in ein Schöpfgefäß eingebaut. Nach genügend langem Wasserkontakt kann die Temperatur direkt abgelesen werden und muß nicht erst an Bord erfolgen, wodurch es zu Verfälschungen der Werte durch die Lufttemperatur kommen könnte.
Scirrocco
Auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten entstehende Südwinde im Mittelmeerraum. Der Sciroccco ist heiß, trocken und führt gegebenenfalls große Staub- und Sandmengen mit sich. Nach langem Überströmen großer Wasserflächen nimmt die Luft Feuchtigkeit auf, die sich in schauerartigen Niederschlägen äußern können.
Sedimentation
Ablagerung von festen Partikeln aus der Atmosphäre am Erdboden, die durch die Erdanziehung erfolgt. Die Sedimentation ist das "trockene" Gegenstück zur nassen Deposition, bei der die Partikel ausgewaschen werden.
Seegangskarte
Karten, auf der der aktuelle und der prognostizierte Seegang eingetragen sind.
Seegangsvorhersage
Prognose der zu erwartenden Seegangsverhältnisse. Der Vorhersage werden meist die zu erwartenden Windverhältnisse zugrunde gelegt.
Seeklima
Maritimes Klima. Klima, das durch die Anwesenheit großer Wasserflächen dominiert wird.
Seerauch
Nebel, der durch Überströmen kühler Luft über wärmeres Wasser entsteht. Es setzt Verdunstung direkt an der Grenzfläche zwischen Wasser und Luft ein. Der Seerauch oder auch Meerrauch erscheint im wahrsten Sinne des Wortes "wabernd".
Seewettervorhersage
Wettervorhersage, die speziell auf die Bedürfnisse von Seefahrzeugen abgestimmt ist.
Seewind
Von der See zum Land hin wehender Wind. siehe Land- und Seewind.
Segelflugvorhersage
Wettervorhersage, die speziell auf die Bedürfnisse von Segelflugzeugen abgestimmt ist. Einen Hauptanteil bilden z.B. Thermik, Quellwolkenbildung, Wolkenabschirmung und Windverhältnisse.
Sensible Wärme
Mit dem Thermometer meßbare Wärme. siehe Fühlbare Wärme.
Sensor
Teil eines Meßgerätes. Messfühler.
Showalter-Index
Labilitätsindex zur Vorhersage der Gewitterwahrscheinlichkeit. siehe auch K.O.-Index.
Sichtmarke
Gebäude oder Objekt, das zur Bestimmung der Sichtweite genutzt wird. Die Sichtmarke muß bei bekanntem Abstand noch klar erkennbar sein.
Sichtweite
Die maximale Entfernung, in der Objekte mit bloßem Auge noch klar erkennbar sind.
Siebenschläfer
Lostag in den Bauernregeln. "Regnet es am 27.Juni, dann regnet es 7 Wochen lang täglich." Unbeständiges Wetter hat zwar die Tendenz, am Leben zu bleiben, trotzdem ist diese Bauernregel keine zuverlässige Wetterregel.
Siedepunkt
Diejenige Temperatur und der Druck, bei der ein Stoff von seinem flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht. Die Siedetemperatur ist abhängig vom Luftdruck, für Wasser liegt der Siedepunkt bei 1013 hPa und 100°C.
Siedetemperatur
Die Temperatur, bei der ein Stoff gasförmig wird. Die Siedetemperatur ist druckabhängig. siehe Siedepunkt.
Silberjodid
Künstliche Kondensationskerne. Siberjodid ist mit seinem kristallinen Aufbau den Eiskristallen sehr ähnlich, ist also bestens zur Anlagerung von unterkühltem Wasser geeignet. Man hoffte, durch das Impfen von Wolken mit Silberjodid ein frühzeitiges Abregnen zu erreichen, z.B. zur Vermeidung von Hagelunwettern. In Rußland versuchte man, Moskau zu wichtigen Veranstaltungen wolkenfrei zu machen. Der Erfolg ist aber umstritten. Es war zwar wolkenlos, aber ob der Effekt auf das Impfen zustande kam, ist ungewiss.
Singularitäten
Vom normalen, durchschnittlichen Wetterablauf abweichende Wettererscheinungen wie z.B. Maximaltemperaturen bei bestimmten Wetterlagen. Es existieren Singularitätenkalender, in denen Vorhersageregeln vom Wetter an Lostagen abgeleitet werden sollten. Man kann zwar von solchen Extremen auf die Großwetterlage schließen, zur Wettervorhersage sind sie jedoch ungeeignet.
Solarkonstante
Die Bestrahlungsintensität der Sonne an der Obergrenze der Erdatmosphäre. Die Solarkonstante hat einen Wert von etwa 1370 Watt pro Quadratmeter, also Leistung pro Einheitsfläche. Schwankungen der Bestrahlungsintensität sind auf Sonnenaktivitäten zurück zu führen.
Solenoiden
Verlaufen Isobaren und Isothermen in einer vertikalen Luftschichtung nicht parallel, so schneiden sich diese Linien. Die von mehreren solcher Schnittlinien entstehenden Rauten heissen Solenoide. Anzahl und Größe der Solenoide sind ein Maß für die Baroklinität der Atmosphäre.
Sommer
Meteorologen unterscheiden nur zwischen Sommer und Winter, Frühling und Herbst sind nur Übergangszeiträume. Der Sommer beginnt am 1.März und endet am 1.September.
Sommertag
In der Meteorologie ein Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad Celsius.
Sonnenaktivität
Sonnentätigkeit. Die spektakulärsten Aktivitäten sind z.B. Flares, Protuberanzen, Flecken und alle Arten von eruptiven Ereignissen. Die Sonnenaktivität beeinflußt durch Veränderung der Solarstrahlung die Erdatmosphäre. Bestimmte Aktivitäten können einem gewissen Zyklus zugeordnet werden. Die Häufigkeit der Aktivitäten schwankt stark und unterliegt einem 7 bis 11 jährigen Zyklus, den man z.B. in der Polarlichthäufigkeit direkt nachvollziehen kann.
Sonnenfinsternis
dabei schiebt sich der mond auf seiner Bahn zwischen Sonne und Erde, so dass der Schatten des Mondes auf die Erde fällt. Befindet sich der beobachter im Kernschatten des Mondes so spricht man von einer totalen Sonnefinsternis. Nur dann ist die Korona zu sehen. Meistems handelt es sich aber um eine partielle Finsternis, bei der der Mond nur einen Teil der Sonne verdeckt.
Sonnenkorona
Die äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre. Sie ist zwar sehr heiss, durch ihre geringere Helligkeit als in der Chromosphäre jedoch selten zu beobachten. Nur bei Sonnenfinsternissen, wenn der Mond die innere Sonne abdunkelt, kann man die Korona erkennen.
Sonnenscheinautograph
Der Sonnenscheinautograph ist ein Meßgerät zur Bestimmung der Sonnenscheindauer. Er besteht aus einer Glaskugel, die wie ein Brennglas funktioniert, und einer Halterung hinter der Kugel, in der ein Pappstreifen eingelegt wird. Bei Sonnenschein brennt der gebündelte Stahl der Sonne dann eine Spur, der sogenannten Brennspur, ins Papier. Dieser wird dann ausgewertet, in dem man ihn vor eine Glühlampe hält und die Brennspur auszählt.
Sonnenstrahlung
Die von der Sonne ausgesandte elektromagnetische Strahlung. Ca. 45% der Sonnenstrahlung liegen im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts, ca. 45% im Infrarot- und knappe 10% liegen im UV-Bereich.
Sonnensynchrone Bahn
Bei polar umlaufenden Satelliten besagt die Bezeichnung sonnensynchron die Tatsache, daß sich während des ganzen Jahres der Winkel zwischen der Umlaufebene des Satelliten und der Bahn der Erde um die Sonne nicht ändert.
Sonnenwende
Die Achse der Erddrehung ist gegenüber der Bahn der Erde um die Sonne geneigt. Ein halbes Jahr lang wird damit die Nordhalbkugel, ein halbes Jahr lang die Südhalbkugel mehr beschattet. Die Zeitpunkte des höchsten bzw. niedrigsten Sonnenstandes sind gleichzeitig die Umkehrpunkte der Tageslänge. Sonnenwenden sind der 21.Juni und der 21.Dezember.
Sonnenwind
Von der Sonne ausgehende Partikelstrahlung. Die Partikel bewegen sich entlang der Linien des solaren Magnetfeldes. Der Sonnenwind ist durch den sogenannten Strahlungsdruck verantwortlich für die Form der Erdmagnetosphäre. Durch die an den Cusps in die Erdatmosphäre eintretenden Partikel entsteht das Polarlicht.
Sperrschicht
Horizontale Schicht in der Atmosphäre, die einen vertikalen Luftaustausch unterbindet. Sperrschichten sind gleichbedeutend mit Inversionen.
Spezifische Feuchte
Die Menge Wasserdampf, die in einem Kilogramm feuchter Luft enthalten ist. Die spezifische Feuchte wird in g/kg angegeben.
Spezifische Wärme
Die zur Erwärmung von 1 kg eines Stoffes um 1 Kelvin erforderliche Wärmemenge.
Spissatus
Cirrus, der (optisch) so dicht ist, dass er bei beobachtung gegen die Sonne grau erscheint.
Sättigung
Maximale Beimischung eines Stoffes in einem anderen Stoff, sodaß der beigemischte Stoff gerade noch vollständig gelöst wird. In der Atmosphäre kann z.B. die Luft bei einer bestimmten Temperatur nur eine bestimmte Menge Wasserdampf enthalten, ohne das das Wasser flüssig wird. Wird hier die Sättigung überschritten, so setzt Wolkenbildung ein. Man kann auch Kaffee mit Zucker übersättigen. Nimmt man als Schleckermäulchen zu viel, dann setzt sich der überschüssige Zucker am Tassenboden ab.
Sättigungsdefizit
Die Differenz zwischen maximaler und tatsächlich vorhandener Sättigung.
Sättigungsfeuchte
Bei einer bestimmten Temperatur in der Luft enthaltene maximale Wasserdampfmenge. Die Sättigungsfeuchte wird in Gramm pro Kubikmeter angegeben.
Sättigungsmischungsverhältnis
Der Quotient aus maximal enthaltendem Wasserdampf und der Masse der enthaltenden Luft. Das Sättigungsmischungsverhältnis wird in Gramm pro Kilogramm angegeben.
Sättigungstemperatur
siehe Taupunktstemperatur.
T
T-number
Einteilung tropischer Wirbelstürme in 8 verschiedene Klassen von T1 bis T8. Die Einteilung erfolgt nach dem Aussehen der zugehörigen Wolkenfelder.
TAF
Kurzform des engl. "terminal aerodrome forecast", also einer Flugplatzwettervorhersage. Sie wird ähnlich dem Synop-Code immer in einer international festgelegten Art verschlüsselt, um jedem Piloten verständlich zu sein.
TEMP
Verschlüsselte Messergebnisse eines Radiosondenaufstieges. Genau wie bei SYNOP und TAF werden TEMPs in einem international festgelegten Code verfaßt.
Tagesgang
Verlauf einer meteorologischen Größe, z.B. der Temperatur, im Laufe eines Tages.
Taifun
Bezeichnung für tropische Wirbelstürme im Westpazifik. siehe Wirbelsturm.
Talnebel
In Tälern und Mulden entstehender Abkühlungsnebel.
Talwind
Vom Tal zum Hang hin wehender Wind.
Tau
Allgemeine Bezeichnung für flüssigen, abgesetzten Niederschlag. Die Wassertropfen lagern sich dabei an festen Gegenständen ab.
Taupunktsdifferenz
Der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunktstemperatur. Eine andere Bezeichnung ist "spread".
Taupunktstemperatur
Die Temperatur, bis zu der man ein Luftpaket abkühlen muß, damit sie mit ihrem aktuellen Wasserdampfgehalt gesättigt ist und keine weitere Feuchte aufnehmen kann, ohne das Kondensations eintritt, d.h. sich sichtbare Wassertröpfchen bilden.
Tauwetter
Nach länger anhaltenden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt einsetzende Erwärmung über Null Grad, so dass Schnee und Eis zu schmelzen beginnen.
Temperatur
Die Temperatur ist das Maß für die in einem Stoff enthaltene Wärmeenergie. Sie ist damit ein Maß für die ungeordnete Bewegung ihrer Moleküle.
Temperaturadvektion
Temperaturänderung an einem Ort, die durch Heranführen von Luftmassen einer anderen Temperatur hervorgerufen wird. Neben der Advektion ist die solare Einstrahlung der wichtigste Grund für Temperaturänderungen an einem Ort.
Temperaturgradient
Änderung der Temperatur pro Strecke. Man unterscheidet horizontale und vertikale Temperatur- gradienten. Ein wichtiges Beispiel ist der sogenannte "Adiabatische Temperaturgradient".
Temperaturskala
Festgelegte Einheiten zur quantitativen Unterscheidung verschiedener Temperaturen. Ohne Temperaturskalen könnte man nicht mehr sagen als: Es erscheint mit kalt, es erscheint mir warm.
Terrestrische Ausstrahlung
Die langwellige, von der Erde abgesandte Strahlung. Zusammen mit der solaren Strahlung und den Strahlungsanteilen der Atmosphäre ergibt sie die Strahlungsbilanz des Systems Erde-Atmosphäre. Die Luft wird nicht durch die solare Strahlung direkt erwärmt, sondern von der langwelligen Erdausstrahlung.
Theoretische Meteorologie
Teilgebiet der Meteorologie, das sich mit den mathematischen und physikalischen Grundlagen und Prozessen beschäftigt. Ziel der theoretischen Meteorologie ist es, eindeutige Formeln zu entwickeln, mit denen Abläufe in der Atmosphäre beschrieben werden können.
Thermik
Durch Aufheizung der bodennahen Luftschicht erzwungenes Aufsteigen der Luft. Man könnte die Thermik grob als "Aufwind" bezeichnen. Thermik ist die Grundvoraussetzung für längere Verweildauern von nicht motorisierten Fluggeräten.
Thermische Instabilität
Durch starke Erwärmung der bodennahen Luftschicht oder des Untergrundes hervorgerufene Labilität der Luftschichtung.
Thermischer Wind
Besteht mit der Höhe eine Änderung der Windrichtung und der Windgeschwindigkeit, dann ist der Thermische Wind in Betrag und Richtung genau gleich dieser Änderung. Verständlich machen kann man sich den Thermischen Wind, indem man ein Winddreieck zeichnet.
Thermodynamisches Diagrammpapier
Diagramm, in das die Temperatur und der Druck einer vertikalen Luftschichtung gegeneinander aufgetragen werden. Stüve-Diagramm
Thermoelement
Thermometer. Aus zwei verschiedenen Metallen bestehendes Temperaturmessgerät. Herrschen an den Enden der beiden Metalle unterschiedliche Temperaturen, dann entsteht eine sogenannte Thermospannung, die man an der Kontaktstelle der beiden Metalle messen kann. Die Eichung eines Thermoelements kann sehr einfach erfolgen, indem man bekannte Fixpunkte mißt, z.B. Gefrier- und Siedepunkt von Wasser. Vorteil der Thermoelement ist eine sehr kurze Messdauer, da die Messfühler sehr schnell auf die Temperaturen ansprechen.
Thermograph
Thermometer mit eingebautem Schreiber zur fortlaufenden Registrierung der gemessenen Temperaturen.
Thermometer
Gerät zur Temperaturmessung. Es gibt die verschiedensten Messprinzipien, z.B. die Volumenveränderung bei Temperaturänderung, die Thermospannung und die Strahlung bei bestimmter Temperatur. Die gebräuchlichsten Thermometer sind Quecksilber-, Infrarot-, Alkoholthermometer und Thermoelemente.
Thermometerhütte
siehe Wetterhütte.
Thermosphäre
Schicht der Atmosphäre oberhalb der Mesopause, d.h. von ca. 80 bis 90 km bis zu 1000 km Höhe. Die Thermosphäre hat ihren Namen durch den starken Temperaturanstieg auf bis zu 2000°C mit der Höhe.
Tief
Kurzform von Tiefdruckgebiet.
Tiefdruckausläufer
Isobarenausbuchtung, die von einem Tiefdruckgebiet ausgehen. Man erkennt Tiefdruckausläufer an den zugehörigen Fronten, weshalb man die Fronten auch oft als Tiefdruckausläufer bezeichnet.
Tiefdruckgebiet
Abgeschlossenes Gebiet, in dem der Luftdruck geringer ist als in der Umgebung. Ein Tiefdruckgebiet ist an geschlossenen Isobaren erkennbar.
Tiefdruckrinne
Linienförmiges Gebiet tiefen Drucks, das meist mehrere Tiefdruckgebiete miteinander verbindet.
Tiefe
Wolken mit einer Obergrenze von maximal 2000 m. Sie bestehen aus Wasser. Wolken oberhalb von 2000 m werden als mittelhohe und hohe Wolken bezeichnet und bestehen aus Wasser und Eis bzw. nur aus Eis.
Topographie
Höhenwetterkarten, in denen Flächen gleichen Drucks durch Angaben in geopotentiellen Metern dargestellt werden. Die absolute Topographie einer Druckfläche gibt die geopotentielle Höhe über dem Erdboden an, die relative Topographie den Abstand zu einer anderen Druckfläche.
Tornado
Wirbelsturm in mittleren Westen der USA. Die Länge der Zugbahnen variiert zwischen nur einigen Kilometern bis zu einigen Hundert Kilometern in seltenen Fällen. Ein Tornado hat einen ausgeprägten Rüssel, der weithin sichtbar ist und große Mengen Staub mit sich führt.
Torr
Veraltete Einheit des Luftdrucks. Das Torr orientiert sich an der Quecksilberskala und ist gleich 1 mm Hg.
Totals-Totals-Index
Maßzahl für die Labilität einer Luftschichtung. siehe auch K.O.-Index, Showalter-Index.
Trajektorie
Die Bahn eines bewegten Teilchens mit der Zeit. Im Gegensatz zur Stromlinie stellt eine Trajektorie die wirkliche Bahn dar, die ein Teilchen genommen hat.
Tramontana
Das Föhngegenstück auf der Alpensüdseite wird Tramontana genannt.
Translucidus
Wolken in ausgedehnten Flecken, Feldern oder Schichten, die größtenteils so durchsichtig sind, dass die Stellung von Sonne oder Mond zu erkennen ist. Die Unterarten translucidus und opacus schließen sich einander aus. Diese Bezeichnung wird bei Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus und Stratus angewendet.
Transportgleichung
Mathematische Formel, die den Transport von Partikeln mit dem Wind in der Atmosphäre beschreibt.
Treibeis
Eischollen, die mit der Strömung verfrachtet werden. Bedeutung hat Treibeis als Schiffsbehinderung v.a. dadurch, daß es in Seegebiete, die durch ihre Charakteristik meist eisfrei sind, verfrachtet werden kann.
Treibhauseffekt
Andere Bezeichnung für den Glashauseffekt, bei dem die einfallende kurzwellige solare Strahlung in der Atmosphäre kaum absorbiert wird, die vom Erdboden im Gegenzug ausgesandte langwellige Stahlung jedoch zu einem gewissen Teil von der Lufthülle absorbiert und in Wärme umgesetzt wird. Man unterscheidet zwischen einem natürlichen und einem antropogenen Glashauseffekt. Der natürliche Treibhauseffekt sorgt dafür, daß die mittlere Lufttemperatur am Erdboden um die +15°C liegt. Ohne diesen Effekt wäre die Luft ca. 30 Grad kälter, die Erde somit unbewohnbar. Der antropogene Treibhauseffekt, der in den letzten 2 Jahrzehnten ins Gerede gekommen ist, sorgt über das natürliche Maß hinaus für eine weitere Erwärmung, die empfindlich in den Energiehaushalt der Atmosphäre eingreift. Obwohl umstritten, ist der antropogene Glashauseffekt mittlerweise nachgewiesen.
Tripelpunkt
In einem Zustandsdiagramm der Schnittpunkt von Schmelz-, Siede- und Sublimationskurve. Die Kurven entstehen durch die Temperatur- und Druckabhängigkeit der Übergänge. Am Tripelpunkt liegen alle 3 Aggregatzustände eines Stoffes direkt nebeneinander.
Trockenadiabate
Linie in einem thermodynamischen Diagramm, auf der Prozesse erstens ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung und zweitens ohne Kondensation erfolgen.
Trockenadiabatischer Temperaturgradient
Die Änderung der Lufttemperatur mit der Höhe, ohne das Kondensation eintritt. Er beträgt 1°C pro 100m.
Trockenlabil
Luftschichtung, bei der die Temperaturabnahme mit der Höhe größer als der trockenadiabatische Temperaturgradient ist.
Trockenstabil
Luftschichtung, bei der die Temperaturabnahme mit der Höhe geringer als der trockenadiabatische Temperaturgradient ist.
Trog
Hochreichendes Gebiet tiefen Drucks, das sich zwischen Gebiete höheren Drucks geschoben hat.
Trogachse
Längsachse eines Trogs.
Trombe
Örtlich begrenzter Wirbelsturm. Man unterscheidet klein- und großräumige Tromben. Zu den letzteren gehören die Tornados. Je kleiner die Trombe, desto kürzer seine Lebensdauer.
Tropen
Zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis gelegene Region um den Äquator. Die Tropen sind charakterisiert durch die günstige, ganzjährige Sonneneinstrahlung. Daher rührt auch das sogenannte Tropenklima mit ganzjährig hohen Temperaturen.
Tropikluft
Luftmasse, die aus den Tropen oder Subtropen stammt und durch großräumige Strömungen aus ihrem Ursprungsgebiet weggeführt werden.
Tropikluft:
mitteleuropäische Festlandluft, südeuropäisch-kontinentale Luft, nordatlantische Meeresluft, atlantische Tropikluft, Mittelmeertropikluft.
Tropische Wirbelstürme
Wirbelstürme in den Tropen, die bei Wassertemperaturen über 27 Grad Celsius entstehen. Je nach Auftrittsgebiet haben tropische Wirbelstürme eigene Bezeichnungen. Bekannteste Bezeichnungen sind Hurrican und Taifun.
Tropopause
Schicht in der Atmosphäre, die die Obergrenze der Troposphäre bildet. Je nach geographischer Breite liegt die Tropopause in Höhen zwischen 7 und 11 km. Erkennungsmerkmal für die Tropopause ist die in ihr herrschende Isothermie.
Troposphäre
Die unterste Schicht der Erdatmosphäre. Sie ist charakterisiert durch starke vertikale Durchmischung bis in Tropopausenhöhe. Fast alle Wettererscheinungen spielen sich in der Troposphäre ab.
Tuba
Eine Wolkensäule oder ein umgekehrter Wilkenkegel, aus einer Wolkenbasis herauswachsend. Hierduch wird eine kräftige Wirbelbewegung sichtbat (Ttombe). Diese Sonderform kommt bei Cumulunimbus und weniger häufig bei Cumulus auf.
Turbulenz
Zustand, in dem eine Grundströmung von Wirbeln und Störungen überlagert ist, also nicht gleichmässig verläuft. Die Turbulenz ist der Grundzustand und die Grundeigenschaft der Troposphäre.
U
UTC
Universal Time Coordinated: Zeitangabe, auch als astronomische Weltzeit bezeichnet. Bis auf geringe Abweichungen stimmt sie mit der Greenwich-Zeit überein, ist also weitgehend gleichbedeutend mit der Zeitgruppe "z".
UV-Strahlung
Kurzwellige, elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich zwischen ca. 1/1000 und 40 Mikrometer. Normalerweise filtert die Erdatmosphäre einen Großteil der UV-Strahlung aus der Sonnenstrahlung. Durch die Ausdünnung des Ozonschicht als wichtigstem Filter kommt jedoch großräumig mehr UV am Erdboden an und wirkt bei längerer Einwirkung schädlich.
Ultraviolett
siehe UV-Strahlung.
Uncinus
Cirrus, oft in Form eines Kommas, nach oben hakenförmig oder auch in Büscheln auslaufend, deren oberer teil nicht die Form einer Quellung hat.
Undulatus
Wolkenflecken, -felder, oder -schichten in Wellenanordnung. Diese Wellenbildung kann bei verhältnismäßig gleichförmigen Wolkenschichten oder auch bei Wolken, deren Teile miteinander verwachsen oder voneinander getrennt sind, beobachtet werden. Manchmal ist ein doppeltes Wellensystem vorhanden. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrocumulus, Cirrostratus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus und Stratus angewendet.
Unterkühltes
Wasser, das trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt noch flüssig ist. Unterkühltes Wasser kommt teilweise im Meer vor, in unterkühlten Wolken ist es fester Bestandteil. Reines Wasser ohne große Verunreinigungen bleibt in der Luft bis zu sehr tiefen Temperaturen flüssig. Die Anwesenheit von unterkühltem Wasser erkennt man an der Bildung von Rauhreif, wo die Wassertröpfchen bei Kontakt mit einem festen Körper spontan anfriert.
Unwetter
Weit gefasster Begriff für Wettersituationen, die für Flora und Fauna bedrohlich werden können und z.T. große Schäden hervorrufen. Eindeutige Unwettersituationen sind z.B. Hagel, Gewitter, Sturm, Platzregen. Eine klare Definition ist jedoch nicht greifbar.
V
Velum
Eine Begleitwolke in Schleierform von großer horizontaler Erstreckung unmittelbar oberhalb oder am Oberteil einer oder mehrerer cumulus-artiger Wolken, von denen sie oft durchstoßen wird. Velum kommt ausschließlich bei Cumulus und Cumulunimbus vor.
Verdampfen
Übergang eines Stoffes von seinem flüssigen in den festen Aggregatzustand. Das Gegenteil von Verdampfen ist Kondensation.
Verdampfungswärme
Wärmemenge, die zum Verdampfen einer bestimmten Menge einer Flüssigkeit aufgebracht werden muß.
Verdunstung
Übergang von Wasser vom flüssigen in den gasförmigen Zustand, ohne das dabei das Wasser bis zum Siedepunkt erhitzt wurde. Auch bei der Verdunstung wird Wärme benötigt, die sogenannte Verdunstungswärme. Wichtig ist dieses Prinzip im Wärmehaushalt des menschlichen Körpers, wobei dem überhitzten Körper durch Verdunstung des Schweißes auf der Haut Wärme entzogen wird, somit die Körpertemperatur gesenkt wird.
Vereisung
Anlagerung von unterkühlten Wassertropfen an feste Körper unter dem Gefrierpunkt.
Vertebratus
Wolken, deren Teile in ihrer Anordnung nach an eine Wirbelsäule, Rippen oder ein Fischskelett erinnern. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich bei Cirrus Angewendet.
Virga
Niederschlag, der den Erdboden nicht erreicht, in Form vertikal oder schräg herabhängender Schleppen (Fallstreifen) an der Unterseite einer Wolke. Diese Sonderform kommt meist bei Cirrocumulus, Altocumulus, Altostratus, Nimbostratus, Stratocumulus, Cumulus und Cumulunimbus.
Vorhersage
(Immer gültige) Aussage eines Meteorologen.
Vorticity
Wirbelstärke. Sie ist ein Maß für die Drehbewegung eines Luftpakets um eine imaginäre Drehachse.
W
Wahrer Wind
Der bezüglich der Erdoberfläche wehende Wind. Aus der Fahrtgeschwindigkeit und dem scheinbaren Wind kann man den wahren Wind mit einem sehr einfach Windparallelogramm ermitteln.
Warmfront
Frontalzone, an der Warmluft gegen Kaltluft bewegt wird. dabei gleitet die wärmere Luft auf die kältere Luft auf, woraus sich eine Neigung der Front ergibt, die man an den zugehörigen Wolken schon weit vor der Front erkennen kann.
Warmluft
Luft, die wärmer ist als ihre Umgebung. Es existiert kein Temperaturwert, ab dem Luft Warmluft ist, die Bezeichnung ist relativ.
Warmlufteinbruch
Advektion warmer Luftmassen und damit verbundene, plötzliche Zunahme der Lufttemperatur.
Warmsektor
Zwischen Warm- und Kaltfront liegende Region mit wärmerer Luft.
Wash-Out
Das Auswaschen von in der Luft befindlichen Partikeln durch Regen.
Wasser
Verbindung von Wasserstoff und Sauerstoff.
Wasserdampf
Der gasförmige Aggregatzustand des Wassers.
Wasserstoff
Formelzeichen: H. Das erste und damit leichteste der Elemente.
Wasserwolken
Wolken, die nur aus Wasser bestehen und je nach Temperatur nur einen Anteil Eiskristalle enthalten.
Weihnachtshochwasser
Häufig Ende Dezember einsetzende Erwärmung durch Advektion feuchter Luft erfolgendes Tauwetter mit reichlich Regen. Bäche und Flüsse können die neuen Regenmengen plus Schneeschmelze nicht geordnet abführen, es kommt zu hohen Wasserständen.
Wetter
Das Zusammenwirken und Auftreten der meteorologischen Elemente an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Wetterballon
siehe Radiosonde.
Wetterdienst
Gesellschaft zur Erforschung, Beobachtung, Verarbeitung von Wetterdaten und deren Veröffentlichung, unter anderem als Wettervorhersage.
Wetterfahne
Einfaches Gerät zur Bestimmung der Windrichtung. Häufigere Bezeichnung ist allerdings "Windfahne".
Wetterhütte
Standardisiertes Häuschen zur Sammlung von Wetterdaten wie Feuchte, Temperatur und Luftdruck. Die Wetterhütte schützt die Meßinstrumente vor Witterungs- und direkten Strahlungseinflüssen.
Wetterkarte
Karten, auf denen das Wetter zu einem bestimmten Zeitpunkt dargestellt ist. Als Wetterkarten bezeichnet man einerseits die meteorologischen Eintragungskarten, andererseits die fernsehtaugliche Kartendarstellung mit abgeleiteten, einfacheren Symbolen.
Wetterkunde
Alte, nicht hinlänglich ausreichende Bezeichnung für Meteorologie. Der treffendere Begriff lautet: Physik der Atmosphäre.
Wetterleuchten
Das bei weit entfernten Gewittern auftretende Leuchten der Wolken. Dabei reflektieren die Wolken die Blitze und machen sie weithin sichtbar. Das Gewitter selbst ist noch zu weit entfernt als das man es hören könnte.
Wettermeldung
Weitergabe einer Wetterbeobachtung, die nach einem spezielen Code verschlüsselt sind.
Wetterradar
Radargerät zur Beobachtung von Wolken- und Niederschlagsgebieten.
Wetterrakete
Rakete zur Erforschung des Zustandes der höheren Atmosphäre außerhalb der Reichweite von Radiosonden.
Wetterregel
Faustregel zur Kürzestfristvorhersage für den Standort des Beobachters, die einzig und allein aus der aktuellen Beobachtung abgeleitet wird.
Wettersatelliten
Satelliten, die ausschliesslich oder teilweise zu meteorologischen Beobachtungen genutzt werden.
Wetterscheide
Regionen, die auf die Ausbreitung einer Wettersituation einen blockierenden Einfluss haben. Meistens sind es Gebirge, wie z.B. die Alpen, die Rocky Mountains, die Apalachen oder der Himalaya.
Wetterschiff
Ortsfestes Schiff, das zur Wetterbeobachtung ausgerüstet und eingesetzt ist. Ein Beispiel ist das TW (Tiefwasserschiff) Elbe 1.
Wetterschüssel
International festgelegter Code zur Übermittlung und Verarbeitung von Wetterbeobachtungsmeldungen.
Wetterseite
Die der Zugrichtung des Wetters zugewandte Seite. InMitteleuropa meist die Westseite.
Wetterstation
Station, die zur Wetterbeobachtung und zur Erstellung von Wettermeldungen dient. Früher waren es ausschliesslich bemannte Stationen, heute werden immer mehr durch automatische Stationen ersetzt.
Wettersturz
Plötzliche, meist leider unerwartete Verschlechterung des Wetters mit markantem Temperaturrückgang.
Wettervorhersage
Die Vorhersage der zu erwartenden Wettererscheinungen für einen bestimmten Zeitraum.
Widerstandsthermometer
Gerät zur Temperaturmessung, daß die Erhöhung des Widerstandes von Metallen bei Abkühlung als Messprinzip nutzt.
Willy-Willy
Australische Bezeichnung für pazifische, tropische Wirbelstürme.
Wind
Wind ist gerichtete Luftbewegung. Windstärke und Windrichtung hängen hauptsächlich vom aktuellen Isobarenfeld, d.h. der Druckverteilung ab.
Wind-Chill
Der turbulente Abkühlungseffekt, der durch den Wind hervorgerufen wird. Er ist keine messbare Temperatur, sondern eine sogenannte "Fühltemperatur": Durch den Wind wird die dünne Warmluftschicht über der menschlichen Haut zerstört, die Kaltluft dringt ungehindert auf die Haut, es erscheint kühler.
Winddrehung
Änderung der Windrichtung mit der Zeit oder mit der Höhe.
Winddreieck
Graphische Lösung zur Ermittlung des wahren Windes aus der Fahrzeuggeschwindigkeit und dem Relativwind.
Windfahne
siehe Wetterfahne.
Windgeschwindigkeit
Der Quotient aus Strecke pro Zeit. Die Geschwindigkeit, mit der ein Luftpaket bewegt wird. Die Windgeschwindigkeit wird angegeben in: Knoten, Meter pro Sekunde, Kilometern pro Stunde und Beaufort.
Windhose
Westentaschentornado, Kleintrombe, Trombe.
Windpfeil
Andere Bezeichnung für Anemometer.
Windrichtung
In meteorologischen Stationsmeldungen eingetragener Pfeil zur Angabe von Windrichtung und Windgeschwindigkeit.
Windrose
Die Richtung, aus der der Wind weht. Gegenteil: Strömung, Richtung, aus der der Wind kommt.
Windsack
Teil eines Windrichtungmessers, auf dem eine 360° Einteilung zur genauen Bestimmung der Windrichtung aufgetragen ist.
Windscherung
Einfachste Form einer Wetterfahne. Ein Windsack besteht aus einer Stoffröhre, die lose an einem Mast befestigt ist. Aus ihrer Ausrichtung kann man auf die Richtung, aus der Steilheit der Aufrichtung auf die Geschwindigkeit des Windes schliessen.
Windsee
Strömen zwei Luftpakete aneinander vorbei, so bezeichnet die Geschwindigkeitsdifferenz der beiden Luftpakete die Windscherung.
Windsprung
Durch die unmittelbare Windwirkung entstehende Oberflächenwellen.
Windstille
Eigentlich nur eine andere Bezeichnung für Windgeschwindigkeit. Allgemein ist jedoch bei Angaben wie "Windstärke 4" die Beaufortskala gemeint.
Windstärke
Sprunghafte Änderung der Windrichtung.
Windsysteme
Das Fehlen jeglicher bemerkbarer Windbewegung. Allgemein wird die Grenze zwischen Windstille und einem Hauch nach der Beaufortskala bei 0,3 Meter pro Sekunde gezogen.
Windwirkung
Entweder groß- oder kleinräumige Luftströmungen. Beispiel für ein großräumiges System ist der Passat, für kleinräumige der Mistral oder der Föhn.
Winter
Die Wirkung des Windes auf andere Gegenstände und Wasseroberflächen.
Wirbelsturm
Die kalte Jahreszeit. Der Winter bezeichnet die Zeit, in der die Sonnenstrahlung unter dem ungünstigsten Winkel einfällt und damit die Tage am kürzesten sind.
Witterung
Luftwirbel, in deren Einflussbereich Windgeschwindigkeiten bis Orkanstärke herrschen. Je kleiner der Durchmesser eines Wirbels ist, desto höher sind die Windgeschwindigkeiten und desto größer ist die Windwirkung. Beispiele sind tropische Wirbelstürme, Tornados und Tromben, seltener aber auch Zyklonen der mittleren Breiten.
Wolken
Vorherrschender Wetterablauf in einem bestimmten Zeitraum. So spricht man z.B. von winterlicher oder sommerlicher Witterung.
Wolkenarten
Ansammlung von flüssigem oder festem Wasser in großen Haufen in der Atmosphäre.
Wolkenauflösung
siehe Wolkenklassifikation.
Wolkenbildung
Verdunstung der Wolkentropfen in einem Luftpaket. Meist bei Erwärmung der Luft, so dass Untersättigung mit Wasserdampf eintritt.
Wolkenbruch
Prozess der Entstehung von Wolken. Sind genügend Kondensationskerne in der Luft vorhanden und wird die Luft so weit abgekühlt, daß die Sättigungsfeuchte überschritten wird, setzt Kondensation und damit Wolkenbildung ein.
Wolkenimpfung
Kurzer, sehr intensiver Schauer aus Gewitterwolken mit großen Regenmengen. Auch Platzregen.
Wolkenklassifikation
Das Einbringen von Kondensationskernen in Wolken, um diese zum vorzeitigen Abregnen zu bewegen. Je ähnlicher die Kerne einem Eiskristall sind, desto wirksamer sind sie als Kondensationskerne. Deshalb wird meist Silberjodid zur Impfung verwendet. Das Prinzip der Wolkenimpfung ist umstritten.
Wolkenlos
Wolken sind nach internationaler Konvention in verschiedene Klassen unterteilt, die sich v.a. nach der Höhe ihres Auftretens, aber auch nach ihren Bestandteilen, richten. Man unterscheidet tiefe, mittelhohe und hohe Wolken. Zu den tiefen Wolken gehören: Cumulus, Cumolonimbus, Stratus, Stratocumulus.Mittelhohen Wolken wird immer der Begriff "Alto.." vorangestellt: Altocumulus, Altostratus, Nimbostratus. Hohe Wolken, die aus Eiskristallen bestehen, erkennt man an der Bezeichnung "Cirro...": Cirrus, Cirrocumulus und Cirrostratus. Außer diesen Einteilungen werden die Wolken nach ihrem Aussehen noch weiter unterschieden und mit Zusätzen bezeichnet. Siehe auch unter Wolkenklassifikation und Wolkendefinitionen.
Wolkenobergrenze
Totale Abwesenheit von Wolken im gesamten beobachteten Gebiet.
Wolkenphysik
Die geschlossene Obergrenze von Wolken. Wichtig ist die Information der Wolkenobergrenze z.B. für Luftfahrzeuge, aber auch für Urlauber im Gebirge.
Wolkenstockwerk
Teilgebiet der Meteorologie, das sich speziell mit Entstehung und Auflösung von Wolken beschäftigt.
Wolkentropfen
Einteilung der Wolken in ein unteres, mittleres und oberes Stockwerk. Die Wolkenstockwerke stimmen mit den tiefen, mittelhohen und hohen Wolkenarten überein.
Wolkenuntergrenze
Die Wolke bildenden Wassertropfen, die durch ihre Größe und ihr Gewicht in der Wolke verbleiben. Durch verschiedene Prozesse entstehen aus ihnen Niederschlagstropfen.
Wärme
Die insgesamt in einem Stoff enthaltene Bewegungsenergie aller Moleküle und Atome.
Wärmegewitter
Andere Bezeichnung für Hitzegewitter, bei dem die Luft durch Erwärmung der bodennahen Luftschicht zum Aufsteigen gebracht wird. Das Gegenstück dazu ist das Frontgewitter.
Wärmeinsel
Gebiet mit einer höheren Lufttemperatur als in der Umgebung. Hauptbeispiel dafür sind z.B. die Innenstädte, in Köln ist es nachts und morgens sehr viel wärmer als im Umland.
Wärmestau
Grobes Missverhältnis zwischen angenommener und abgegebener Wärmemenge.
Wüstenklima
Die geschlossene Untergrenze von Wolken, auch Wolkenbasis genannt. Wolkenuntergrenzen werden üblicherweise nur im unteren Wolkenstockwerk angegeben.
X
Y
Z
Zellularkonvektion
Vor allem in maritimer Kaltluft zu beobachtende Art der Konvektion, die ein zellenförmiges Muster entstehen läßt. Dieses Muster ist auf Satellitenbildern sehr gut und eindrucksvoll zu erkennen.
Zirkulation
Geschlossene Strömungen werden als Zirkulation bezeichnet. Nach ihrer Ausdehnung unterscheidet man die globale Zirkulation der Atmosphäre, Hoch- und Tiefdruckgebiete und lokale Zirkulationen wie etwa die Land- und Seewind-Zirkulation.
Zirkumpolare Strömung
Um die Polargebiete erfolgende, geschlossene Zirkulation.
Zodiaklicht
In den Tropen zu beobachtende optische Erscheinung, die durch Lichtstreuung entsteht.
Zonal
Im Gegensatz zu "meridional" bezeichnet "zonal" die parallel zu den Breitenkreisen erfolgenden Prozesse.
Zonaler Grundstrom
Bezeichnung für die globale Zirkulation der Atmosphäre mit einer ausgeprägten Westströmung.
Zonda
Das Anden-Gegenstück zum Alpenföhn. Der Zonda ist ein warmer, trockener Fallwind aus Ost in Argentinien.
Zugbahn
Der Weg eines Druckgebildes mit der Zeit. Bestimmte Druckgebilde nehmen in bestimmten Wettersituationen mit Vorliebe ähnliche Zugbahnen. Ein karibischer Hurrican verläuft ungestört fast immer auf einer nach Osten offenen U-förmigen Bahn.
Zustandsgleichung idealer Gase
Mathematische Formel zur Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Druck, Temperatur und Volumen von idealen Gasen. Die Moleküle eines idealen Gases haben kein Eigenvolumen und ihre Moleküle wechselwirken nicht untereinander.
Zustandsgleichung realer Gase
Auch "Van-der-Waals Gase". Das Gegenstück zur Zustandsgleichung idealer Gase, hier jedoch haben die Moleküle ein Eigenvolumen und sie wechselwirken miteinander.
Zweischichtenmodell
In der numerischen Meteorologie verwendetes Atmosphärenmodell, bei dem die Atmosphäre aus nur zwei Schichten besteht. Wenn man bedenkt, wie stark diese Vereinfachung ist, ist es erstaunlich, welche Ergebnisse damit erzielt wurden und werden.
Zwischenhoch
Hochdruckgebiet, das zwischen zwei oder mehr Tiefdruckgebieten liegt.
Zyklogenese
Der Entstehungsprozess von Tiefdruckgebieten.
Zyklolyse
Der Auflösungsprozess von Tiefdruckgebieten.
Zyklon
Bezeichnung für Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel, da hier eine zyklonale Luftbewegung um den Tiefdruckkern erfolgt.
Zyklonal
Auf der Nordhalbkugel bezeichnet "zyklonal" eine Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn. Da eine solche Zirkulation um ein Tiefdruckgebiet führt, werden Tiefdruckgebiete auch Zyklone genannt.
Zyklonenachse
Die vertikale Achse durch alle Höhenstufen eines Tiefdruckkerns.
Zyklonenfriedhof
Gebiete, in denen Tiefdruckgebiete dem Zerfall anheim fallen. Beispiel hierfür ist das nordamerikanische Festland, wo karibischen Wirbelstürmen der Feuchtenachschub fehlt und sie absterben oder sich abschwächen.
Zyklostrophischer Wind
Der Wind, der durch Zusammenwirken von Druckgradient-, Coriolis- und Zentrifugalkraft entsteht. Der Zyklostrophische Wind ist sozusagen die Erweiterung des geostrophischen Windes für gekrümmte Isobaren.


Quelle: regional-wetter.de

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